Nato beginnt Manöver zur Verteidigung mit Atomwaffen
Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 15:56 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDas bestätigte ein Sprecher des militärischen Hauptquartiers im belgischen Mons. An der Übung "Steadfast Noon" werden bis Ende der nächsten Woche Streitkräfte aus 17 Staaten beteiligt sein. Deutschland hat für das Manöver drei Tornados des taktischen Luftwaffengeschwaders 33 auf die Aviano Air Base in Norditalien verlegt. Insgesamt sind Angaben der Luftwaffe zufolge mehrere Dutzend deutsche Soldaten an dem Manöver beteiligt.
Die deutschen Tornados sind normalerweise auf dem Stützpunkt Büchel in Rheinland-Pfalz stationiert. Dort lagern nach offiziell unbestätigten Angaben US-Atomwaffen, die im Ernstfall im Rahmen der sogenannten nuklearen Teilhabe der Nato auch von deutschen Jagdbombern abgeworfen werden könnten. Als weitere Lagerorte für US-Atomwaffen in Europa gelten Stützpunkte in Ländern wie Italien, Belgien und den Niederlanden.
Übungsszenario ist geheim
Zu Details der Übung machte die Nato bis zuletzt keine Angaben. Aus der Bündniszentrale hieß es lediglich, der Umfang sei mit des Vorjahres vergleichbar. Damals hatte die Nato von rund 2.000 beteiligten Militärs und mehr als 70 beteiligten Flugzeugen gesprochen. Darunter waren auch hochmoderne Kampfjets vom Typ F-35 sowie Überwachungs- und Tankflugzeuge.
Geheim ist auch das Übungsszenario. Militärexperten zufolge wird bei den regelmäßig im Oktober stattfindenden Manövern unter anderem geübt, wie man die Waffen sicher aus unterirdischen Magazinen zu den Flugzeugen transportiert und unter die Kampfjets montiert. Dabei und bei den anschließenden Angriffsübungen kommen allerdings nur Übungsbomben ohne Kernsprengkopf zum Einsatz.
Rutte spricht von Signal der Entschlossenheit
Die Nato betont, dass "Steadfast Noon" Routine sei und nichts mit aktuellen weltpolitischen Ereignissen zu tun habe. In ihrer Bedrohungsanalyse hat die Allianz allerdings seit Jahren vor allem Russland im Blick. Erst Ende des vergangenen Monats wurde Moskau auch wieder nukleares Säbelrasseln vorgeworfen. Russland hatte zuvor mit Blick auf Nato-Manöver und eine aus seiner Sicht drohende Isolierung Kaliningrads mit dem möglichen Einsatz seines gesamten militärischen Arsenals einschließlich Atomwaffen gedroht.
Nato-Generalsekretär Mark Rutte sagte zur diesjährigen Übung, sie helfe sicherzustellen, dass die nukleare Abschreckungsfähigkeit des Bündnisses wirksam und glaubwürdig bleibe, um den Frieden zu bewahren und Zwangsausübung zu verhindern. Sie sende zudem ein klares Signal der Geschlossenheit und Entschlossenheit.
