Nahverkehr, Niedersachsen

Nahverkehr Niedersachsen: Tarifeinigung für 4.550 Beschäftigte

Veröffentlicht: 03.07.2026 um 19:20 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Schlichterspruch bringt kürzere Arbeitszeiten, mehr Urlaub und höhere Zuschläge für 4.550 Beschäftigte.

Nahverkehr in Niedersachsen: Tarifeinigung beendet Streikwelle
Hände schütteln sich nach erfolgreichen Tarifverhandlungen im öffentlichen Nahverkehr, im Hintergrund eine verschwommene Straßenbahn. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Schlichterspruch vom 3. Juli 2026 beendet den Tarifkonflikt im öffentlichen Nahverkehr Niedersachsens.

Damit sind weitere Warnstreiks in Hannover, Braunschweig, Wolfsburg, Göttingen und Osnabrück vom Tisch. Die Einigung betrifft rund 4.550 Beschäftigte bei zehn Verkehrsunternehmen, darunter die hannoversche Üstra.

Die Kernpunkte des Deals

Das Paket läuft bis zum 31. Dezember 2029 und bringt spürbare Verbesserungen. Ab 2028 sinkt die wöchentliche Arbeitszeit von 39 auf 38,5 Stunden. Wer mehr arbeiten will, kann freiwillig auf bis zu 42 Stunden aufstocken.

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Auch finanziell gibt es Zugeständnisse: Das Urlaubsgeld steigt ab 2026 auf 600 Euro – ein Plus von 177 Euro. Der Sonntagszuschlag erhöht sich ab 2027 von 25 auf 30 Prozent. Zusätzlich winkt ab 2027 ein weiterer Urlaubstag, sodass Beschäftigte auf insgesamt 33 freie Tage kommen.

Die Einigung steht noch unter Vorbehalt: Verdi führt bis Ende Juli eine Mitgliederbefragung durch.

Wer profitiert?

Neben der Üstra in Hannover sind die BSVG (Braunschweig), WVG (Wolfsburg), GÖVB (Göttingen) und SWO Mobil (Osnabrück) dabei. Auch Delbus, MOIN, der Stadtbus Goslar, die SVHI und die Stadtwerke Wilhelmshaven sind Teil des Abschlusses.

Verdi hatte vor allem Entlastungen bei Arbeitszeiten und Schichtdiensten gefordert. Ziel: Die Jobs im Nahverkehr attraktiver machen. Der Kompromiss reagiert auf den hohen Belastungsgrad in der Branche.

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Andernorts wird weiter gestreikt

Während im Nahverkehr Ruhe einkehrt, geht der Konflikt im Handel weiter. Für den 3. Juli rief Verdi zu bundesweiten Warnstreiks auf – betroffen sind auch Standorte in Hannover, Braunschweig und Oldenburg. Die Gewerkschaft fordert 7 Prozent mehr Entgelt, die Arbeitgeber bieten 2,4 Prozent ab November 2026.

Im Bankensektor gibt es dagegen Entspannung: Bei der Postbank wurde am 2. Juli ein Tarifkompromiss für 9.000 Beschäftigte erzielt. Der Vertrag läuft 28 Monate, bringt Gehaltssteigerungen und sichert das Filialnetz bis Frühjahr 2028. Verdi brach daraufhin eine bereits eingeleitete Urabstimmung ab.

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