Mittelstand unter Druck: 65 Prozent fürchten Bürokratie-Risiken
08.06.2026 - 16:34:48 | boerse-global.de
Das zeigt eine aktuelle Umfrage des Deutschen Mittelstands-Bunds (DMB) unter knapp 1.100 Unternehmern. Auf Platz zwei folgen die Energiepreise mit 62,9 Prozent. Auch Nachhaltigkeitsvorschriften und der Fachkräftemangel bereiten mehr als der Hälfte der Betriebe Sorgen.
Die finanzielle Lage ist angespannt: Rund ein Drittel der Unternehmen hat zu wenig Liquiditätsreserven für Krisenzeiten. Mehr als jeder zweite Unternehmer erwartet, dass sich die Risiken in den nächsten zehn Jahren weiter verschärfen. Die IHK Oldenburg bestätigt den Trend: Deutsche Betriebe zahlen teils das Fünffache für Strom im Vergleich zur internationalen Konkurrenz.
KI als Hoffnungsträger
Anzeige: 65 Prozent der Mittelständler nennen Bürokratie als größtes Risiko – gleichzeitig steigen Energiepreise und Sanierungspflichten. Unser Report liefert konkrete Checklisten und einen 3-Schritte-Plan, um Kosten zu senken und Compliance zu sichern. Jetzt kostenlosen Report anfordern
Viele Unternehmen setzen jetzt auf Technologie, um den Kostendruck zu senken. Eine Studie der Fedil, der Luxembourg AI Factory und Luxinnovation zeigt: 88 Prozent der Betriebe erhoffen sich von Künstlicher Intelligenz vor allem Produktivitätsgewinne. 65 Prozent wollen Prozesse optimieren, 64 Prozent direkt Kosten sparen.
Auch Softwarekonzerne reagieren. SAP integriert den KI-Assistenten Joule in Analyse-Plattformen. Das soll die Systemtransformation um bis zu 80 Prozent beschleunigen. In der Beschaffung etablieren sich zudem Plattformen für die automatisierte Preisberechnung von Fertigungsteilen.
Gebäudesanierung wird Pflicht
Die EU-Gebäuderichtlinie setzt strenge Vorgaben für Nichtwohngebäude. Bis 2030 müssen 16 Prozent der Gebäude mit dem größten Einsparpotenzial modernisiert sein, bis 2033 steigt die Quote auf 26 Prozent. In Deutschland verursachen rund zwei Millionen Nichtwohngebäude etwa ein Drittel des gesamten Energieverbrauchs im Gebäudesektor.
Die Bundesregierung legt nach: Das Kabinett beschloss ein Aktionsprogramm zur Kreislaufwirtschaftsstrategie. Bis 2029 fließen 260 Millionen Euro aus dem Klima- und Transformationsfonds. Geplant sind Förderprogramme für digitale Initiativen und ein nationales Textilgesetz.
Milliarden für grünen Stahl
Anzeige: Bis 2033 müssen 26 Prozent Ihrer Nichtwohngebäude saniert sein – ohne Plan drohen Strafzahlungen. Unser Fahrplan zur EU-Gebäuderichtlinie zeigt Fristen, Fördermittel und Prioritäten. EU-Fahrplan jetzt sichern
In der Schwerindustrie fordern Politiker verlässliche Rahmenbedingungen. Im Saarland fördern Bund und Land den Umbau zur grünen Stahlproduktion mit 2,6 Milliarden Euro. Die Gesamtkosten werden auf über 4 Milliarden Euro geschätzt. Ziel: die CO2-Emissionen bis Anfang der 2030er Jahre um bis zu 55 Prozent senken.
Termine zur Transformation
In den kommenden Tagen stehen mehrere Veranstaltungen an. Am 11. Juni informiert ein Webinar zum Industriestrompreis über Entlastungen und Investitionspflichten. Einen Tag später dreht sich in Sarstedt alles um serielle Sanierung mit modularen Energielösungen. Zeitgleich planen Stahl-Belegschaften in Völklingen einen Aktionstag für verlässliche Standortbedingungen.
Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - trading-notes lesen ist besser!
Für. Immer. Kostenlos.
