Mindestlohn, Euro

Mindestlohn ab Juli: 13,90 Euro für Millionen Frauen in Teilzeit

26.06.2026 - 16:34:32 | boerse-global.de

Handelsblatt-Analyse zeigt höheres Automatisierungsrisiko für Frauen. KI-Kenntnisse versprechen bis zu 58 Prozent mehr Gehalt.

KI-Wandel trifft Frauen stärker: Analyse zu Gehalt und Arbeitsmarkt
Mindestlohn - Eine vielfältige Gruppe von Frauen in einem modernen Büro, die zusammenarbeiten und digitale Technologien nutzen, um ihre Rolle auf dem Arbeitsmarkt zu stärken. 26.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Das zeigt eine aktuelle Handelsblatt-Analyse. Bei 51 Prozent der von Frauen ausgeübten Tätigkeiten ist das Transformationspotenzial durch KI hoch. Bei Männern liegt der Wert bei 42 Prozent.

Besonders betroffen: Sekretariatsberufe. Der Frauenanteil liegt dort bei rund 96 Prozent – und das Automatisierungspotenzial ist enorm.

Doch die Nutzung der neuen Technologie hinkt hinterher. Nur 37 Prozent der Frauen verwenden KI-Tools, bei den Männern sind es 53 Prozent. Dabei winken satte Gehaltssteigerungen. Berechnungen der Deutschen Bank zufolge bringen KI-Kenntnisse bis zu 58 Prozent mehr Gehalt. Bei Jobwechseln erzielen KI-nahe Bewerber ein Plus von 17,3 Prozent – KI-ferne Wechsler nur 11,1 Prozent.

Der Gender Pay Gap bleibt hartnäckig

Der unbereinigte Gender Pay Gap lag in Hessen bei 19 Prozent. Frauen verdienten dort im Schnitt 24,21 Euro pro Stunde, Männer 29,75 Euro. Besonders krass ist die Differenz bei den 60- bis 64-Jährigen: 28 Prozent.

In der Privatwirtschaft klafft die Lücke mit 20 Prozent deutlich weiter als im öffentlichen Dienst (6 Prozent).

Ein Hauptgrund: die unbezahlte Sorgearbeit. In Paarhaushalten leisten Frauen über 60 Prozent davon. Mütter mit kleinen Kindern sind wöchentlich über 20 Stunden weniger erwerbstätig als Väter. Sie nehmen im Schnitt 13,7 Monate Elterngeld – Väter nur 4,4 Monate.

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Die „unsichtbare Last“ der Organisation von Haushalt und Kindern prägt die Erwerbsbiografien nachhaltig. In der Schweiz zeigt eine Studie: Mütter kommen auf bis zu 65 Stunden unbezahlte Arbeit pro Woche, Väter auf maximal 42.

Lichtblicke: MINT-Rekord und Potenzial 50plus

Es gibt positive Signale. Der Anteil weiblicher Studienanfänger in MINT-Fächern erreichte 2024 mit 36 Prozent einen Rekordwert.

Doch in der Cybersicherheit sind Frauen mit 14,6 Prozent stark unterrepräsentiert – Deutschland liegt damit europaweit hinten. Rebecca Taylor von Sophos kritisiert eine oft oberflächliche Vielfalt: Unternehmen verfolgten zwar Einstellungsziele, vernachlässigten aber die langfristige Entwicklung und Bindung von Frauen.

Ein weiteres Potenzial: die Generation 50plus. 70 Prozent der Frauen in dieser Altersgruppe zeigen eine überdurchschnittliche Leistungsbereitschaft. Von den derzeit nicht erwerbstätigen Frauen über 50 würde jede zweite bei flexiblen Modellen oder Teilzeit zurückkehren.

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Rente und Mindestlohn: Was auf Frauen zukommt

Die künftige Arbeitsmarktsituation von Frauen hängt auch an der Rentenpolitik. Eine Expertenkommission übergab Anfang der Woche einen Bericht an Kanzler Merz und Ministerin Bas. Vorschlag: Das Rentenalter an die Lebenserwartung koppeln – das würde bis 2041 auf 67,5 Jahre steigen. Zudem ist eine neue Kapitalsäule für die Altersvorsorge im Gespräch.

DGB-Chefin Yasmin Fahimi fordert eine stärkere Belastung großer Vermögen und Erbschaften, um das Rentenniveau stabil zu halten.

Konkret wird es für Geringverdiener – darunter viele Frauen in Teilzeit oder Minijobs: Der Mindestlohn steigt zum 1. Juli 2026 auf 13,90 Euro pro Stunde. Zum Jahresbeginn 2027 folgen 14,60 Euro.

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