Microsoft-Gaming: 4.800 Stellen fallen weg, Xbox trifft es am härtesten
Veröffentlicht: 08.07.2026 um 06:49 Uhr, Redaktion boerse-global.de
4.800 Arbeitsplätze fallen weg, der Großteil davon bei Xbox.
Massiver Stellenabbau trifft Xbox hart
Der Schwerpunkt der Kürzungen liegt mit 3.200 Stellen auf der Xbox-Sparte. Das entspricht rund 20 Prozent der dortigen Belegschaft. 1.600 Mitarbeiter erhielten ihre Kündigung sofort. Die restlichen Stellenstreichungen sollen bis Ende des Fiskaljahres 2027 abgeschlossen sein.
Xbox-Chefin Asha Sharma begründet den Schritt mit wirtschaftlichen Herausforderungen. Die Margen im Gaming-Bereich lägen deutlich unter denen der Wettbewerber. Berichten zufolge verliert das Segment pro investiertem Dollar 64 Cent. Im Zuge der Neuaufstellung ernannte Microsoft Helen Chiang zur ersten COO von Xbox.
Fünf Studios müssen gehen
Die neue Strategie setzt auf etablierte Kernmarken wie Fallout, The Elder Scrolls, Doom, Quake und Wolfenstein. Fünf Entwicklerstudios werden abgestoßen.
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Double Fine und Compulsion Games kehren in die Unabhängigkeit zurück. Beide behalten ihre Marken und Spielekataloge. Ninja Theory und Undead Labs wurden verkauft. Die Zukunft von Arkane ist noch offen – hier laufen Verhandlungen.
Trotz der massiven Kürzungen bei ZeniMax und Bethesda wurden keine First-Party-Spiele abgesagt. MachineGames arbeitet weiter an einem neuen Wolfenstein-Titel. id Software ist nach den Erweiterungen für Doom: The Dark Ages ebenfalls von den Kürzungen betroffen.
IO Interactive: Partnerschaft geplatzt, Studio dicht
Ein prominentes Opfer der Strategieänderung: Microsoft hat sich aus der Finanzierung von „Project Fantasy“ zurückgezogen. IO Interactive übernimmt das Online-Multiplayer-Rollenspiel nun komplett und finanziert die Entwicklung eigenständig.
Die Kehrseite: Das erst im März 2023 eröffnete Studio in Istanbul wird geschlossen. Rund 40 Arbeitsplätze fallen weg. Pläne für einen Mobile-Ableger von „Project Fantasy“ wurden gestrichen. IO Interactive will sich künftig auf seine Kernmarken konzentrieren. Der Erfolg von „007 First Light“ mit 2,7 Millionen verkauften Einheiten in der ersten Woche gibt Rückenwind.
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Game Pass verliert Abonnenten
Die Umstrukturierung kommt zu einem heiklen Zeitpunkt. Der Abo-Dienst Game Pass zählt derzeit rund 30 Millionen Nutzer. Das sind vier Millionen weniger als noch im Februar 2024, wie das Wall Street Journal berichtet.
Trotz der Sparmaßnahmen investiert Microsoft weiter in neue Hardware. Unter dem Codenamen „Projekt Helix“ entsteht eine neue Konsole. Kritiker sehen dennoch ein Ungleichgewicht: Während der Konzern Milliardensummen in Künstliche Intelligenz pumpt, wird die Gaming-Sparte durch Stellenabbau und den Rückzug aus Partnerschaften geschwächt.
