Meta-Verstoß, Infinite

Meta-Verstoß 10. Juli: EU verbietet Infinite Scrolling und Autoplay

Veröffentlicht: 12.07.2026 um 21:37 Uhr, Redaktion boerse-global.de

EU kündigt Digital Fairness Act an, um Verbraucher vor manipulativen Designs und Suchtmechanismen in Apps zu schützen.

EU Digital Fairness Act: Neue Regeln gegen Dark Patterns und Abofallen
Ein stilisiertes, blau leuchtendes Vorhängeschloss-Symbol über einem unscharfen Smartphone-Bildschirm mit digitalen Mustern, das digitale Regulierung darstellt. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ein neues Gesetz soll Verbraucher besser vor manipulativen Praktiken im Online-Handel und Gaming schützen.

EU-Justizkommissar Michael McGrath kündigte den Digital Fairness Act (DFA) an. Die Verordnung soll bis Ende 2026 vorgeschlagen werden. Sie schließt Schutzlücken, die der Digital Markets Act (DMA) und der Digital Services Act (DSA) bisher offen ließen.

Dark Patterns und süchtig machende Funktionen im Visier

Der DFA richtet sich gezielt gegen sogenannte „Dark Patterns“ und Abofallen. Das sind Benutzeroberflächen, die Nutzer zu Handlungen verleiten, die nicht in ihrem Interesse liegen.

McGrath betonte: Das Gesetz soll auch Apps mit süchtig machenden Funktionen regulieren. Bei Verstößen drohen Bußgelder. Einem generellen Social-Media-Verbot steht der Kommissar jedoch skeptisch gegenüber.

Anders als bisherige Regulierungen konzentriert sich der DFA nicht nur auf große Plattformen. Auch kleinere Onlinehändler und Spielehersteller fallen unter die neuen Bestimmungen. Ziel ist ein einheitliches Niveau an digitaler Fairness.

Vorläufiger DSA-Verstoß: Meta im Visier der Kommission

Die EU geht bereits jetzt verstärkt gegen problematische Design-Elemente vor. Am 10. Juli 2026 stellte die Kommission vorläufig fest, dass Meta mit Facebook und Instagram gegen den DSA verstößt.

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Im Fokus: „Infinite Scrolling“, Autoplay-Funktionen für Videos und eine hohe Frequenz von Push-Benachrichtigungen. Die Kommission sieht darin Mechanismen, die eine zwanghafte Nutzung fördern.

Sie forderte Meta auf, solche Funktionen standardmäßig zu deaktivieren und Bildschirmpausen einzuführen. Bestätigen sich die Vorwürfe, drohen Bußgelder von bis zu sechs Prozent des weltweiten Jahresumsatzes. Das entspricht einem zweistelligen Milliardenbetrag. Meta wies die Vorwürfe zurück und kann nun Stellung nehmen.

Gaming-Branche: Strengere Alterseinstufung und neuer Verhaltenskodex

Auch die Videospielindustrie bekommt strengere Vorgaben. Seit Juni 2026 erhalten Spiele mit Lootboxen automatisch eine Alterseinstufung von PEGI 16. Die Reform orientiert sich an bestehenden Standards der deutschen USK.

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Parallel dazu arbeitet die EU-Kommission an einem Verhaltenskodex für das Lebensende von Spielen. Er soll bis Ende 2026 fertig sein.

Hintergrund: Die Diskussion um den Zugang zu digitalen Inhalten. Auf die Ankündigung von Sony, die Produktion physischer Discs für neue PlayStation-Spiele ab Januar 2028 einzustellen, reagierte die EU zurückhaltend. Der Kommissar erklärte, es bestehe keine rechtliche Handhabe, das Unternehmen zur Fortführung zu zwingen. Solange Verbraucherrechte gewahrt bleiben, fällt die Wahl des Vertriebsformats unter die unternehmerische Freiheit.

Die EU beobachtet die Entwicklung im Rahmen des DFA genau. Sie will sicherstellen, dass Verbraucherinteressen beim Übergang zu rein digitalen Modellen geschützt bleiben.

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