Meta-Klage, USA

Meta-Klage USA: 29 Bundesstaaten fordern 1,4 Billionen Dollar

Veröffentlicht: 10.07.2026 um 18:04 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Die EU-Kommission sieht bei Meta Verstöße gegen den Jugendmedienschutz. Parallel droht dem Konzern eine Billionenklage in den USA.

Meta unter Druck: EU wirft Instagram und Facebook Suchtrisiken vor
Ein Smartphone-Bildschirm mit einem Social-Media-Feed, symbolisiert Sucht und Datenschutzprobleme bei Jugendlichen auf Plattformen wie Meta. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Europäische Kommission wirft Meta vor, mit Instagram und Facebook gezielt Suchtrisiken bei Minderjährigen zu fördern. Erste Ermittlungsergebnisse zeigen: Das Design der Plattformen verstößt gegen den Digital Services Act (DSA). Parallel dazu droht dem Konzern in den USA ein Prozess mit möglichen Strafen in Billionenhöhe.

Vorwurf des süchtig machenden Designs

Die EU-Kommission veröffentlichte heute vorläufige Ergebnisse einer Untersuchung. Demnach verstößt Meta systematisch gegen europäische Standards zum Schutz Minderjähriger. Im Fokus der Kritik stehen Funktionen wie unendliches Scrollen, Autoplay-Mechanismen sowie personalisierte Empfehlungen und Push-Benachrichtigungen.

Diese Elemente zielen darauf ab, die Verweildauer junger Nutzer künstlich zu maximieren. Sie könnten zur Entstehung von Suchtverhalten beitragen. Nach Einschätzung der Brüsseler Behörde hat Meta die Risiken für die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen nicht ausreichend bewertet oder gemindert.

Vorhandene Werkzeuge zur Steuerung der Bildschirmzeit seien zudem zu leicht deaktivierbar. Meta verwies zwar auf die Einführung sogenannter „Teen Accounts“, die Kommission stufte diese Maßnahmen jedoch als unzureichend ein. Bestätigen sich die Vorwürfe, drohen Bußgelder von bis zu 6 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes. EU-Digitalkommissarin Henna Virkkunen rief die Branche auf, eigene Sicherheitsstandards zu etablieren, und kündigte verstärkte Kontrollen für andere Plattformen an.

Billionenklage in den USA

Zeitgleich spitzt sich die rechtliche Lage für Meta in den USA zu. Ein Bundesgericht in Kalifornien wies einen Antrag des Konzerns auf Abweisung einer großangelegten Klage zurück. Der Prozess kann im August 2026 beginnen. Insgesamt 29 US-Bundesstaaten werfen Meta Verstöße gegen den Children’s Online Privacy Protection Act vor.

Besonders schwer wiegt die Forderung von vier Bundesstaaten – Kalifornien, Colorado, Kentucky und New Jersey. Sie fordern eine Strafzahlung in Höhe von 1,4 Billionen Dollar. Der Vorwurf: Meta habe die Öffentlichkeit über die Suchtgefahr seiner Dienste getäuscht. Weitere 14 Staaten haben für das Frühjahr 2027 separate Klageverfahren angekündigt. Meta weist die Vorwürfe zurück und betont die Sicherheit seiner Plattformen.

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Europäische Debatte um Verbote und technische Kontrollen

Während die EU-Kommission gegen Meta vorgeht, sorgt die nationale Gesetzgebung einzelner Mitgliedstaaten für Konflikte. Ein französischer Gesetzesvorschlag, der ein Social-Media-Verbot für Jugendliche unter 15 Jahren vorsah, wurde am 8. Juli von der EU-Kommission beanstandet. Der Entwurf sei nicht mit EU-Recht kompatibel, da die Zuständigkeit für Digitalpolitik primär auf europäischer Ebene liege. Auch Deutschland und Österreich prüfen ähnliche Beschränkungen.

Als Alternative zu pauschalen Verboten diskutieren Experten über technische Lösungen. Eine Expertenkommission für Jugendschutz legte gestern 56 Handlungsempfehlungen vor. Gefordert werden verbindliche Gestaltungspflichten nach dem Prinzip „Safety by Design“. Kommunale Verbände begrüßten die Vorschläge, mahnten jedoch eine gesicherte Finanzierung für ein vom Familienministerium angekündigtes Sofortprogramm an.

Zur technischen Umsetzung der Altersprüfung plant die EU ab Juli 2025 eine spezielle App zur Altersverifikation. Diese soll ab 2026 in die digitale Identitäts-Wallet integriert werden. Sie ermöglicht den Nachweis des Alters, ohne persönliche Identitätsdaten an Plattformbetreiber zu übermitteln. Aktuelle biometrische Verfahren zur Altersschätzung erreichen bei Minderjährigen eine Genauigkeit von etwa 1,4 Jahren.

Chatkontrolle verlängert, KI-Offensive gestartet

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Die EU-Kommission verlangt ab Juli 2025 eine Altersverifikations-App – ab 2026 Pflicht in der digitalen Identitäts-Wallet. Wer heute die Weichen stellt, vermeidet teure Nachrüstung. Dieser Leitfaden zeigt, wie Sie die Anforderungen rechtssicher umsetzen. Altersverifikations-Leitfaden jetzt sichern

Abseits der direkten Jugendschutzklagen traf das EU-Parlament gestern eine Entscheidung zur Chatkontrolle. In einer knappen Abstimmung wurde eine Übergangsregelung verlängert. Sie erlaubt Technologiekonzernen bis April 2028, private Nachrichten auf freiwilliger Basis nach Material über Kindesmissbrauch zu durchsuchen. Der Schutz Ende-zu-Ende-verschlüsselter Kommunikation blieb unangetastet – was Bürgerrechtler dennoch kritisch bewerteten.

Inmitten dieser regulatorischen Auseinandersetzungen treibt Meta seine technologische Expansion voran. Am 8. Juli veröffentlichte der Konzern den KI-Bildgenerator „Muse Image“. Das Tool basiert unter anderem auf öffentlichen Daten von Instagram-Nutzern. Trotz der Möglichkeit eines Widerspruchs (Opt-out) für erwachsene Nutzer warnten Verbraucherschützer vor den weitreichenden Datenpraktiken. Konten von Minderjährigen sind vom KI-Training laut Unternehmensangaben ausgenommen.

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