Magna Dorfprozelten: 216 Jobs weg – Werk schließt Mitte 2027
Veröffentlicht: 14.07.2026 um 22:34 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Der Betrieb endet bereits Mitte 2027 – deutlich früher als ursprünglich vereinbart. 216 Beschäftigte verlieren ihren Job.
Die Unternehmensführung begründet den Schritt mit einer anhaltend negativen Geschäfts- und Marktentwicklung. Trotz Investitionen und Kostensenkungsmaßnahmen habe sich die wirtschaftliche Lage nicht stabilisiert. Das Werk ist auf die Produktion von Außen- und Rückspiegeln spezialisiert. Andere Standorte wie Magna Steyr in Graz seien nicht betroffen.
Kritik an gebrochenen Zusagen
Bei Arbeitnehmervertretern sorgt die Ankündigung für scharfe Kritik. 2023 hatten sich Unternehmensleitung und Arbeitnehmerseite auf ein Eckpunktepapier zur Standortsicherung geeinigt. Die Vereinbarung sah vor, den Betrieb bis Ende 2028 fortzuführen – mit mindestens 250 Arbeitsplätzen. Damals waren noch rund 450 Mitarbeiter am Standort beschäftigt.
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Die IG Metall wirft der Konzernleitung Wortbruch vor. Die Gewerkschaft argumentiert, die zugesagten Maßnahmen seien nicht konsequent umgesetzt worden. Weder neue Produkte noch Verlagerungen hätten die Auslastung gesichert.
Hoffnungsträger gescheitert
Ein wesentlicher Faktor für das Aus ist offenbar das Scheitern einer neuen Technologie. Die LC-Spiegelglas-Technologie, eine innovative Lösung auf Basis von Flüssigkristallen, sollte in Dorfprozelten zur Serienreife gebracht werden. Der Freistaat Bayern förderte das Vorhaben.
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Doch die Technologie wurde nicht rechtzeitig marktfähig. Die Entwicklung ist nun eingestellt – dem Standort fehlt damit eine wichtige Zukunftsperspektive. Ohne die Serienreife dieser Technologie, so die IG Metall, gab es keine Grundlage für eine Weiterführung über 2027 hinaus.
Branche unter Druck
Die Schließung reiht sich in eine Serie von Sparmaßnahmen in der deutschen Automobilindustrie ein. Im dritten Quartal 2025 sank die Zahl der Beschäftigten um 6,3 Prozent. Umfragen zufolge planen derzeit rund 54 Prozent der Zulieferbetriebe einen Stellenabbau.
Auch die großen Hersteller spüren den Druck. Bei Volkswagen kursieren Berichte über einen möglichen Abbau von bis zu 100.000 Stellen bis 2030. Für Zulieferer wird das Umfeld durch den Transformationsdruck und die schwankende Nachfrage massiv schwieriger – Standortschließungen und Kapazitätsanpassungen sind die Folge.
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