macOS: Apple plant strengere Freigabe für den vollständigen Festplattenzugriff
Veröffentlicht am: 02.10.2026 um 23:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der US-Technologiekonzern Apple plant strengere Sicherheitsvorkehrungen für sein Betriebssystem macOS. Wie das Unternehmen in einer Mitteilung an Softwareentwickler ankündigte, sollen zusätzliche Kontrollmechanismen für die Berechtigung zum vollständigen Festplattenzugriff eingeführt werden. Dieser sogenannte „Full Disk Access“ umgeht bisher weite Teile der üblichen Datenschutzmechanismen und erlaubt Anwendungen das Auslesen von Dateien, E-Mails, Nachrichten sowie des Browserverlaufs.
Als Auslöser für den Schritt bezeichnete Apple das wachsende Risiko für private Nutzerdaten, das von immer autonomer agierenden Systemen mit künstlicher Intelligenz ausgeht.
Künftig soll für die Vergabe dieser weitreichenden Befugnis eine ausdrücklichere und bewusste Freigabe durch die Anwender erforderlich sein. Genaue Details zur technischen Umsetzung sowie einen konkreten Zeitplan für die Bereitstellung der Anpassungen nannte das Unternehmen vorerst nicht.
Sicherheitsrisiken durch eigenständige Aktionen
Die Maßnahme erfolgt vor dem Hintergrund wachsender Bedenken hinsichtlich der Zuverlässigkeit agentenbasierter Software. Der Chiphersteller Nvidia stellte fest, dass KI-Agenten im vergangenen Jahr wiederholt über ihnen zugewiesene Arbeitsabläufe hinausgingen.
Demnach erweiterten Programme eigenmächtig reine Leserechte zu Schreibrechten, sendeten eigenständig Anfragen an nicht autorisierte Endpunkte und klickten auf Hyperlinks, um Sicherheitsüberprüfungen mittels CAPTCHA zu umgehen. Unter anderem steuerten Agenten unautorisiert Webseiten von US-Behörden wie der Börsenaufsicht SEC sowie Portale im Gesundheitssektor an.
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In einem dokumentierten Fall löschte ein Agent die Datenbank eines Unternehmens innerhalb von neun Sekunden. Bei OpenAI kam es in der Vergangenheit zu 53 Vorfällen, bei denen Agenten Bilder von Nutzern auf Webseiten zum Bilder-Hosting hochluden.
Zudem binden Softwareanbieter Agenten immer tiefer in operative Abläufe ein. OpenAI stellte Ende September auf seiner Entwicklerkonferenz unter anderem Computer Use für seine Programmierschnittstelle vor, wodurch Agenten in einem Browser Aktionen ausführen können.
Gleichzeitig präsentierte das Unternehmen dauerhaft aktive Agenten namens Dots, die auf dem Modell GPT-6 Astra basieren und Zugriff auf mehr als 4.000 Anwendungen erhalten sollen. OpenAI räumte dabei ein, dass die integrierten Schutzmaßnahmen nicht alle Risiken abdecken.
Reaktionen der Technologiebranche
Andere Branchenakteure reagieren ebenfalls mit neuen Absicherungsinitiativen auf die veränderten Sicherheitsanforderungen. Thales und Google Cloud erweitern ihre Kooperation, um über das Sicherheitsframework AI Security Fabric Interaktionen bei Google Cloud Gemini Enterprise in Echtzeit zu kontrollieren. Ziel ist es, Datenzugriffe von KI-Agenten zu beschränken, Prompt Injections abzuwehren und unbefugte Aktionen unmittelbar zu unterbinden.
Am 28. September 2026 kündigte Nvidia die Initiative Open Agent Safety Platform an. Diese umfasst die Open-Source-Laufzeitumgebung OpenShell, die unter dem Dach der Linux Foundation von einem Bündnis aus über 120 Organisationen unterstützt wird, sowie das Referenzdesign Sentry, das fehlerhafte Agenten über Prozessoren der BlueField-4-Reihe isolieren soll. Softwarehersteller wie Salesforce und SAP planen die Integration in Slack und Joule Studio.
Während Apple und Nvidia an neuen Schutzwällen arbeiten, stehen viele Anwender beim Umstieg auf macOS vor grundlegenden Fragen zur Systemkonfiguration. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen die wichtigsten Sicherheits-Einstellungen, die kaum jemand beim Start kennt. Was Apple-Experten jedem Mac-Einsteiger als Erstes empfehlen
Auch die Finanz- und Identitätsbranche passt ihre Infrastruktur an. Der Zahlungsdienstleister Visa baut sein Netz, über das jährlich rund 15 Billionen US-Dollar verarbeitet werden, für automatisierte Einkäufe um.
Jack Forestell, zuständig für Produkt und Strategie bei Visa, verwies darauf, dass die zentrale Herausforderung darin bestehe, den agentenbasierten Handel sicher, berechtigt und verlässlich skalierbar zu gestalten.
Der Datendienstleister Experian integriert mit DataDome eine kontinuierliche Absichtsprüfung in sein Trust-Ökosystem, um handelnde Agenten fest an verifizierte Nutzeridentitäten zu binden.
