Lufthansa-Schlichtung ohne Ergebnis: Mediation läuft bis 15. November
Veröffentlicht am: 23.10.2026 um 00:48 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie Schlichtungsverhandlungen zwischen der Lufthansa und der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit sind ohne ein konkretes Ergebnis und ohne einen bindenden Schlichterspruch zu Ende gegangen.
Wie aus Branchenberichten hervorgeht, verzichteten die beiden Schlichter – der frühere hessische Ministerpräsident Roland Koch für die Unternehmensseite und Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow für die Gewerkschaftsseite – zunächst darauf, eigene formelle Lösungsvorschläge vorzulegen.
Stattdessen gaben der 68-jährige Koch und der 70-jährige Ramelow den Tarifparteien Empfehlungen für den weiteren Verhandlungsprozess mit auf den Weg. Beide Schlichter signalisierten zudem ihre Bereitschaft, sich an der fortlaufenden Mediation zu beteiligen.
Altersversorgung und Vergütung für rund 5.000 Piloten strittig
Das Schlichtungsverfahren hatte Ende August begonnen, nachdem vorangegangene Verhandlungsrunden festgefahren waren. Im Zentrum der Schlichtung standen die betriebliche Altersversorgung sowie der nächste Vergütungstarifvertrag für rund 5.000 Pilotinnen und Piloten der Kernmarke Lufthansa Classic und der Frachttochter Lufthansa Cargo.
Der formelle Schlichterspruch sollte dem ursprünglichen Zeitplan nach spätestens am 15. Oktober 2026 vorliegen. Aus Unternehmenskreisen verlautete jedoch bereits im Vorfeld, dass die Schlichtungsgespräche für die betroffenen Kernbereiche weitgehend ergebnislos geblieben seien.
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Parallele Mediation verhindert vorerst erneute Arbeitskämpfe
Trotz des ergebnislosen Abschlusses der Schlichtung sind unmittelbare Streiks derzeit nicht zu befürchten. Der Grund dafür liegt in einem parallel aufgesetzten Mediationsverfahren, das noch bis zum 15. November 2026 läuft. Diese Mediation befasst sich neben tariflichen Aspekten auch mit übergeordneten strategischen Fragestellungen.
Dazu gehören unter anderem Vereinbarungen über künftige Neueinstellungen, Zusagen zur Flottenentwicklung sowie die generelle künftige Größe der Kernmarke Lufthansa. Nach den vereinbarten Verfahrensregeln würde ein erfolgreiches Mediationsergebnis ein vorheriges Schlichtungsergebnis überschreiben.
Drohende Eskalation bei Scheitern der Mediationsgespräche
Der Tarifkonflikt hatte den Flugbetrieb der Fluggesellschaft im laufenden Jahr bereits empfindlich getroffen. Die Vereinigung Cockpit rief im Jahr 2026 bereits an sieben Tagen zu Streikmaßnahmen auf. Unter anderem kam es im Rahmen des Festakts zum 100-jährigen Bestehen der Lufthansa im April zu Ausfällen von hunderten Flügen.
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Sollten die aktuellen Mediationsgespräche bis Mitte November ebenfalls scheitern, droht eine erneute Zuspitzung der Lage. Da die Schlichtung ohne Schlichterspruch beendet wurde, steht den Verhandlungsparteien kein Rückgriff auf bereits erarbeitete Schlichtungsergebnisse mehr offen. In diesem Fall würde das Risiko neuer Arbeitskämpfe bei der Fluggesellschaft und ihrer Frachttochter wieder spürbar ansteigen.
Mehr zum Thema bei n-tv: „Lufthansa: Schlichtung mit Piloten ohne Ergebnis beendet - n“
