Lohnlücke, Arbeitnehmer

Lohnlücke: Deutsche verdienen 23,6% mehr als ausländische Arbeitnehmer

Veröffentlicht am: 22.08.2026 um 07:49 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die Verdienstlücke zwischen deutschen und ausländischen Vollzeitbeschäftigten beträgt 23,6 Prozent. Ausländer sind zudem überdurchschnittlich oft im Niedriglohnsektor tätig.

Lohngefälle in Deutschland: Ausländische Vollzeitkräfte verdienen 2025 deutlich weniger
Eine vielfältige Gruppe von Beschäftigten in einem modernen Büroflur während eines Schichtwechsels. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Das Bundesarbeitsministerium hat in diesen Tagen detaillierte Daten zur Lohnentwicklung in Deutschland vorgelegt, die eine erhebliche Diskrepanz zwischen den Einkommen deutscher Staatsbürger und ausländischer Arbeitnehmer offenbaren.

Den Angaben zufolge belief sich der Verdienstabstand zwischen diesen beiden Gruppen im Jahr 2025 auf 23,6 Prozent. Diese Zahlen verdeutlichen die anhaltenden strukturellen Unterschiede auf dem deutschen Arbeitsmarkt, insbesondere mit Blick auf die Entlohnung bei Vollzeitbeschäftigung.

Massive Differenzen beim Median-Entgelt

Die statistischen Auswertungen des Ministeriums, die im Zeitraum zwischen dem 20. und 22. August 2026 bekannt wurden, stützen sich auf die Daten des Vorjahres. Demnach lag das Median-Entgelt für deutsche Staatsangehörige in Vollzeit bei monatlich 4.396 Euro brutto. Im Gegensatz dazu erzielten ausländische Beschäftigte, die ebenfalls in Vollzeit arbeiteten, im selben Zeitraum lediglich ein Median-Einkommen von 3.358 Euro brutto pro Monat.

Das Median-Entgelt gilt in der Statistik als robusterer Wert gegenüber dem Durchschnitt, da es die Einkommensverteilung genau in zwei Hälften teilt und weniger durch extrem hohe oder niedrige Gehälter verzerrt wird. Der ermittelte Abstand von über 1.000 Euro monatlich unterstreicht die finanzielle Kluft, die zwischen den beiden Gruppen besteht.

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Überproportionale Belastung durch den Niedriglohnsektor

Ein wesentlicher Faktor für die Einkommensunterschiede ist die Verteilung der Arbeitnehmer auf verschiedene Lohnsegmente. Die Daten des Bundesarbeitsministeriums zeigen hier eine deutliche Schieflage. Während lediglich 12,3 Prozent der deutschen Vollzeitbeschäftigten im Niedriglohnsektor tätig waren, lag dieser Anteil bei ausländischen Arbeitskräften mit 30,6 Prozent mehr als doppelt so hoch.

Fast jeder dritte ausländische Arbeitnehmer in Vollzeit arbeitet somit zu Bedingungen, die statistisch als Niedriglohn eingestuft werden. Diese Konzentration in schlechter bezahlten Branchen oder Tätigkeitsfeldern trägt maßgeblich dazu bei, dass das gesamtwirtschaftliche Lohnniveau dieser Gruppe deutlich unter dem der deutschen Kollegen verbleibt.

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Hintergrund der Datenerhebung

Die Veröffentlichung dieser Zahlen durch das Bundesarbeitsministerium erfolgte als Reaktion auf eine parlamentagearische Anfrage der AfD-Fraktion. Die Antwort des Ministeriums liefert damit eine aktuelle Faktenbasis für die Debatte um die Integration von Migranten in den deutschen Arbeitsmarkt und die Qualität der dort besetzten Stellen.

Experten weisen in diesem Zusammenhang häufig darauf hin, dass neben der Branche auch Faktoren wie Qualifikationsniveau, Berufserfahrung und Sprachkenntnisse eine Rolle bei der Lohnfindung spielen.

Die nun vorliegenden Daten für das Jahr 2025 bestätigen jedoch, dass die Staatsangehörigkeit weiterhin mit signifikanten Unterschieden in der monatlichen Bruttoentlohnung korreliert. Weitere Analysen müssten zeigen, inwieweit diese Lücke durch strukturelle Maßnahmen in der Arbeitsmarktpolitik geschlossen werden kann.

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