Lieferketten: EU plant Drei-Quellen-Regel gegen China-Abhängigkeit
05.06.2026 - 22:24:02 | boerse-global.de
Die Europäische Kommission plant verbindliche Vorgaben, um die Abhängigkeit europäischer Firmen von einzelnen Lieferanten drastisch zu reduzieren. Im Fokus: die einseitige Bindung an den chinesischen Markt.
EU-Handelskommissar Maros Sefcovic erklärte heute, dass Brüssel derzeit Vorschriften für strategisch wichtige Sektoren prüft. Ein Kernpunkt: Kritische Komponenten oder Rohstoffe sollen künftig von mindestens drei verschiedenen Quellen bezogen werden müssen. Ziel ist es, das Risiko von Lieferausfällen und politischer Erpressbarkeit zu minimieren.
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Wirtschaftliche Sicherheit als Gipfelthema
Die Initiative ist Teil einer umfassenden Überprüfung der EU-Handelsschutzinstrumente, die bis zum dritten Quartal 2026 abgeschlossen sein soll. Das Thema steht auch auf der Agenda des EU-Gipfels am 18. und 19. Juni. Die Staats- und Regierungschefs beraten dort über Strategien, die europäische Wirtschaft resilienter gegen globale Krisen und einseitige Abhängigkeiten zu machen.
Der Hintergrund: Die Materialbeschaffung bereitet der Industrie weiterhin Probleme. Im Mai berichteten rund 15,9 Prozent der deutschen Industriebetriebe von Engpässen. Branchenanalysen zeigen zudem eine tiefe Spaltung im Wettbewerb um saubere Technologien. Während Länder wie Indien auf strategische Autonomie setzen, bleibt die globale Industrie bei Vorprodukten wie Polysilizium oder Wafern in hohem Maße von chinesischen Lieferketten abhängig.
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Transatlantischer Handel unter Druck
Parallel zur China-Strategie versucht die EU, die Handelsbeziehungen zu den USA zu stabilisieren. Sefcovic traf heute in Paris mit US-Handelsbeauftragtem Jamieson Greer zusammen. Die EU forderte die Wiederherstellung der Zollniveaus, die ursprünglich in einem Abkommen vom Juli 2025 vereinbart worden waren.
Die Gespräche gestalten sich schwierig. Von US-Seite stehen neue Zölle im Raum, die unter anderem Produkte aus Zwangsarbeit betreffen könnten. Gleichzeitig drohen Sonderzölle von bis zu 25 Prozent auf europäische Autos. Die EU hat für diesen Fall bereits Gegenmaßnahmen mit Anti-Zwangs-Instrumenten in Aussicht gestellt.
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