Landesbanken erholen sich bei Immobilienfinanzierung
05.05.2026 - 15:48:56 | boerse-global.deInstitute wie LBBW und Helaba haben ihre Marktposition in einem stabilisierenden Umfeld gezielt ausgebaut.
Der Immobilienmarkt zeigt im ersten Halbjahr 2026 klare Anzeichen einer Belebung. Das Volumen neu ausgereichter Immobilienkredite stieg 2025 um 15,7 Prozent auf 148,6 Milliarden Euro. Das meldet der Verband deutscher Pfandbriefbanken (vdp).
Besonders Wohnimmobilien sind gefragt: Hier legte das Segment um 17,5 Prozent auf 92,6 Milliarden Euro zu. Kredite für Mehrfamilienhäuser schnellten um 27,4 Prozent nach oben, Ein- und Zweifamilienhäuser verzeichneten ein Plus von 16,3 Prozent.
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Gewerbeimmobilien stabilisieren sich
Auch der lange schwächelnde Gewerbeimmobilienmarkt erholt sich. Das Neugeschäft legte um 12,9 Prozent auf 56 Milliarden Euro zu. Der Trend zum Homeoffice und hohe Zinsen hatten den Sektor zuvor belastet.
Die Landesbanken spielen dabei eine zentrale Rolle. Ihre enge Verbindung zum Sparkassenverbund sichert den Zugang zu regionalen Märkten. Gleichzeitig begleiten sie großvolumige internationale Projekte.
LBBW mit zweitbestem Ergebnis der Geschichte
Die LBBW verbuchte 2024 ein Konzernergebnis vor Steuern von 1,232 Milliarden Euro. Das sind zwar zehn Prozent weniger als im Rekordvorjahr, aber das zweitbeste Ergebnis der Unternehmensgeschichte.
Das Neugeschäft in der Immobilienfinanzierung blieb mit rund 13 Milliarden Euro stabil. Die Integration der Berlin Hyp zahlte sich aus: Allein die Tochter steuerte sieben Milliarden Euro bei.
Im ersten Halbjahr 2025 legte die LBBW weiter zu. Der Gewinn im Segment Immobilien- und Projektfinanzierung stieg auf 205 Millionen Euro – nach 197 Millionen im Vorjahreszeitraum. CEO Rainer Neske betonte die Leistungsstärke der Bank trotz enormer Herausforderungen.
Bemerkenswert: Rund die Hälfte des Neugeschäfts im Immobilienbereich entfällt auf nachhaltige Finanzierungen.
Helaba auf Rekordkurs
Die Helaba erzielte 2024 ebenfalls einen neuen Höchstwert. Das Konzernergebnis vor Steuern stieg um 6,3 Prozent auf 767 Millionen Euro. Grund waren Entlastungen bei der Risikovorsorge und ein deutliches Wachstum beim Provisionsüberschuss.
Helaba-Chef Thomas Groß hat ein klares Ziel: Ab 2027 will die Bank ein Vorsteuerergebnis von einer Milliarde Euro erreichen. Dafür setzt das Institut verstärkt auf das nicht-zinstragende Geschäft und investiert massiv in IT und KI-Projekte.
Im Immobiliensegment halfen zudem Wertaufholungen auf eigene Bestände. Das Ergebnis aus als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien stieg auf 289 Millionen Euro.
Altlasten bereinigt
Die Landesbanken haben ihre Altlasten konsequent abgearbeitet. Im Sommer 2025 zahlten mehrere Institute Vergleiche in die Insolvenzmasse des Signa-Imperiums. Die Helaba beteiligte sich mit 26,5 Millionen Euro, die BayernLB mit 2,1 Millionen und die Deutsche Pfandbriefbank mit 3 Millionen.
Für viele Beobachter war das ein wichtiger Schritt zum Abschluss der Turbulenzen um großvolumige Projektentwicklungen.
Gleichzeitig haben die Banken ihre Risikovorsorge professionalisiert. Bei der LBBW sank sie im Frühjahr 2025 auf 150 Millionen Euro, nach 180 Millionen im Vorjahr. Das proaktive Management der Bestandsportfolios steht bei allen großen Landesbanken im Fokus.
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Marktumfeld bleibt volatil
Die Übernahmeofferte der UniCredit für die Commerzbank zeigt die Dynamik im deutschen Bankensektor. Während private Institute vor einer Konsolidierung stehen, präsentieren sich die Landesbanken als stabile Akteure.
vdp-Hauptgeschäftsführer Jens Tolckmitt erklärte bereits im März 2026: Die zweijährige Abschwungphase am Immobilienmarkt läuft aus.
Doch die Kapitalmärkte bleiben volatil. Steigende Energiepreise infolge geopolitischer Spannungen im Nahen Osten treiben die Inflationserwartungen. Die Renditen zehnjähriger Bundesanleihen kletterten auf den höchsten Stand seit 2011.
Die Bauzinsen liegen im Schnitt wieder bei etwa 3,8 Prozent für zehnjährige Darlehen. Für Bauherren mit geringem Eigenkapital werden vermehrt Zinssätze von über 4 Prozent aufgerufen. Die Landesbanken reagieren mit individuellen Beratungslösungen und verstärkter Nutzung von Fördermitteln.
Ausblick: ESG-Expertise als Trumpf
Für den weiteren Jahresverlauf 2026 erwarten Branchenvertreter eine Seitwärtsbewegung bei den Immobilienpreisen. Die Nachfrage dürfte sich auf moderatem Niveau stabilisieren.
Die Landesbanken planen, ihre Marktanteile durch den Ausbau der ESG-Expertise zu sichern. Bei der LBBW entfallen bereits 60 Prozent des Neugeschäfts in der Projektfinanzierung auf nachhaltige oder sozial orientierte Vorhaben.
2027 stehen ehrgeizige Gewinnziele an. Die LBBW strebt eine Eigenkapitalrentabilität vor Steuern von rund 7,8 Prozent an. Die Helaba fokussiert auf die Optimierung ihrer Kosten-Ertrags-Relation, die zuletzt bei 61,7 Prozent lag.
Die Konsolidierung innerhalb der Landesbanken-Gruppe scheint vorerst abgeschlossen. Die Institute konzentrieren sich auf organisches Wachstum und die Pflege ihrer Kernmärkte. Sie haben bewiesen, dass sie durch konservative Kreditvergabe und moderne Portfoliosteuerung auch in schwierigen Zeiten profitabel agieren können.
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