Kuka-Roboter in Russland: Mindestens 25 Anlagen trotz Sanktionen eingeführt
Veröffentlicht am: 27.09.2026 um 22:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Trotz internationaler Sanktionen gegen Moskau sind im Jahr 2024 offenbar zahlreiche Industrieroboter des Augsburger Herstellers Kuka nach Russland gelangt.
Das Recherchezentrum Correctiv berichtet unter Berufung auf russische Zolldaten, dass das russische Unternehmen Industrial Robotics im betreffenden Zeitraum mindestens 25 Kuka-Schweißroboter samt Zubehör eingeführt habe. Die Berichterstattung griff unter anderem die Augsburger Allgemeine am 27. September 2026 auf.
Die Zolldokumente und begleitenden Unterlagen werfen Fragen zu den Lieferketten und den Vertriebswegen der Hochtechnologie auf. Konformitätsbescheinigungen, die für den Zeitraum von 2024 bis Mai 2026 ausgestellt wurden, führten Kuka ausdrücklich als Hersteller und Augsburg als Produktionsstandort auf.
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Nach Angaben des Maschinenbauers bezogen sich diese Bescheinigungen jedoch allgemein auf eine Produktfamilie und belegten keine konkrete Auslieferung bestimmter Anlagen durch das Unternehmen.
Kuka weist direkte Russland-Lieferungen zurück
Der Automatisierungskonzern Kuka wies Vorwürfe eines vorsätzlichen Sanktionsbruchs zurück. Das Unternehmen betonte, seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine keine Lieferungen mehr nach Russland getätigt zu haben. Als Reaktion auf den Kriegsausbruch und die daraufhin verhängten Handelsbeschränkungen hatte der Konzern sein direktes Russland-Geschäft nach eigenen Angaben eingestellt.
Im Fokus der Nachforschungen steht auch ein Vertriebspartner in Asien. Kuka erklärte dazu, seit 2025 keine Lieferungen mehr an den chinesischen Partner Qingdao Prosperous Industry getätigt zu haben. Bei vorangegangenen Transaktionen hätten die vorliegenden Endverbleibserklärungen stets China als finales Bestimmungsland ausgewiesen, womit ein Weitertransport in sanktionierte Gebiete vertraglich ausgeschlossen gewesen sei.
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Mögliche Umgehung über den Sekundärmarkt
Wie die empfindlichen Schweißsysteme dennoch in den Besitz des russischen Betriebs Industrial Robotics gelangen konnten, bleibt Gegenstand von Aufklärungsversuchen. Kuka verwies darauf, dass die betroffenen Anlagen über Drittländer und Zwischenhändler nach Russland gelangt sein könnten.
Als plausible Wege für die Roboter nannte das Unternehmen Weiterverkäufe durch Kunden, die Auflösung älterer Lagerbestände sowie Transaktionen auf dem weltweiten Gebrauchtmarkt.
Auf solchen Sekundärmärkten haben Hersteller westlicher Industriegüter oft nur sehr begrenzte Kontrollmöglichkeiten über den tatsächlichen Endverbleib ihrer Produkte. Dennoch geraten exportorientierte Maschinenbauer zunehmend unter Druck der Aufsichtsbehörden, auch nachgelagerte Lieferketten strenger zu überwachen, um Schlupflöcher in den Sanktionsregimen zu schließen.
