Kündigungsschutz in Elternzeit: BAG stärkt Rechte mit neuem Urteil
27.06.2026 - 05:42:02 | boerse-global.de
Der Vorwurf: Die Unternehmerin habe trotz bekannter Risikoschwangerschaft übermäßige körperliche Arbeit verlangt – mit fatalen Folgen.
Klage in Los Angeles eingereicht
Am 22. Juni 2026 landete der Fall vor dem Obersten Gerichtshof von Los Angeles. Die Klägerin war ab November 2024 für Jenner tätig. Bereits im Dezember 2024 informierte sie ihre Arbeitgeberin über die Risikoschwangerschaft.
Trotzdem musste sie weiterhin schwere körperliche Arbeit leisten. An Silvester 2024 transportierte sie ohne Hilfe schwere Lebensmittel – mit Schwindel und Atemnot als Folge. Am 1. Februar 2025 brach sie während einer Geburtstagsfeier in Palm Springs zusammen. Am nächsten Morgen erlitt sie eine Fehlgeburt.
Promi-Status schützt nicht vor Gesetzen
„Ein prominenter Status entbindet nicht von der Einhaltung geltender Arbeitsgesetze“, betont Della Shaker, Anwältin der Klägerin. Die Klage umfasst Schwangerschaftsdiskriminierung, Belästigung, unrechtmäßige Kündigung und Lohnverstöße. Auch die Einstufung als Selbstständige sei fehlerhaft gewesen. Die Klägerin fordert Schadenersatz.
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BAG stärkt Kündigungsschutz in Elternzeit
Parallel dazu hat das Bundesarbeitsgericht (BAG) in Deutschland die Rechte von Eltern gestärkt. Mit Urteil vom 18. Juni 2026 (Az. 2 AZR 213/25) entschieden die Richter: Der Kündigungsschutz nach dem Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG) gilt für jeden beantragten Elternzeitabschnitt einzeln.
Im konkreten Fall war eine Kündigung vom Oktober 2024 unwirksam. Der Arbeitnehmer hatte mehrere Elternzeitphasen in einem Schreiben beantragt. Der Schutz für den nächsten Abschnitt im November 2024 griff bereits zum Kündigungszeitpunkt. Wichtig für Betroffene: Eine Kündigungsschutzklage muss innerhalb von drei Wochen eingereicht werden.
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Die Diskussion um Gesundheit am Arbeitsplatz betrifft auch ältere Arbeitnehmer. Die Bundesregierung plant weitreichende Änderungen bei der Altersteilzeit. Das Blockmodell, das rund 80 Prozent der Nutzer wählen, soll wegfallen. Zudem steigt das Einstiegsalter von 55 auf 58 Jahre.
Hintergrund ist eine größere Rentenreform. Das Renteneintrittsalter steigt bis 2031 schrittweise auf 67 Jahre – und wird danach an die Lebenserwartung gekoppelt. Für besonders belastete Berufsgruppen sind Ausnahmen im Gespräch. Gewerkschaften wie Verdi kritisieren die Pläne scharf. Die Maßnahmen sollen den Fachkräftemangel bekämpfen. Doch die Frage bleibt: Wie lange können Beschäftigte wirklich durchhalten?
