Krypto-Richtlinie, DAC8

Krypto-Richtlinie DAC8: Börsen müssen Nutzerdaten bis Juli 2027 melden

16.06.2026 - 05:18:03 | boerse-global.de

EU zwingt Krypto-Börsen zur Offenlegung von Nutzerdaten, während die Schweiz veraltete Regeln beklagt und die USA Betrug an Automaten bekämpft.

Globale Regulierungswelle: Neue Pflichten für Krypto-Anbieter
Krypto-Richtlinie - Eine dunkle Silhouette beobachtet ein leuchtendes, abstraktes Kryptowährungsnetzwerk auf einer Weltkarte mit herabfallendem Binärcode. 16.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Neue Gesetze zwingen Krypto-Anbieter zur Datenweitergabe, während Ermittler in der Schweiz vor veralteten Regeln warnen. Gleichzeitig steigen die Betrugszahlen an Krypto-Automaten dramatisch.

EU zwingt Krypto-Börsen zur Offenlegung

Seit Jahresbeginn greifen in der Europäischen Union weitreichende Transparenzvorschriften für Krypto-Dienstleister. Die Richtlinie DAC8 verpflichtet Anbieter wie Bison, Bitpanda, Kraken, Binance und Coinbase, detaillierte Nutzer- und Transaktionsdaten an das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) zu melden.

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Die Pflicht umfasst Name, Anschrift und Steuer-ID sowie alle Transaktionsdaten – von Salden über Ein- und Auszahlungen bis zu Käufen und Verkäufen. Wer die geforderte Selbstauskunft verweigert, riskiert innerhalb von 60 bis 90 Tagen eine Kontosperre. Hinzu kommen Bußgelder von bis zu 50.000 Euro.

Die Daten für das laufende Jahr müssen die Unternehmen bis zum 31. Juli 2027 melden. Die Finanzämter dürfen anschließend bis zu zehn Jahre prüfen, in schweren Fällen sogar 15 Jahre.

Schweiz: „Veraltete Regeln lähmen die Justiz“

Während die EU vorprescht, kämpft die Schweiz mit veralteten Strukturen. Bundesanwalt Stefan Blättler schlägt Alarm: Die strafprozessualen Regeln stammten aus der vordigitalen Ära und erschwerten die Verfolgung von Wirtschaftskriminalität massiv.

Das Problem: Beschuldigte können Beweismittel systematisch versiegeln lassen. Während der Zugriff auf riesige Datenmengen verzögert wird, laufen die Verjährungsfristen einfach weiter. Zwar gelangen zuletzt Verurteilungen gegen große Handelshäuser und mehrere Banken, doch prominente Verfahren – etwa der Mozambik-Skandal bei der Credit Suisse – mussten eingestellt werden.

Neue Sorgfaltspflichten sollen im Oktober 2026 in Kraft treten. Doch im Parlament gibt es Bestrebungen, die Regeln zugunsten der Wettbewerbsfähigkeit abzuschwächen.

Österreich: Kleinstunternehmen sollen entlastet werden

In Österreich drängt der Fachverband Finanzdienstleister auf Erleichterungen für Einpersonenunternehmen (EPU) bei der Umsetzung des Finanzmarkt-Geldwäschegesetzes. Fachverbandsobmann Hannes Dolzer argumentiert: Bei sehr kleinen, einfach strukturierten Firmen könne auf eine unabhängige interne Prüfstelle verzichtet werden.

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Stattdessen solle der Einzelunternehmer selbst die Funktion des Geldwäschebeauftragten übernehmen – das spare unnötige Kosten. Eine formelle Zustimmung der Finanzmarktaufsicht (FMA) steht allerdings noch aus.

USA: Scharfe Regeln für Krypto-Automaten

Parallel dazu nimmt der US-Kongress den Betrug an Krypto-Geldautomaten ins Visier. Ein überparteilicher Gesetzentwurf sieht Tageslimits von 2.000 Dollar für Neukunden und ein Gesamteinzahlungslimit von 10.000 Dollar vor.

Der Hintergrund ist alarmierend: Laut FBI stiegen die Verluste durch Betrug an solchen Automaten im Jahr 2025 auf über 333 Millionen Dollar. Besonders betroffen: Menschen über 60 Jahre.

Italien: Illegale Parallelbanken nach China enttarnt

Wie dringlich die Überwachung bleibt, zeigen aktuelle Ermittlungserfolge. In Norditalien deckte die Finanzwache ein System illegaler Parallelbanken auf. Über Briefkastenfirmen wurden mehr als 200 Millionen Euro nach China transferiert.

Die Organisation nutzte dafür unter anderem unrechtmäßig bezogene staatliche Hilfsgelder aus der Pandemie-Zeit.

Hessen: Schloss mit Russland-Verbindung steht zum Verkauf

Auch Immobilien rücken in den Fokus der Behörden. In Hessen wird derzeit ein Schloss angeboten, dessen Eigentümer in einen massiven russischen Bankenskandal verwickelt sein sollen. Russische Gerichte ordneten bereits die Einziehung von Millionenbeträgen an, nachdem einer Handelsbank wegen Geldwäsche und illegaler Kapitalausfuhr die Lizenz entzogen worden war.

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