Krebsrisiko: Fünf Minuten intensive Bewegung senken Gefahr um 22%
06.07.2026 - 22:43:18 | boerse-global.de
Das zeigen aktuelle Daten zur Bekämpfung von Bewegungsmangel. Die Botschaft der Experten ist klar: Wer sich regelmäßig bewegt und seine Core-Muskulatur trainiert, kann chronischen Erkrankungen effektiv vorbeugen.
Sarkopenie: Der heimliche Muskelräuber
Der altersbedingte Muskelschwund betrifft rund 10 Prozent der 60-Jährigen. Bei den über 80-Jährigen sind es bereits 50 Prozent. Die Österreichische Gesellschaft für Geriatrie und Gerontologie (ÖGGG) empfiehlt dagegen schon eine wöchentliche Trainingseinheit mit hoher Intensität.
Doch allein trainieren reicht nicht. Die Versorgung mit Eiweiß und Vitamin D ist entscheidend für den Muskelerhalt. Und wer viel sitzt, riskiert mehr: Pro Stunde steigt die Krebssterblichkeit um 9 bis 10 Prozent. Die gute Nachricht: Fünf Minuten intensive Bewegung pro Tag senken dieses Risiko um 22 Prozent.
Hollow Body Rocks: Die unterschätzte Core-Übung
Ein bekannter Fitnesstrainer schwört auf „Hollow Body Rocks“. Bei dieser Übung liegt man auf dem Rücken, streckt Arme und Beine aus und wippt. Klingt einfach, ist aber hocheffektiv für die Tiefenmuskulatur. Einsteiger sollten zunächst die Position ohne Wippen 30 Sekunden halten.
Auch beim klassischen Plank gibt es neue Richtwerte: Frauen sollten 30 bis 60 Sekunden durchhalten, Männer 45 bis 90 Sekunden. Für Menschen über 60 empfehlen Fachleute spezifische Bodenübungen für den unteren Rücken – mit bis zu 90 Sekunden Haltezeit.
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Die Glasgow-Studie: 30 Minuten Sitzen sind kritisch
Die Universität Glasgow wertete Daten von 91.292 Personen über zwölf Jahre aus. Ergebnis: Sitzphasen von mehr als 30 Minuten erhöhen das Sterberisiko signifikant. Wer täglich 60 Minuten Sitzen durch leichte Bewegung ersetzt, senkt das Risiko um 12 Prozent.
Parallel dazu forscht die Universität Leipzig im Exzellenzcluster LeiCeM an neuen Ansätzen gegen Herzschäden durch das metabolische Syndrom. Bluthochdruck, Übergewicht und Diabetes sind die Treiber. Ein Mineralstoff könnte helfen: 360 mg Magnesium täglich senken den diastolischen Blutdruck um bis zu 10 mmHg.
EMS-Training: Effektiv, aber nicht für jeden
Elektromyostimulation verspricht in 20-minütigen Einheiten ähnliche Kraftzuwächse wie klassisches Training. Die elektrischen Impulse werden über einen Spezialanzug an die Muskulatur abgegeben. Doch Vorsicht: Hautreizungen sind möglich. Für Menschen mit Herzschrittmachern oder Krebserkrankungen ist EMS tabu.
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Physiotherapie: Neue Freiheiten zeigen Wirkung
Seit November 2024 dürfen Physiotherapeuten bei über 100 Schulterdiagnosen eigenständig über Frequenz und Art der Behandlung entscheiden. Die Blankoverordnung zeigt erste Erfolge: Die Gelenkfunktion und Lebensqualität der Patienten haben sich signifikant verbessert.
Für alle, die zu Hause trainieren wollen, gibt es ab dem 22. Juli 2026 neue Folgen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Die Programme sind auf tägliche 15-Minuten-Einheiten ausgelegt und stärken Tiefenmuskulatur und Gleichgewicht.
Dass extreme Belastungen möglich sind, bewies Simon Gronau: Er stellte nach 100 aufeinanderfolgenden HYROX-Pro-Rennen einen neuen Weltrekord auf. Ohne Ruhetag.
