Krankenstand sinkt – psychische Erkrankungen auf Rekordhoch
03.05.2026 - 07:45:11 | boerse-global.deDas sind 0,35 Tage weniger als im Vorjahreszeitraum. Doch die gute Nachricht hat einen Haken: Psychische Erkrankungen erreichten mit 0,99 Fehltagen einen neuen Höchstwert.
Besonders betroffen sind Branchen wie Pflege und Gastronomie. Dort rücken Gefährdungsbeurteilungen nun verstärkt ins Visier von Aufsichtsbehörden. Fehlende Risikoanalysen führen nicht nur zu gesundheitlichen Schäden, sondern belasten auch die Wirtschaft massiv.
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Mangelhafte Gefährdungsbeurteilungen werden teuer
Das Regierungspräsidium Darmstadt kontrollierte 2025 rund 4.500 Betriebe und 3.000 Baustellen. Ergebnis: Fehlende Gefährdungsbeurteilungen gehören zu den häufigsten Mängeln. Die Behörde fordert einen ganzheitlichen Ansatz – inklusive psychischer Gesundheit.
Ein Urteil aus Großbritannien zeigt, was Versäumnisse kosten können. Der Cardiff Magistrates‘ Court verurteilte eine Universität zu 280.000 Pfund Strafe. Grund: Unzureichende Risikokontrollen in Laboren führten zu chronischem Berufsasthma bei Mitarbeitern.
Die International Labour Organization (ILO) beziffert die Zahl der jährlichen Todesfälle durch arbeitsbedingte Gesundheitsprobleme auf über 840.000 weltweit. In Europa gehen rund 1,43 Prozent des Bruttoinlandsprodukts durch solche Belastungen verloren. Jeder dritte Arbeitnehmer berichtet über Stress, Depressionen oder Angstzustände.
Pflegepersonal am Limit
Die WHO/Europa wies im Mai 2026 auf die prekäre Lage des Gesundheitspersonals hin. Eine Umfrage aus dem Herbst 2025 mit über 90.000 Teilnehmern zeigt: Rund ein Drittel der Beschäftigten im Gesundheitswesen leidet unter Depressionen oder Angstzuständen. Jeder zehnte Befragte gab sogar Suizidgedanken an.
Für Arbeitgeber in der Pflege bedeutet das: Die Gefährdungsbeurteilung muss Faktoren wie Schichtdienst, Zeitdruck und emotionale Belastung systematisch erfassen. Eine britische Studie vom 1. Mai 2026 belegt: 60 Prozent der Mitarbeiter lassen ihre Gesundheit in die Entscheidung einfließen, bei einem Arbeitgeber zu bleiben. Doch nur 36 Prozent sind mit der Unterstützung ihres Betriebs zufrieden.
Stehen wird zum Gesundheitsrisiko
Muskel-Skelett-Erkrankungen sind die dritthäufigste Ursache für Krankschreibungen. Besonders betroffen: Berufe mit langen Stehzeiten wie Gastronomie oder Sicherheitsgewerbe. Das Hauptrisiko ist nicht Sitzen oder Stehen an sich – sondern die statische Körperhaltung.
Peru hat darauf reagiert. Seit dem 1. Mai 2026 müssen Arbeitgeber Mitarbeitern, die drei Stunden oder länger ununterbrochen stehen, Sitzgelegenheiten für Ruhepausen bereitstellen. Experten empfehlen für Deutschland regelmäßige Haltungswechsel alle 30 bis 60 Minuten.
Milliardenverluste durch Präsentismus
Die wirtschaftlichen Folgen sind enorm. Ein Bericht der CSA Group vom 1. Mai 2026 beziffert die jährlichen Kosten für psychische Gesundheit in Kanada auf 180 Milliarden Dollar. Davon tragen Arbeitgeber rund 110 Milliarden Dollar durch Produktivitätsverluste. Besonders kritisch: Nur 14 Prozent der Ausgaben fließen in Prävention. 90 Prozent der Produktivitätsverluste entstehen durch Präsentismus – Arbeiten trotz Krankheit.
Deutschland versucht gegenzusteuern. Der Bundestag beschloss Ende April 2026 eine steuerfreie Entlastungsprämie von bis zu 1.000 Euro. Arbeitgeber können sie bis Mitte 2027 gewähren. Das Bundesgesundheitsministerium plant zudem eine Teilarbeitsunfähigkeit ab 2027. Langzeiterkrankte sollen stundenweise zurückkehren können, während sie anteiliges Krankengeld beziehen.
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Neue Regeln ab 2027
Bis zum 7. Juni 2026 muss die EU-Lohntransparenzrichtlinie in nationales Recht umgesetzt werden. Das erhöht den Druck auf Arbeitgeber, faire und gesundheitsförderliche Arbeitsstrukturen nachzuweisen. Vietnam brachte am 2. Mai 2026 ein modernisiertes Arbeitsschutzgesetz auf den Weg.
Ab 2027 verschärfen sich zudem die Regeln für Krankengeldbezüge. Die Höchstbezugsdauer von 78 Wochen wird künftig krankheitsunabhängig berechnet. Betriebliche Gesundheitsförderung könnte laut Branchenschätzungen die Ausfälle um bis zu 25 Prozent reduzieren. Angesichts sinkender Geburtenraten und alternder Belegschaften wird das zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil.
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