Krankenstand: Psychische Erkrankungen steigen um 14,3 Prozent
10.06.2026 - 03:03:13 | boerse-global.de
Das ist das zentrale Thema der 21. Nationalen Branchenkonferenz Gesundheitswirtschaft, die heute in Rostock startet. Steigende Fehlzeiten und neue gesetzliche Vorgaben machen strategisches Gesundheitsmanagement für Unternehmen unverzichtbar.
Psychische Erkrankungen treiben Krankenstand
Der Handlungsbedarf ist enorm. Laut DAK-Analyse stieg der Krankenstand im ersten Halbjahr 2024 auf 5,7 Prozent. Besonders auffällig: Psychische Erkrankungen legten um 14,3 Prozent zu – auf 182 Fehltage je 100 Versicherte.
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Die Unterschiede zwischen den Branchen sind krass. Beschäftigte in Alten- und Pflegeheimen fehlten durchschnittlich 13,7 Tage. IT-Berufe kamen dagegen auf nur 6,6 Fehltage.
Die Techniker Krankenkasse bestätigt den Trend. Für Januar bis November 2025 ermittelte sie durchschnittlich 17 Krankheitstage – 2021 waren es noch 13. Ein Alarmzeichen für HR-Abteilungen: Laut Pronova-BKK gaben 60 Prozent der Beschäftigten an, sich schon einmal krankgemeldet zu haben, obwohl sie arbeitsfähig waren.
Neue Regeln für Sicherheit und Hitzeschutz
Der Gesetzgeber reagiert. Am 29. Mai trat die Novellierung des § 22 SGB VII in Kraft – mit neuen Regelungen für Sicherheitsbeauftragte. Das DGUV Barometer 2026 warnt zudem vor Vernachlässigung des Arbeitsschutzes in wirtschaftlich schwierigen Zeiten.
Ein aktuelles Thema ist der systematische Hitzeschutz. Zum bundesweiten Hitzeaktionstag am 11. Juni empfiehlt die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung präventive Maßnahmen: elektrolythaltige Getränke bereitstellen, Arbeitsumgebungen kühlen.
Auch technische Neuerungen kommen auf Unternehmen zu. Die neue Brandklasse L für Lithium-Ionen-Batterien (ISO 3941:2026) erfordert Anpassungen im Brandschutz. Und seit dem 1. Juni läuft das Carnet-Verfahren für den Warenverkehr zwischen EU, Schweiz, Großbritannien und Norwegen volldigital – weniger Bürokratie im internationalen Handel.
Personalbindung wird zur Chefsache
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Der Fachkräftemangel zwingt Unternehmen zu kreativen Lösungen. Digitale Plattformen für flexible Essenszuschüsse entlasten HR-Teams und steigern die Attraktivität als Arbeitgeber.
Ein besonderer Fokus liegt auf der Pflegebranche. Die AOK Bayern und die Hochschule Allensbach starten ein Projekt zum gesunden Onboarding neuer Pflegekräfte. Die Pilotphase läuft 2026, der flächendeckende Einsatz ist für 2027 geplant.
Beim Tag der Personaldienstleister am 23. Juni in Berlin stehen neben dem neuen GVP-Tarifwerk auch Compliance und Tarifreue auf der Agenda. GVP-Präsident Christian Baumann sieht erste Lichtblicke in der Marktentwicklung. Die DAK bietet Ende Juni gezielte Informationsveranstaltungen zur Integration ausländischer Beschäftigter und zum betrieblichen Gesundheitsmanagement an.
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