Krankenstand 5,4 Prozent: Psychische Erkrankungen verdrängen Rückenschmerzen
30.05.2026 - 22:50:15 | boerse-global.de
Immer mehr Unternehmen reagieren mit präventiven Maßnahmen – und entdecken Gesundheit als Wettbewerbsfaktor.
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Psychische Erkrankungen auf dem Vormarsch
Die DAK-Gesundheit meldet für 2025 einen durchschnittlichen Krankenstand von 5,4 Prozent. Pro versichertem Beschäftigten waren es 19,5 Fehltage. Besonders psychische Erkrankungen legten um 6,9 Prozent zu – auf 366 Fehltage pro 100 Versicherte. Damit verdrängten sie Muskel-Skelett-Erkrankungen auf Platz drei der Statistik.
Die Unterschiede zwischen den Branchen sind enorm. Im Gesundheitswesen fehlten Mitarbeiter an 22,5 Tagen (Quote: 6,2 Prozent). In der Datenverarbeitung waren es nur 12,6 Tage (Quote: 3,4 Prozent). DAK-Vorstand Andreas Storm fordert deshalb einen Krankenstands-Gipfel im Kanzleramt und schlägt Teilkrankschreibungen vor – als Brücke zurück in den Job.
Von VR-Brillen bis Stretching
Viele Organisationen nutzten die letzten Maitage für gezielte Gesundheitstage. Die Schwerpunkte: psychische Resilienz und ergonomische Arbeitsabläufe.
Am 29. Mai setzte die Firma Mahlo Germany auf moderne Entspannungsverfahren – inklusive VR-Brillen. Parallel dazu organisierte VDH Germany mit der AOK einen Kurs zum richtigen Heben und Tragen. Einen Tag zuvor endete bei SWAN in Augsburg eine Veranstaltungsreihe mit Workshops zur Resilienz und Herzratenvariabilitäts-Screenings.
Das Landratsamt Würzburg legte den Fokus auf Herzgesundheit. Die Sparkasse Bodensee setzt dagegen auf Dauerangebote: Hautscreenings durch Fachärzte und wöchentliche Stretching-Einheiten mit internen Gesundheitslotsen.
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Laufen für die Fitness
Sportliche Gemeinschaftserlebnisse boomen. Beim Welser Businessrun am 29. Mai gingen über 4.100 Läufer aus 234 Unternehmen an den Start. Das Klinikum Wels-Grieskirchen stellte das größte Team – zum zweiten Mal in Folge. Beim dm Firmenlauf in Bad Kreuznach waren es am selben Tag über 6.300 Teilnehmer aus mehr als 380 Firmen.
Auch finanzielle Anreize spielen eine wachsende Rolle. Bei einer IHK-Veranstaltung in Nordhorn betonte Vizepräsident Thomas Kolde: Gesundheit ist Wettbewerbsfaktor. Die Ringoplast GmbH berichtete von einem Job-Bike-Programm mit jährlichem Leasingvolumen von rund 70.000 Euro.
Ein weiterer Hebel: die betriebliche Krankenversicherung (bKV). Beiträge bis 50 Euro monatlich pro Mitarbeiter gelten als steuerfreier Sachbezug. Das gilt auch für Teilzeitkräfte und Minijobber.
Neue Kooperationen und flexible Ausbildung
Die Professionalisierung schreitet voran. Dr. Gerd Reuter von der EUREGIO präsentierte Ende Mai das Projekt „Präventionsgipfel“ – es soll grenzübergreifende Versorgungsstrukturen aufbauen. Das bayerische Start-up TechNurse vermittelt Pflegekräfte für Produkttests an Medizintechnikfirmen. Ziel: praxisnahe Entwicklung neuer Hilfsmittel.
Auch die Ausbildung wird flexibler. Das Krankenhaus Rummelsberg kooperiert mit der Neumarkter Akademie und bietet zusätzliche Einstiegstermine im Frühjahr an. Theorie und Praxis teilen sich die Partnerinstitute – der Personalbedarf in der Pflege ist enorm.
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