Krankenstand 2025: Psychische Erkrankungen treiben Fehlzeiten auf 22,5 Tage
21.06.2026 - 05:42:04 | boerse-global.de
Der durchschnittliche Krankenstand lag 2025 bei 22,5 Tagen pro Versichertem – ein Rekordwert. Die Barmer-Erhebung zeigt: Psychische Probleme sind zur Hauptursache geworden. In Rheinland-Pfalz entfielen 4,7 Fehltage darauf, Spitzenreiter Zweibrücken meldet sogar 8,0 Tage.
Die DAK-Gesundheit bestätigt den Trend. Für 2025 registrierte sie einen Anstieg der psychisch bedingten Fehltage um 6,9 Prozent auf 366 Tage je 100 Versicherte. Damit verdrängte diese Diagnosegruppe Muskel-Skelett-Erkrankungen auf Platz drei der Statistik.
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BAuA legt neue Handbuch-Teile vor
Am 19. Juni veröffentlichte die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) den zweiten Teil ihres Handbuchs zur Gefährdungsbeurteilung. Der Fokus liegt auf mechanischen Gefährdungen – laut DGUV-Statistik Auslöser für rund 75 Prozent aller Arbeitsunfälle.
Das Handbuch definiert klare Gestaltungsregeln: Trennung von Mensch und Gefahrgut, Einsatz persönlicher Schutzausrüstung. Unternehmen erhalten damit konkrete Leitlinien für die Praxis.
Internationale Regulierungswelle erfasst psychosoziale Risiken
Parallel dazu verschärfen sich die Regeln für psychische Belastungen am Arbeitsplatz. In Brasilien trat am 20. Juni eine neue Norm (NR-1) in Kraft. Sie verpflichtet Unternehmen, Faktoren wie Überlastung und Belästigung systematisch zu identifizieren. Nach einer 90-tägigen Übergangsphase drohen Sanktionen.
Die Dringlichkeit solcher Maßnahmen belegen Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Die Zahl der Schwerbehinderungen durch Verhaltens- oder Persönlichkeitsstörungen hat sich in zwei Jahrzehnten fast versechsfacht.
Psychische Gesundheit junger Menschen im Fokus
Besonders alarmierend: die Lage bei Kindern und Jugendlichen. Das Deutsche Schulbarometer 2025/26 zeigt, dass 25 Prozent der 8- bis 17-Jährigen psychisch auffällig sind – ein Anstieg zum Vorjahr. Rund ein Drittel der Schüler berichtet von regelmäßigen Mobbing-Erfahrungen.
Die IHK Magdeburg und Halle-Dessau reagieren mit gezielten Online-Workshops für Ausbildungsverantwortliche. Ende Juni stehen Gesprächsführung und Prävention psychischer Belastungen im Ausbildungsalltag auf dem Programm. Für Juli sind Seminare zur Resilienzförderung angekündigt, die Methoden zur Stressbewältigung vermitteln.
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Digitale Dokumentation wird einfacher
Auch bei der rechtssicheren Dokumentation gibt es Neuerungen. Seit Juni ist klar: Die digitale Erfassung von Sicherheitsunterweisungen ist zulässig. Das Arbeitsschutzgesetz verlangt keine handschriftliche Unterschrift – Textform reicht aus. Das erleichtert die Verwaltung in digitalisierten Betrieben erheblich.
Hitze erfordert kurzfristige Anpassungen
Aktuelle Wetterextreme fordern zusätzliche Maßnahmen. Der Deutsche Wetterdienst warnt vor Temperaturen bis zu 37 Grad. Betriebe reagieren mit flexiblen Arbeitszeiten, Getränkebereitstellung und optimierter Belüftung.
Die BAuA weist darauf hin: Bei extremer Hitze sinkt die Motivation der Beschäftigten bereits nach vier Stunden deutlich. Eine Anpassung der Arbeitsabläufe und Pausenintervalle wird damit unumgänglich.
