Krankenkassen-Test, Viactiv

Krankenkassen-Test: Viactiv Sieger, AOK mit niedrigstem Beitrag

17.06.2026 - 15:03:30 | boerse-global.de

DISQ-Studie bewertet 21 Kassen: Sechs erhalten „sehr gut“. Stiftung Warentest sieht Sparpotenzial von bis zu 660 Euro jährlich.

Krankenkassen-Test 2026: Viactiv und AOK-Kassen überzeugen
Krankenkassen-Test - Eine vielfältige Gruppe von Menschen nutzt digitale Geräte, im Hintergrund ein modernes Büro oder eine Klinik, die Effizienz und Auswahl im Gesundheitswesen symbolisiert. 17.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Das Ergebnis: Sechs Anbieter schnitten mit „sehr gut“ ab, zehn erhielten die Note „gut“, fünf nur „befriedigend“ oder „ausreichend“. Die Studie wurde zwischen Januar und Mai durchgeführt und heute veröffentlicht.

Viactiv und AOK-Kassen vorn

Als Gesamtsieger ging die Viactiv hervor. Sie überzeugte vor allem bei Naturheilverfahren und im Online-Service. Dahinter landeten die AOK Rheinland-Pfalz/Saarland und die AOK Bayern. Die zweitplatzierte AOK Rheinland-Pfalz/Saarland hat mit 2,47 Prozent den niedrigsten Zusatzbeitrag im Testfeld – und lockt mit Boni von bis zu 250 Euro.

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Die Zusatzleistungen fallen unterschiedlich aus: 17 von 21 Kassen erstatten Präventionskurse komplett, 19 übernehmen die Grippeschutzimpfung vollständig. Alle getesteten Anbieter haben Bonusprogramme, bei denen Barprämien von bis zu 275 Euro drin sind.

Service-Schwächen bei Telefonhotlines

Doch beim Service hapert es. Jeder fünfte Anruf bei den Kassen blieb unbeantwortet. Wer durchkam, wartete im Schnitt zwei Minuten in der Warteschleife. In einer separaten Untersuchung von ServiceValue schnitt die Debeka dagegen bei Kundenberatung und Servicequalität in Gesundheit und Pflege besonders gut ab.

Stiftung Warentest: Bis zu 660 Euro sparen

Parallel dazu veröffentlichte die Stiftung Warentest gestern einen Vergleich von 67 Krankenkassen. Die Beitragssätze variieren demnach zwischen 16,78 und 18,99 Prozent. Für Versicherte mit 3.000 Euro Monatseinkommen bedeutet ein Wechsel zum günstigsten Anbieter eine Ersparnis von bis zu 340 Euro pro Jahr. Bei Gutverdienern an der Beitragsbemessungsgrenze sind es sogar 660 Euro.

Trotz des Preisdrucks haben viele günstige Kassen ihre Zusatzleistungen nicht gestrichen, sondern teilweise ausgebaut. Ein Wechsel ist nach zwölf Monaten Bindungsfrist jederzeit möglich. Bei Beitragserhöhungen gilt ein Sonderkündigungsrecht mit zweimonatiger Frist.

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Warnung vor Milliardenloch

Die guten Nachrichten für Versicherte werden von düsteren Prognosen überschattet. Oliver Blatt vom GKV-Spitzenverband warnte gestern vor explodierenden Kosten. Im ersten Quartal 2026 stiegen die Ausgaben um acht Prozent. Besonders krass: Krankenhäuser legten um 9,4 Prozent zu, Arztpraxen um 7,3 Prozent, Arzneimittel um 6,4 Prozent.

Für 2027 zeichnet sich eine Finanzlücke von rund 18,8 Milliarden Euro ab. Der Kabinettsentwurf der Bundesregierung deckt nach Verbandsangaben nur 16,3 Milliarden ab. Die Kassen fordern höhere Bundeszuschüsse und eine stärkere Beteiligung der Pharmaindustrie. Ihr Ziel: den durchschnittlichen Zusatzbeitrag von 3,1 auf 2,9 Prozent drücken. Das Gesetzespaket soll bis Mitte Juli verabschiedet werden.

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