Körperschaftsteuer Türkei: Satz sinkt 2027 von 25 auf 12,5 Prozent
Veröffentlicht am: 11.08.2026 um 00:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der türkische Industriekonzern Sasa Polyester hat im Rahmen seiner aktuellen Investorenkommunikation eine Verschärfung der Haftungsausschlüsse sowie spezifische Vorbehalte im Bereich Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (ESG) offiziell bekannt gegeben. Diese Anpassung der rechtlichen Rahmenbedingungen in den Investorenpräsentationen erfolgt zeitgleich mit der Vorlage der konsolidierten Zwischenabschlüsse für das erste Halbjahr 2026, die einer prüferischen Durchsicht (Limited Review) unterzogen wurden.
Die neuen Bestimmungen zielen darauf ab, die rechtliche Absicherung des Unternehmens bei zukunftsgerichteten ESG-Angaben zu verstärken. In den aktualisierten Unterlagen betont das Management die Notwendigkeit, ESG-bezogene Risiken und Prognosen mit detaillierteren Vorbehalten zu versehen. Parallel dazu wies das Unternehmen eine hohe Konformität mit den Standards für Partizipationsfinanzierung aus. Demnach belaufen sich die nicht konformen Einnahmen auf 1,01 Prozent, während die nicht konformen Verbindlichkeiten mit 41,35 Prozent beziffert werden. Aktivitäten in gesetzlich oder religiös untersagten Sektoren wurden nicht verzeichnet.
Finanzielle Trendwende im ersten Halbjahr
Die wirtschaftliche Entwicklung von Sasa Polyester zeigte in den ersten sechs Monaten des Jahres eine deutliche Erholung. Das Nettoergebnis drehte mit 491,99 Millionen TRY ins Plus, nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein massiver Verlust von 11,67 Milliarden TRY verbucht worden war. Der Umsatz stieg um 31 Prozent auf 38,88 Milliarden TRY. Besonders deutlich fiel das Wachstum beim operativen Ergebnis aus, das um 522 Prozent auf 3,48 Milliarden TRY kletterte. Das EBITDA wurde mit 8,89 Milliarden TRY angegeben, was einer Steigerung von 159 Prozent entspricht.
Trotz der positiven Halbjahresbilanz verlief das zweite Quartal des Jahres 2026 herausfordernd. Während Marktexperten mit einem Nettogewinn von 4,96 Milliarden TRY gerechnet hatten, musste Sasa Polyester einen Nettoverlust von 1,36 Milliarden TRY ausweisen. Dieser resultierte primär aus einem hohen latenten Steueraufwand in Höhe von 7,13 Milliarden TRY. Das Unternehmen stellte jedoch klar, dass es sich hierbei um eine bilanzielle Position handelt und trotz dieses Postens keine unmittelbaren Steuerzahlungen fällig werden. Grund hierfür ist die Erhöhung latenter Steueransprüche aus staatlichen Investitionsanreizen. Zudem wurde darauf verwiesen, dass der Körperschaftsteuersatz für produzierende Unternehmen mit Industrieschein ab dem 1. Januar 2027 von 25 Prozent auf 12,5 Prozent sinken wird.
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Operative Kennzahlen und Verschuldungsgrad
Im zweiten Quartal steigerte das Unternehmen seine Produktion auf 347.825 Tonnen, was einem Zuwachs von 31 Prozent entspricht. Die Exporte legten wertmäßig um 44 Prozent auf 158 Millionen USD zu. Die Bruttomarge wurde für diesen Zeitraum mit 18,6 Prozent angegeben, während die EBITDA-Marge 25,4 Prozent erreichte.
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Die Bilanz des Unternehmens weist zum 30. Juni 2026 ein Eigenkapital von 192,68 Milliarden TRY aus, dem eine Nettoverschuldung von 136,16 Milliarden TRY gegenübersteht. Die Marktkapitalisierung beläuft sich auf 129,6 Milliarden TRY. Um die Verschuldung von Sasa Polyester signifikant zu senken, plant die Muttergesellschaft Erdemo?lu Holding strategische Schritte. Geplant ist der Börsengang von 20 bis 30 Prozent der Tochtergesellschaft Merinos. Die daraus resultierenden Erlöse sollen dazu verwendet werden, den Verschuldungsgrad von Sasa Polyester bis zum Ende des Jahres 2026 auf einen Wert von etwa 4 zu reduzieren. Dabei ist vorgesehen, mindestens die Hälfte der Zuteilung an ausländische institutionelle Anleger zu adressieren.
An der Börse lösten die Nachrichten kurzzeitig Turbulenzen aus. Nach der Veröffentlichung der Bilanz wurde der Handel mit der Aktie aufgrund einer Volatilitätsunterbrechung vorübergehend ausgesetzt. Das Papier verzeichnete einen Rückgang um 4,26 Prozent auf 2,47 TL, nachdem der vorherige Schlusskurs bei 2,58 TL gelegen hatte. Das technische Sentiment wird von Marktbeobachtern derzeit als negativ eingestuft.
