Klimatransformation: 56% der KMU erzielen Wettbewerbsvorteile
18.06.2026 - 22:07:50 | boerse-global.de
Gleichzeitig warnen Verbände vor Wettbewerbsnachteilen.
Das „Argos-BCG Climate Transition Barometer 2026“ zeigt einen grundlegenden Wandel: Von 750 befragten Führungskräften aus dem europäischen Mittelstand geben 56 Prozent an, durch Dekarbonisierung Wettbewerbsvorteile zu erzielen. Das ist eine Verdreifachung gegenüber 2023.
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Strategische Investitionen trotz finanzieller Hürden
73 Prozent der Betriebe sehen in der Klimatransformation eine Chance zur Wertschöpfung. Rund jeder Dritte investiert bereits auf Basis einer strukturierten Klimastrategie. In Deutschland treiben vor allem Kundenerwartungen den Wandel – 69 Prozent der Unternehmen nennen sie als maßgeblichen Treiber.
Doch die Umsetzung bleibt schwierig. 58 Prozent der Firmen nennen finanzielle Einschränkungen als größte Hürde. Immerhin 54 Prozent haben ihr Geschäftsmodell bereits angepasst. Eco-Design kommt bei 58 Prozent zum Einsatz, um Produkte über den gesamten Lebenszyklus effizienter zu gestalten.
Automobilsektor unter Druck
Ganz anders sieht die Lage im deutschen Zulieferersegment aus. Eine VDA-Umfrage unter 116 Unternehmen zeigt: 67 Prozent verschieben, stoppen oder verlagern Investitionen weg von Deutschland. Hauptgründe sind Bürokratie sowie Steuern und Abgaben. Hohe Strompreise belasten 53 Prozent der Betriebe stark.
Die Folge: IMK und Ifo-Institut senkten ihre Wachstumsprognosen für 2026 auf 0,6 bis 0,8 Prozent. Experten führen das auf einen Energiepreisschock zurück, der Kaufkraft und Industriewachstum bremst.
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Flexibilisierung als Ausweg
Die Industrie setzt auf technologische Lösungen. Beim Kopernikus-Symposium in Augsburg zeigten Experten: Kurzfristig lassen sich rund 5 Gigawatt flexible elektrische Last bereitstellen, zukünftig sogar bis zu 10 Gigawatt. Der Papierhersteller UPM passt seine Produktion bereits dynamisch an günstigen Wind- und Solarstrom an.
Auch im Logistiksektor hilft KI. Metro Logistics nutzt eine Software, die Kälteanlagen und Ladestationen automatisch nach Strompreisen und solarem Eigenangebot steuert. Ziel: Betriebskosten senken und Netzstabilität unterstützen.
Industrie warnt vor CO2-Preis-Eskalation
Rund 40 Industriekonzerne, darunter BASF und Thyssenkrupp, warnten in einem Schreiben an die EU-Kommission vor steigenden Kosten im Emissionshandel (ETS). Ohne eine Deckelung der CO2-Preise – zuletzt bei rund 80 Euro pro Tonne – drohten Produktionsverlagerungen und Werkschließungen in Europa.
