KI-Überwachung, Trump

KI-Überwachung: Trump ordnet 30-Tage-Vorlage vor Marktstart an

03.06.2026 - 11:35:19 | boerse-global.de

Trump setzt auf freiwillige 30-Tage-Prüfung von KI-Modellen. Auslöser war Anthropics Modell Mythos, das tausende Sicherheitslücken entdeckte.

KI-Überwachung: Trump ordnet 30-Tage-Vorlage vor Marktstart an - Bild: über boerse-global.de
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Am Dienstag unterzeichnete Präsident Donald Trump eine entsprechende Executive Order mit dem Titel „Förderung fortschrittlicher Künstlicher Intelligenz und Sicherheit“. Der Kern: Führende KI-Entwickler sollen ihre leistungsstärksten Modelle bis zu 30 Tage vor der Veröffentlichung der Bundesregierung vorlegen.

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Freiwillige Prüfung statt Lizenzpflicht

Anders als zunächst befürchtet, verzichtet die Verordnung auf ein verpflichtendes Lizenzsystem. Stattdessen setzt Washington auf eine freiwillige Zusammenarbeit. Unternehmen wie Google, Microsoft und xAI haben bereits zugesagt, an den Vorab-Prüfungen teilzunehmen. Auch OpenAI und Anthropic waren schon unter früheren Regelungen ähnliche Vereinbarungen eingegangen.

Die 30-Tage-Frist ist eine deutliche Reduzierung gegenüber den ursprünglich geplanten 90 Tagen. Grund dafür war intensives Lobbying der Tech-Branche, angeführt von Figuren wie David Sacks. Die Industrie hatte zunächst sogar nur 14 Tage gefordert. Die Regierung einigte sich schließlich auf den Monatszeitraum – ein Kompromiss zwischen Innovationsgeschwindigkeit und nationalen Sicherheitsinteressen. Was Unternehmen droht, die sich der Meldepflicht verweigern, bleibt offen. Das Dekret nennt keine rechtlichen Konsequenzen.

Der Auslöser: Anthropics „Mythos“-Modell

Der eigentliche Anstoß für die Verordnung war ein konkreter Vorfall. Im April 2026 demonstrierte Anthropics Modell „Mythos“ – auch als „Mythos Preview“ bekannt – eine beispiellose Fähigkeit: Es identifizierte eigenständig Tausende von IT-Sicherheitslücken, darunter Schwachstellen, die jahrzehntelang unentdeckt geblieben waren.

Die schiere Leistungsfähigkeit von Mythos löste Alarmstufe Rot aus. Finanzminister Bessent, Fed-Chef Powell und führende Wall-Street-Manager kamen zu einer Dringlichkeitssitzung zusammen. Thema: die potenziellen Risiken für das Finanzsystem, die Stromnetze und die Gesundheitsinfrastruktur. Anthropic reagierte umgehend und schränkte den Zugriff auf das Modell drastisch ein. Es steht nun nur noch vertrauenswürdigen Partnern und Regierungsbehörden zur Verfügung – nicht der breiten Öffentlichkeit. Der Fall machte schmerzhaft deutlich, wie KI für hochkomplexe Cyberangriffe genutzt werden könnte.

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Neue Behördenstruktur für mehr Sicherheit

Zur Steuerung des Prüfprozesses schafft das Dekret mehrere neue institutionelle Mechanismen. Eine zentrale „AI Cybersecurity Clearinghouse“ wird unter der Führung des Finanzministeriums eingerichtet. Sie arbeitet eng mit der National Security Agency (NSA) und der Behörde für Cybersicherheit und Infrastruktursicherheit (CISA) zusammen.

Der NSA-Direktor erhält die Aufgabe, festzulegen, welche Modelle als „abgedeckte Frontier-Modelle“ gelten. Zudem werden geheime Sicherheitsstandards entwickelt, um die Modelle zu bewerten. Ziel ist es, nationale Sicherheitsrisiken und mögliche Dual-Use-Fähigkeiten zu identifizieren, bevor ein Modell auf den kommerziellen Markt kommt. Die Verordnung weist die Bundesbehörden außerdem an, der Cyberverteidigung von nationalen Sicherheitssystemen und kritischer Infrastruktur Priorität einzuräumen. Das Justizministerium soll sich auf die Strafverfolgung von KI-gestützten Cyberverbrechen konzentrieren.

Ein anderer Weg als Europa

Das Weiße Haus betont, dass die Executive Order auf Partnerschaft mit der Privatwirtschaft setzt – nicht auf den Aufbau einer starren Regulierungsbürokratie. Dieser Ansatz unterscheidet sich grundlegend vom EU AI Act, der ab 2027 verbindliche Compliance-Pflichten und rechtsverbindliche Auflagen einführen wird.

Die Zusammenarbeit zwischen Regierung und KI-Entwicklern bleibt jedoch nicht spannungsfrei. Anthropic liegt derzeit in einem Rechtsstreit mit dem Pentagon. Das Unternehmen weigert sich, seine KI-Technologie für Massendatenüberwachung bereitzustellen. Trotz solcher Reibungen zeigt sich die Administration überzeugt: Der freiwillige 30-Tage-Prüfzeitraum werde sicherstellen, dass die USA im globalen KI-Wettbewerb führend bleiben – und gleichzeitig die unmittelbaren Sicherheitsherausforderungen durch autonome Schwachstellenentdeckung bewältigen.

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