KI-Auflagen: Hochrisiko-Systeme müssen erst bis Dezember 2027 konform sein
08.06.2026 - 11:03:11 | boerse-global.de
Statt August 2026 müssen Hochrisiko-KI-Systeme nun erst bis Dezember 2027 konform sein.
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Gestaffelte Einführung entlastet die Industrie
Die neue Regelung sieht eine gestaffelte Umsetzung vor. Eigenständige Hochrisiko-KI-Systeme müssen bis zum 2. Dezember 2027 die Anforderungen erfüllen. Für KI-Systeme, die in bereits regulierte Produkte eingebettet sind, gilt eine noch längere Frist: Sie haben bis zum 2. August 2028 Zeit.
Die Kommission reagiert damit auf den wachsenden Wettbewerbsdruck und die komplexen technischen Anforderungen. Bereits am 7. Mai 2026 gab es eine politische Einigung zum Rahmen des AI Acts.
Um die Einstufung der betroffenen Systeme zu erleichtern, legte die Kommission einen Leitlinien-Entwurf vor. Bis zum 23. Juni 2026 können Marktteilnehmer und Experten dazu Stellung nehmen.
Transparenzpflichten kommen früher
Trotz der Verschiebung bleiben andere Teile der Verordnung zeitnah verbindlich. Ab dem 2. August 2026 gelten verschärfte Transparenz- und Kennzeichnungspflichten für KI-generierte Inhalte – besonders für Deepfakes. Eine umfassende Kennzeichnungspflicht für synthetische Inhalte folgt am 2. Dezember 2026.
Einige Verbote sind sogar schon seit Anfang 2025 in Kraft. Dazu zählt das Verbot nicht-einvernehmlicher sexueller KI-Inhalte. Die Strafen sind happig: Bußgelder von bis zu 35 Millionen Euro oder sieben Prozent des weltweiten Jahresumsatzes drohen bei Verstößen.
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Europas Weg zur technologischen Souveränität
Die Fristverschiebung ist Teil einer größeren industriepolitischen Neuausrichtung. Die EU-Kommission will die Kapazitäten europäischer Rechenzentren in den nächsten fünf bis sieben Jahren verdreifachen. Bereits im Juli 2026 startet die Ausschreibung für sogenannte KI-Gigafabriken.
Im Juni 2026 kam das „Tech Sovereignty Package“ dazu. Es enthält unter anderem den „Cloud and AI Development Act“ mit vier Sicherheitsstufen für Cloud-Dienste. Die höchsten Stufen sehen vollständige EU-Kontrolle und Betrieb nur durch EU-Bürger vor – zum Schutz sensibler Regierungsdaten.
Parallel dazu plant der Chips Act die erste europäische Fertigungsstätte für Sub-3-Nanometer-Chips zwischen 2030 und 2033.
Deutsche Wirtschaft zieht bei KI-Nutzung nach
Während die Regeln konkreter werden, steigt die KI-Nutzung in deutschen Unternehmen. Laut Bitkom-Erhebungen von 2026 setzen bereits 41 Prozent der Firmen aktiv KI ein.
Besonders im Personalwesen investieren Unternehmen kräftig: Eine Studie von SD Worx zeigt, dass 48 Prozent der deutschen HR-Verantwortlichen in KI-Lösungen investieren. Die Belegschaften werden dabei sensibler. Gewerkschaften fordern eine frühzeitige Beteiligung der Betriebsräte bei der Einführung von Systemen wie Large Language Models – für mehr Transparenz und Mitbestimmung.
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