Bahngewalt: Übergriffe auf Personal um 11% gestiegen – Bahn rüstet auf
08.06.2026 - 11:03:11 | boerse-global.de
Bodycams, Deeskalationstrainings und Notrufknöpfe: Die Deutsche Bahn reagiert auf die steigende Gewalt gegen ihre Mitarbeiter. In Frankfurt präsentierte der Konzern heute die Ergebnisse erster Pilotprojekte.
Die Maßnahmen sind eine direkte Antwort auf die Sicherheitslage im Regionalverkehr. Ein tödlicher Angriff auf einen 36-jährigen Zugbegleiter Anfang Februar in der Westpfalz hatte die Diskussion neu entfacht. Laut Bundesregierung und Allianz Pro Schiene stiegen die Übergriffe auf Bahnpersonal von 2024 auf 2025 um elf Prozent – auf knapp 2.690 Fälle.
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Bodycams werden Standard
Ein zentraler Baustein der neuen Strategie: die flächendeckende Einführung von Bodycams. Aktuell nutzt rund ein Drittel der Kundenbetreuer die Kameras freiwillig. Bis zur Jahresmitte soll dieser Anteil auf 50 Prozent steigen, erklärt DB-Regio-Chef Harmen van Zijderveld. Langfristig sollen die Geräte zur Standardausrüstung gehören.
Die aktuellen Kameras zeichnen nur Bilder auf. Eine gesetzliche Grundlage für die zusätzliche Tonaufzeichnung wird bis zum Herbst angestrebt. Zudem ist eine Verknüpfung mit einem Notrufknopf geplant – für schnellere Hilfe im Ernstfall.
Pflicht-Trainings für alle Mitarbeiter
Parallel zur Technik setzt die Bahn auf Schulung. Bis zum Sommer müssen alle Beschäftigten mit Kundenkontakt verpflichtende Trainings absolvieren. Die Inhalte: Selbstbehauptung, Deeskalation und der richtige Umgang mit den Bodycams.
Das Ziel ist klar: Die Kombination aus Prävention und technischer Abschreckung soll das Sicherheitsgefühl der Mitarbeiter stärken und potenzielle Täter abschrecken.
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NRW startet eigenes Pilotprojekt
Auch die Länder ziehen nach. In Nordrhein-Westfalen startete gestern ein Pilotlehrgang für eine neue, IHK-zertifizierte Weiterbildung zur Sicherheitskraft im öffentlichen Personenverkehr. Das Projekt in Gelsenkirchen umfasst 300 Unterrichtsstunden und wird vom Verkehrsministerium mit 230.000 Euro gefördert. Ein weiterer Lehrgang folgt noch im Juni in Dortmund.
Ab 2028 soll die Qualifizierung schrittweise Standard in den Verträgen für den Schienenpersonennahverkehr in NRW werden. Das Paket umfasst außerdem Doppelbesetzungen in Zügen, verbesserte Alarmierungssysteme und optimierte Videoüberwachung.
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