Katastrophenschutz, Rheinland-Pfalz

Katastrophenschutz in Rheinland-Pfalz: 3.500 Kräfte proben den Ernstfall

Veröffentlicht am: 27.09.2026 um 21:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Kommunen informieren über Notfallvorsorge, während Einsatzkräfte Großlagen proben und neue Atemschutz-Ausbildungsmöglichkeiten entstehen.

Bevölkerungsschutz in Deutschland: Aktionstage und Übungen stärken Vorsorge
Leere Fahrzeughalle einer modernen Feuerwache mit großem Tor und natürlichem Lichteinfall. Illustration mit AI erstellt.

Verschiedene regionale Initiativen in Deutschland thematisieren die Bedeutung von Prävention durch öffentliche Sicherheitstage sowie die kontinuierliche Durchführung von Atemschutzausbildungen. Kommunen, Feuerwehren und Hilfsorganisationen setzen dabei gleichermaßen auf die Aufklärung der Bevölkerung über Risiken im Alltag wie auf realitätsnahe Trainings für Einsatzkräfte unter schwerem Atemschutz.

Bürgerdialog und Aufklärung bei Aktionstagen

Zahlreiche Kommunen nutzen Informationstage, um Bürgerinnen und Bürger direkt über Notfallvorsorge und Zivilschutz zu informieren. Im sächsischen Glaubitz fand laut einem Bericht vom 26. September 2026 der kostenfreie 2. Bevölkerungsschutztag des Landkreises Meißen statt.

Im Zentrum für Brand- und Katastrophenschutz an der Industriestraße 8 informierten Einsatzkräfte von 12 bis 17 Uhr über Brand- und Katastrophenschutz, Notfallvorsorge sowie krisenfeste Kommunikation. Das Programm bot Mitmachangebote wie eine Drehleiter, den Rettungshund „Retti“ und eine interaktive Sirene.

In Groß-Umstadt informierten die Feuerwehr Groß-Umstadt/Mitte, das Deutsche Rote Kreuz (DRK) und das Technische Hilfswerk (THW) am Feuerwehrstützpunkt in der Pestalozzistraße beim ersten Katastrophenschutztag über Maßnahmen bei Stromausfällen sowie Unwettern mit Hochwasser, wie am 27. September 2026 berichtet wurde.

Die Celler Innenstadt wiederum richtete parallel zu einem verkaufsoffenen Sonntag von 11 bis 18 Uhr den Tag der Sicherheit aus, bei dem Polizei, Bundespolizei, Johanniter, AOK und SoVD über Brand- und Einbruchschutz, Gesundheit und Sicherheitstechnik aufklärten.

Anzeige

Wer sich professionell mit der Prävention von Brandgefahren befasst, benötigt eine fundierte Datenbasis für die Risikobewertung. Diese kostenlose Excel-Vorlage unterstützt Sicherheitsfachkräfte dabei, eine rechtssichere Gefährdungsbeurteilung inklusive Risikomatrix und Maßnahmenplan effizient zu erstellen. Gefährdungsbeurteilung Brandschutz als Excel-Vorlage herunterladen

In Oberderdingen durchliefen nach Angaben vom 26. September 2026 rund 100 Schulkinder aller fünf sechsten Klassen der Strombergschule und der Leopold-Feigenbutz-Realschule neun Stationen zu Selbsthilfe, Erster Hilfe und Brandschutz.

Großübungen testen überregionale Einsatzstrukturen

Neben der Theorie proben die Organisationen koordinierte Großlagen. In Rheinland-Pfalz beteiligten sich nach Berichten vom 26. September 2026 mehr als 3.500 Kräfte von Feuerwehren, THW, Bundeswehr, Hilfsorganisationen und Fachbehörden am 2. Landesübungstag für Brand- und Katastrophenschutz.

In mehr als 180 Übungseinheiten wurde ein landesweites Unwetterszenario mit Starkregen, Sturmböen und Gewittern simuliert. Die Lagen liefen in Echtzeit im zentralen Leitstellensystem zusammen, um die behördliche Zusammenarbeit zu überprüfen.

Im bayerischen Stephansposching im Landkreis Deggendorf rückten elf Feuerwehren mit 18 Fahrzeugen zu einer Groß übung an der Grundschule aus. Wie am 26. September 2026 berichtet wurde, trainierten 160 Einsatzkräfte – darunter 19 Atemschutzgeräteträger – die Rettung von 64 in Klassenzimmern eingeschlossenen Personen, die Befreiung eines eingeklemmten Autofahrers sowie eine Schachtrettung. Bürgermeister und Landrat bescheinigten der Übung einen reibungslosen Ablauf.

Anzeige

Ein wesentlicher Teil der organisatorischen Vorsorge ist die systematische Erfassung möglicher Gefährdungsfaktoren im Betrieb. Erfahren Sie in diesem Praxis-Report, worauf es bei der Dokumentation im Brandschutz wirklich ankommt und nutzen Sie die enthaltenen Checklisten für Ihre Arbeitssicherheit. Kostenlosen Praxis-Report zur Gefährdungsbeurteilung sichern

Kontinuierliche Weiterbildung und Atemschutz

Besonderes Gewicht liegt auf der Qualifikation von Atemschutzgeräteträgern, die im Innenangriff extremen Belastungen ausgesetzt sind. Im Landkreis Traunstein absolvierten im September 2026 insgesamt 14 Einsatzkräfte aus Albertaich, Bergen, Grassau, Nußdorf, Surberg und Traunwalchen ein Training in der Rauchgasdurchzündungsanlage des Kreisfeuerwehrverbandes, begleitet von fünf ehrenamtlichen Ausbildern.

Im Mittelpunkt standen Brandverläufe, Gefahrenerkennung und Belastungssituationen. Am 25. September 2026 trainierten zudem mehr als 70 Einsatzkräfte in Kolenfeld nach einer Alarmierung um 16.37 Uhr in einem Abrissgebäude die Personensuche unter Atemschutz, Entrauchung und Dekontamination.

Um die Ausbildung langfristig abzusichern, investieren Kreise in neue Infrastruktur: Der Kreis Warendorf entwickelt ab September 2026 in einem früheren Hochregallager in Warendorf-Freckenhorst ein Ausbildungszentrum für die mehr als 2.300 Feuerwehrangehörigen im Kreis. Der Trainingsbetrieb für Lehrgänge in Atemschutz, technischer Hilfeleistung und ABC-Einsatz soll voraussichtlich ab 2028 starten.

Disclaimer...

de | wirtschaft | 70190416 |