Katastrophenschutz: 250 Einsatzkräfte trainieren Flugunfall am Airport
Veröffentlicht am: 16.09.2026 um 21:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In einer konzertierten Phase zur Stärkung des Katastrophenschutzes und der maritimen Sicherheit finden Mitte September 2026 mehrere umfangreiche Einsatzübungen in Deutschland statt. Die Schwerpunkte der Trainings liegen dabei auf komplexen Rettungsszenarien zur See sowie auf der Bewältigung von Großschadenslagen an kritischen Infrastrukturen wie Flughäfen.
Maritime Sicherheit: Großübungen vor Ribnitz-Damgarten und Eckernförde
Vor Ribnitz-Damgarten im Landkreis Vorpommern-Rügen wurde Mitte September eine der größten Seenotrettungsübungen der vergangenen Jahrzehnte durchgeführt. Rund 200 Einsatzkräfte von Feuerwehren, einem Katastrophenschutzzug sowie die Besatzung eines Rettungshubschraubers trainierten das Szenario eines Brandes auf einem Passagierschiff.
Kreiswehrführer Kay Mittelbach unterstrich dabei die Bedeutung solcher Manöver für die Koordination verschiedener Rettungseinheiten in Ausnahmesituationen.
Parallel dazu hat die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) eine mehrtägige Such- und Rettungsübung unter der Bezeichnung „SAREx“ gestartet. Im Zeitraum vom 16. bis zum 19. September 2026 werden vor Eckernförde auf der Ostsee verschiedene Notfälle simuliert.
Beteiligt sind rund 80 Einsatzkräfte mit neun Seenotrettungseinheiten, zwei Behördenschiffen sowie zwei Hubschraubern. Die Übungsschwerpunkte umfassen die Vermisstensuche, die Erstversorgung von Verletzten sowie die Sicherung havarierter Schiffe.
Notfalltraining am Hannover Airport nach ICAO-Vorgaben
Auch im Bereich des Luftverkehrs wurde die Notfallbereitschaft überprüft. Am Hannover Airport fand Mitte September eine Flugunfallübung gemäß den Richtlinien der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) statt, die solche Trainings alle zwei Jahre vorschreibt. Rund 250 Einsatzkräfte waren an dem Szenario beteiligt, bei dem eine Boeing 737 mit einem Flugfeldtankwagen kollidierte, was einen Kerosinbrand zur Folge hatte.
Rund 250 Einsatzkräfte haben am Hannover Airport eine Flugunfallübung nach ICAO-Vorgabe gefahren, parallel liefen Seenotrettungsübungen mit 200 Beteiligten vor Ribnitz-Damgarten. Wer selbst eine Großübung plant, findet in diesem kostenlosen Leitfaden die Checkliste für die ICAO-Pflichtübung, den Ablaufplan MANV 20 in fünf Schritten und eine Muster-Kooperationsvereinbarung für Industrie und Rettungsdienst. Kostenlosen Übungs-Leitfaden anfordern
Nach der Alarmierung unter dem Stichwort „Aircraft Accident Alarm“ um 19:09 Uhr wurde eine Verletztenlage der Kategorie „MANV 20“ ausgerufen, was die Versorgung von mindestens 20 Personen impliziert. Insgesamt wirkten rund 70 Statisten an der Übung mit, während der reguläre Flugbetrieb parallel weitergeführt wurde.
Industrielle Sicherheit und regionale Katastrophenhilfe
Zusätzlich zu den operativen Übungen wurden neue strategische Partnerschaften im Bereich der Arbeitssicherheit geschlossen. Die Rettungsdienst Niederlausitz gGmbH und die BASF InfraService & Solutions Lausitz GmbH unterzeichneten eine Kooperationsvereinbarung für den Industriepark Lausitz in Schwarzheide.
Geplant sind künftig gemeinsame Übungen, Schulungen sowie gegenseitige Hospitationen. Der Standort der BASF beschäftigt nach eigenen Angaben mehr als 900 Mitarbeitende.
Weitere regionale Trainingsaktivitäten ergänzen das aktuelle Geschehen:
* In Sibbesse erprobte die Verfügungseinheit der Polizei Hildesheim gemeinsam mit dem Rettungsdienst die Erstversorgung von Verletzten in verschiedenen Einsatzlagen.
* Im schweizerischen Kanton Bern führten die Kantonspolizei und die Territorialdivision 1 die Verbundsübung „FIDES 26“ durch.
Hybride Bedrohungen kritischer Infrastruktur werden im Kanton Bern bereits mit rund 1.000 Armeeangehörigen und 180 Polizeikräften geübt — und die Verbundsübung hat Schwachstellen offengelegt. Damit Ihre nächste Übung Koordination und Erstversorgung belastbar macht, liefert dieser kostenlose Leitfaden die Schritt-für-Schritt-Checkliste für Notfallübungen und den MANV-Ablaufplan. Schritt-für-Schritt-Checkliste jetzt sichern
Mit rund 1.000 Angehörigen der Armee und 180 Polizeimitarbeitenden wurde der Schutz kritischer Infrastrukturen gegen hybride Bedrohungen trainiert.
* Der Landkreis Saarlouis mobilisierte bereits Anfang September rund 600 Beteiligte für eine Katastrophenschutzübung, in die drei Kliniken und zwei Krisenstäbe eingebunden waren.
Für den 19. September 2026 plant die Freiwillige Feuerwehr Freiburg anlässlich ihres 175-jährigen Jubiläums eine weitere Übung am Freiburger Münster. Ab 16 Uhr soll dort die Rettung von Arbeitern von einem Baugerüst am Münsterturm unter Beteiligung von 40 Einsatzkräften und der Jugendfeuerwehr geprobt werden.
