Katastrophenschutz: 150 Einsatzkräfte üben den Ernstfall bei ABUS
Veröffentlicht am: 16.10.2026 um 20:09 Uhr | Redaktion boerse-global.deRegionale Einsatzkräfte und Betriebe verstärken ihre praktischen Übungen für den Not- und Katastrophenfall. Im Mittelpunkt der aktuellen Trainingsszenarien stehen koordinierte Evakuierungen sowie die Versorgung und Unterstützung hilfsbedürftiger und vulnerabler Personengruppen. Zahlreiche Standorte nutzen praxisnahe Simulationen, um Schnittstellen zwischen betrieblichen Strukturen, Feuerwehren und Rettungsdiensten zu überprüfen.
Großschadenslagen und Evakuierung in Betrieben
Auf dem Gelände der Firma ABUS Kransysteme in Gummersbach-Windhagen hielt das Amt für Brand-, Zivil- und Katastrophenschutz des Oberbergischen Kreises eine Katastrophenschutzübung ab. Unter dem Stichwort eines Massenanfalls von Verletzten mit der Errichtung eines Behandlungsplatzes 50 waren rund 150 Einsatzkräfte eingebunden.
Beteiligt waren neben den Feuerwehren Gummersbach und Radevormwald auch das Deutsche Rote Kreuz, die Malteser, Personal des Rheinisch-Bergischen Kreises, das Kreiskrankenhaus Gummersbach, Einsatzleitwagen, Personenauskunftsstelle, Psychosoziale Notfallversorgung und der Rettungsdienst des Kreises. Das vom nordrhein-westfälischen Innenministerium geförderte Training zielte auf die Optimierung der Kommunikation ab und nutzte Patientendummies mit dynamischen Verletzungsmustern. Kreisbrandmeister Julian Seeger sprach den Einsatzkräften seinen Dank aus.
Auch in anderen Industriearealen laufen intensive Trainings. Am Standort Technische Instandhaltung Rodund der illwerke vkw probten an einem Mittwochabend rund 200 Einsatzkräfte auf einem etwa 6.600 Quadratmeter großen Areal die Bewältigung eines Großbrandes in einer Lackiererei samt Rettung Vermisster aus einem Bürogebäude. Vizekommandant Johannes Netzer zog ein positives Resümee; die Erkenntnisse fließen in einen Leitfaden für Großeinsätze ein.
Im Chemiewerk Greiz fand eine Großübung mit mehr als 100 Kräften und Beteiligung von Land und Bund statt, bei der die Dekontamination einer betroffenen Person im Fokus stand.
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Für den 17. Oktober 2026 setzte das Landratsamt Augsburg zudem eine nicht öffentliche Katastrophenschutzübung im Industriepark Gersthofen an, um das Zusammenspiel von Hilforganisationen und Werkfeuerwehr bei Großschadenslagen zu trainieren.
Zeitgleich testet Amprion an der Konverterstation in Meerbusch-Osterath seine Brandschutzanlage inklusive Mitarbeiterevakuierung, während Feuerwehren bei 3M in Jüchen Personenrettungen üben.
Schutz vulnerabler Gruppen in Kliniken und Heimen
Besondere Anforderungen stellen Evakuierungen in Einrichtungen mit schutzbedürftigen Menschen dar. Im Azurit Seniorenzentrum Drei Tannen in Thalheim im Erzgebirge trainierten 42 Einsatzkräfte aus fünf freiwilligen Feuerwehren unter der Leitung von Jens Brunner die Personenrettung. Das Szenario verdeutlichte, dass bereits eine unbedacht offengelassene Zwischentür ausreicht, um Rauch in einen gesamten Wohnbereich eindringen zu lassen.
Für den 24. Oktober 2026 bereitet das Sana Klinikum Hof eine Evakuierungsübung auf der im Umbau befindlichen Station C3 vor. Gemeinsam mit Feuerwehr und Rettungsdienst erprobt das Haus die interne Alarmierung und die Arbeit der Klinikeinsatzleitung.
Eine effektive Gefährdungsbeurteilung im Brandschutz ist die Basis, um bei Übungen und im Realfall Schwachstellen wie offene Brandschutztüren rechtzeitig zu erkennen. Sicherheitsfachkräfte können hierfür eine professionelle Excel-Vorlage inklusive Risikomatrix und Maßnahmenplan gratis anfordern. Gefährdungsbeurteilung Brandschutz in Minuten erledigt: Kostenlose Excel-Vorlage für Sicherheitsfachkräfte
Während Übungspatienten eine reale Belegung simulieren und ein Zimmer verraucht wird, bringt das Klinikpersonal die Betroffenen zunächst in geschützte Bereiche der Etage, bevor die Feuerwehr übernimmt.
Bereits am 28. September 2026 diente das Seedammbad Bad Homburg als Schauplatz einer Räumungsübung mit rund 200 Schülern des Kaiserin-Friedrich-Gymnasiums. Die von einem externen Beratungsunternehmen begleitete Maßnahme testete Evakuierungswege; Stadtwerke-Direktor Peter Velte bewertete den Ablauf und das Verhalten der Teilnehmenden positiv.
Überregionale Koordination und Zivilschutzstrukturen
Parallel zu lokalen Betriebsszenarien schulen Einsatzdienste überregionale Konzepte. Die Medizinische Taskforce 34 plant für den 17. Oktober 2026 eine Übung am alten Flughafen Calden mit rund 180 Teilnehmenden aus Stadt und Landkreis Kassel.
Als arztbesetzte Sanitätseinheit für den Spannungs- und Verteidigungsfall trainiert die Formation unter Beteiligung von Berufsfeuerwehr, ASB und DRK den Betrieb einer Behandlungsstelle sowie logistische Abläufe für mehrtägige Zivilschutzeinsätze.
