Instagram und Facebook: EU droht Meta mit 12-Milliarden-Strafe
Veröffentlicht: 11.07.2026 um 11:13 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Am Freitag veröffentlichte sie vorläufige Ermittlungsergebnisse, wonach die Dienste des US-Konzerns Meta gegen europäisches Recht verstoßen. Dem Unternehmen droht nun eine Milliardenstrafe.
Kritik an Algorithmen und automatisierten Funktionen
Im Zentrum der Vorwürfe stehen Funktionen, die gezielt die Verweildauer maximieren. Die Kommission stuft das automatische Abspielen von Videos, endloses Scrollen und personalisierte Empfehlungsalgorithmen als hochgradig suchtgefährdend ein. Auch ständige Benachrichtigungen könnten bei jungen Nutzern eine zwanghafte Nutzung auslösen.
Die Brüsseler Behörde fordert, diese Funktionen standardmäßig zu deaktivieren. Zusätzlich sollen verpflichtende Bildschirmpausen eingeführt werden. Die Empfehlungen müssten sich von rein interaktionsbasierten Systemen lösen. Das Verfahren gegen Meta läuft bereits seit über zwei Jahren.
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Milliardenstrafe droht
Bestätigen sich die Vorwürfe, drohen empfindliche Sanktionen. Die EU kann Bußgelder von bis zu sechs Prozent des weltweiten Jahresumsatzes verhängen. Bei Meta wären das mehr als zwölf Milliarden Euro.
Parallel prüft die Kommission weitere Verstöße. Ein Verfahren befasst sich mit der Einhaltung des Mindestalters von 13 Jahren. Auch gegen den Konkurrenten TikTok läuft seit Februar ein ähnliches Verfahren. Die verschärfte Aufsicht über Tech-Konzerne nimmt weiter zu – immer stärker rückt die psychische Gesundheit junger Nutzer in den Fokus.
Politische Debatte über Nutzungsverbote
Die Ermittlungsergebnisse befeuern die Diskussion über strengere Regeln. Am Montag legt eine Expertenkommission Empfehlungen zu möglichen Social-Media-Verboten vor. In mehreren europäischen Ländern – darunter Deutschland, Österreich, Spanien und Griechenland – werden bereits Beschränkungen für Minderjährige erwogen. Die schleswig-holsteinische Bildungsministerin Karin Prien brachte solche Maßnahmen in die Debatte ein.
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Frankreich hatte einen Gesetzesvorschlag für ein Verbot unter 15 Jahren vorgelegt, den die EU-Kommission jedoch beanstandete. Auch in den USA geriet Meta unter Druck: In einem Prozess wegen des Suchtpotenzials seiner Dienste verlor das Unternehmen. Das Gericht sah die Verantwortung zu 70 Prozent bei Meta und verurteilte es zu drei Millionen US-Dollar Schadensersatz.
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