Konjunktur, Deutschland

Moldau verhängt Notstand wegen drohendem Gasmangel

13.12.2024 - 12:24:38

In der Republik Moldau ist wegen des drohenden Transitstopps für russisches Gas durch die Ukraine der Notstand ausgerufen worden.

Das Parlament in der Hauptstadt Chisinau votierte nach Medienberichten für den Antrag der Regierung von Ministerpräsident Dorin Recean. Hintergrund ist die Ankündigung der Ukraine, mit dem Auslaufen der Transitverträge ab dem 1. Januar kein Erdgas des Kriegsgegners Russland mehr durchzuleiten. Der Notstand soll ab kommendem Montag für 60 Tage gelten.

Die kleine Ex-Sowjetrepublik zwischen der Ukraine und Rumänien ist fast vollständig von russischem Gas abhängig. Zudem kommt dieses Gas durch das prorussische Separatistengebiet Transnistrien ins Land. Dessen Führung in Tiraspol hat bereits am vergangenen Montag wegen des drohenden Ausfalls der Lieferungen den Ausnahmezustand verhängt.

Ohne Gas auch kein Strom

Erschwerend kommt für Moldau dazu, dass auch der Großteil des Stroms in einem Gaskraftwerk in Transnistrien produziert wird. Ein geplanter Anschluss an das europäische Stromnetz über eine Starkstromleitung nach Rumänien existiert bisher nicht. Es gibt nur eine kleinere Verbindung; über sie wird seit Oktober ständig Strom geliefert. Der rumänische Energieminister Sebastian Burduja sagte am Donnerstag in Bukarest, man wolle Moldau in dieser Situation helfen und arbeite an einem Aktionsplan.

Russland und Moldau haben nach einem Bericht der Zeitung Moskauer "Kommersant" Ende November über alternative Gaslieferwege verhandelt, zum Beispiel über die Türkei. Aber auch diese Leitung führt kurz über ukrainisches Gebiet. Der russische Gasriese Gazprom US3682872078 ist nach eigenen Angaben weiter bereit, täglich 5,7 Millionen Kubikmeter Erdgas an Moldau zu liefern.

Zwischen Rumänien und Moldau gibt es noch eine kleinere Gaspipeline unter dem Fluss Prut, die täglich eine Million Kubikmeter Erdgas durchleiten kann. Moldau nutzt zudem rumänische Speicher als Puffer für Notfälle.

@ dpa.de | US3682872078 KONJUNKTUR

Weitere Meldungen

Deutsche Autohersteller verteidigen Spitzenplatz in Europa. Chinesische Anbieter legen zwar prozentual stark zu, allerdings weiter auf sehr niedrigem Niveau. Der Marktanteil steigt trotz internationaler Konkurrenz. (Wirtschaft, 27.01.2026 - 10:31) weiterlesen...

Ifo-Index stagniert im Januar - «Nullnummer zum Jahresstart». Die jüngsten Zolldrohungen von Donald Trump hinterlassen offenbar Spuren bei Unternehmen. Einen Lichtblick gibt es in der Industrie. Das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer enttäuscht im Januar. (Wirtschaft, 26.01.2026 - 11:38) weiterlesen...

Ifo-Index stagniert - «Wirtschaft startet ohne Schwung». Ökonomen sehen das als schlechtes Zeichen für die erhoffte Erholung im neuen Jahr. Das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer kommt im Januar nicht vom Fleck. (Wirtschaft, 26.01.2026 - 10:29) weiterlesen...

Standort mit Gewähr – Milliarden fließen nach Deutschland Gibt es weniger sichere Häfen für Investoren und profitiert davon Deutschland? Eine Untersuchung deutet darauf hin und erklärt, womit Deutschland punktet. (Wirtschaft, 25.01.2026 - 14:36) weiterlesen...

IW: Ausländische Investitionen in Deutschland steigen stark Gibt es weniger sichere Häfen für Investoren und profitiert davon Deutschland? Eine Untersuchung deutet darauf hin und erklärt, warum die Milliarden nach Deutschland fließen. (Wirtschaft, 25.01.2026 - 12:16) weiterlesen...

Bundesbank: Verhaltenes Wachstum im ersten Quartal. Ob der große Aufschwung kommt, hängt aber auch davon ab, wie das Geld eingesetzt wird. Steigende Löhne und staatliche Milliarden sollten die deutsche Wirtschaft 2026 anschieben. (Wirtschaft, 22.01.2026 - 12:00) weiterlesen...