Immobilienpreise, Anstieg

Immobilienpreise: Anstieg sinkt auf 0,6 Prozent, Wohnraummangel bleibt

Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 23:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Wohnimmobilien verteuerten sich im zweiten Quartal 2026 binnen Jahresfrist um 0,6 Prozent; in den Metropolen sanken Wohnungspreise.

Wohnimmobilien in Deutschland: Preisanstieg im zweiten Quartal gebremst
Unfertige Wohngebäude auf einer Baustelle in einer deutschen Vorstadt bei Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Die Preise für Wohnimmobilien in Deutschland haben sich im zweiten Quartal 2026 weiter verteuert, der Aufwärtstrend hat sich jedoch spürbar abgeschwächt. Nach vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes stiegen die Immobilienpreise im Vergleich zum Vorjahresquartal nur noch um 0,6 Prozent. Gegenüber dem ersten Quartal 2026 ergab sich ein leichtes Plus von 0,3 Prozent.

Zwar handelt es sich damit um den siebten Anstieg in Folge, zugleich markiert die Entwicklung jedoch das fünfte Quartal in Serie mit nachlassendem Preisauftrieb und den geringsten Anstieg seit dem Sommer 2024. Zudem revidierten die Statistiker den Zuwachs für das erste Quartal 2026 von ursprünglich 1,4 Prozent auf 1,2 Prozent nach unten.

Regionale Preisunterschiede zwischen Metropolen und Umland

In den sieben größten Metropolen – Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt am Main, Stuttgart und Düsseldorf – gaben die Preise für Eigentumswohnungen leicht nach. Sie verbilligten sich gegenüber dem Vorjahr um 0,4 Prozent und im Vergleich zum Vorquartal um 0,5 Prozent. Ein- und Zweifamilienhäuser in diesen Städten legten im Jahresvergleich zwar um 0,7 Prozent zu, verbuchten zum Vorquartal aber ein Minus von 0,6 Prozent.

In kreisfreien Großstädten abseits dieser sieben Metropolen verteuerten sich Eigentumswohnungen im Vorjahresvergleich um 2,0 Prozent und zum Vorquartal um 0,5 Prozent, während Ein- und Zweifamilienhäuser um 0,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr sowie um 0,9 Prozent zum Vorquartal zulegten.

In dicht besiedelten ländlichen Kreisen sanken die Preise für Wohnungen im Jahresvergleich um 1,8 Prozent und zum Vorquartal um 1,3 Prozent, während Häuser dort um 1,0 Prozent im Vorjahresvergleich und um 2,5 Prozent zum Vorquartal anzogen.

In dünn besiedelten Kreisen verbilligten sich Wohnungen um 0,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr und um 1,4 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Ein- und Zweifamilienhäuser gaben dort im Vorjahresvergleich um 0,4 Prozent nach, legten jedoch zum Vorquartal um 1,9 Prozent zu. Eurostat will die Vergleichszahlen für das zweite Quartal am 1. Oktober 2026 veröffentlichen.

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Hohe Zinsen und verfehlte Neubauziele

Trotz der verlangsamten Preisdynamik bleibt Wohneigentum für viele Bürger unerschwinglich. UBS-Chefanlagestratege Maximilian Kunkel weist darauf hin, dass die Preise in Frankfurt und München inflationsbereinigt bis zu 25 Prozent unter ihren Höchstständen der Jahre 2021 und 2022 liegen.

Nach Erhebungen des Immobilienverbands IVD zu Kauf- und Mietpreisen in rund 500 Städten und Gemeinden liegen Einfamilienhäuser real etwa ein Fünftel unter dem Rekordwert von Ende 2021. IVD-Marktforscher Stephan Kippes sieht den Grund für scheiternde Käufe vor allem in fehlendem Eigenkapital und dem gestiegenen Zinsniveau.

Nach Angaben des Vermittlers Dr. Klein kletterten die Bauzinsen seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar 2026 um rund 0,3 bis 0,5 Prozentpunkte. Die Europäische Zentralbank hatte die Leitzinsen im Jahresverlauf zweimal angehoben, von 2,00 Prozent auf 2,50 Prozent.

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FMH-Gründer Max Herbst beziffert die Sätze für zehnjährige Baufinanzierungen auf über 4 Prozent mit Tendenz zu 4,5 Prozent. LBBW-Analyst Horwedel hält Bauzinsen von über 4 Prozent vorerst für die Realität und verweist zudem auf die Blockade der Straße von Hormus, die Baumaterialien verknappe.

Gleichzeitig verschärft sich die Lage im Wohnungsbau. Das Statistische Bundesamt registrierte für 2025 lediglich 206.600 fertiggestellte Wohnungen – ein Rückgang um 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr und der niedrigste Stand seit 2012. Das einstige Ziel der Vorgängerregierung von jährlich 400.000 Einheiten wurde nie erreicht; geschätzt fehlen bundesweit mehr als eine Million Wohnungen.

Ökonom Sebastian Dullien vom Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung rechnet mit einem Dämpfer für die Baugenehmigungen. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen erwarten für 2026 einen durchschnittlichen Preisanstieg bei Immobilien von 2 Prozent und für 2027 ein Plus von 2,5 Prozent.

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