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Immobilienbranche: Nur ein Viertel der Befragten blickt optimistisch auf den Markt

Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 18:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Wohnimmobilien verteuerten sich im zweiten Quartal 2026 um 0,6 Prozent; hohe Finanzierungskosten und schwacher Neubau belasten den Sektor.

Deutscher Immobilienmarkt: Preise steigen langsamer, Branche bleibt verhalten
Immobilienbranche: Nur ein Viertel der Befragten blickt optimistisch auf den Markt Illustration mit AI erstellt.

Eine Umfrage unter 430 Unternehmen und Teilnehmenden der kommenden Fachmesse Expo Real zeigt eine gedrückte Stimmung in der deutschen Immobilienwirtschaft. Lediglich ein Viertel der Befragten beurteilt die aktuelle Lage am Immobilienmarkt optimistisch.

Demgegenüber äußerten sich 41 Prozent der Teilnehmenden zurückhaltend beziehungsweise sehr zurückhaltend, während das verbleibende Drittel eine neutrale Position einnimmt. Die Leiterin der Expo Real wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Jahre der niedrigen Zinsen vorbei seien.

Trotz der verhaltenen Grundstimmung verzeichnet die Branchenmesse, die Anfang Oktober stattfindet, über 1.700 Aussteller und zieht erstmals auch Akteure aus Abu Dhabi und Südkorea an.

Stabilisierung der Preise auf niedrigem Niveau

Nach Daten des Statistischen Bundesamtes verzeichneten die Wohnimmobilienpreise in Deutschland im zweiten Quartal 2026 einen Zuwachs von 0,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Dies stellt den geringsten Anstieg seit dem Sommer 2024 dar und markiert das fünfte Quartal in Folge mit einer abgeschwächten Dynamik.

Für das erste Quartal 2026 revidierte die Behörde den Zuwachs von zuvor 1,4 Prozent auf 1,2 Prozent. Im Vergleich zum Vorquartal legten die Preise um 0,3 Prozent zu.

Regional zeigt sich ein differenziertes Bild. In den sieben größten Metropolen gaben die Preise für Eigentumswohnungen im Vergleich zum Vorjahr um 0,4 Prozent und zum Vorquartal um 0,5 Prozent nach, während Ein- und Zweifamilienhäuser um 0,7 Prozent zulegten.

In den kreisfreien Großstädten außerhalb der Top-7 stiegen die Preise für Wohnungen um 2,0 Prozent im Jahresvergleich, Häuser verteuerten sich um 0,7 Prozent. In dicht besiedelten ländlichen Kreisen sanken die Preise für Eigentumswohnungen hingegen um 1,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Nach Einschätzung des Chefanlagestrategen der UBS liegen die Preise in Frankfurt und München inflationsbereinigt derzeit bis zu 25 Prozent unter den Höchstständen der Jahre 2021 und 2022. Ein Marktbericht des Immobilienverbands IVD für rund 500 Städte und Gemeinden bestätigt, dass ein breiter Aufschwung ausbleibt und die Preise für Einfamilienhäuser inflationsbereinigt rund ein Fünftel unter dem Rekordniveau von Ende 2021 liegen.

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Die Wohnimmobilienpreise in Deutschland legten im zweiten Quartal nur noch um 0,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu — der geringste Anstieg seit dem Sommer 2024. In den sieben größten Metropolen gaben Eigentumswohnungen sogar leicht nach, während kreisfreie Großstädte außerhalb der Top-7 um 2,0 Prozent zulegten. Wer in diesem Markt kaufen will, braucht eine belastbare regionale Einordnung statt Bauchgefühl. Kostenlosen Immobilien-Report anfordern

Belastung durch hohe Zinsen und mangelnden Wohnungsbau

Der Druck auf den Sektor wird maßgeblich durch die Zinsentwicklung verschärft. Die Europäische Zentralbank hat ihren Leitzins im Laufe des Jahres 2026 in zwei Schritten von 2,00 auf 2,50 Prozent angehoben. Nach Angaben des Gründers der FMH-Finanzberatung haben die zehnjährigen Bauzinsen die Marke von 4 Prozent überschritten und nähern sich der Grenze von 4,5 Prozent.

Analysten der LBBW betonen, dass Bauzinsen über 4 Prozent vorerst Realität bleiben und Lieferkettenprobleme durch die Blockade der Straße von Hormus den Materialmangel verschärfen. Gleichzeitig stieg die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen auf 3,57 Prozent, den höchsten Stand seit 2009.

Diese Rahmenbedingungen belasten die Bautätigkeit massiv. Im Jahr 2025 wurden in Deutschland lediglich 206.600 Wohnungen fertiggestellt – ein Rückgang von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr und der niedrigste Wert seit 2012. Schätzungen zufolge fehlen bundesweit über eine Million Wohnungen. Ein Ökonom des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) rechnet zudem mit einem weiteren Dämpfer bei den Baugenehmigungen.

Gemischte Bilanzen bei den Konzernen

Die veränderten Marktbedingungen spiegeln sich auch in den Zwischenbilanzen der großen Immobilienkonzerne wider. Vonovia meldete für das erste Halbjahr ein bereinigtes EBITDA von 1.456,5 Millionen Euro, was einem Zuwachs von 2 Prozent entspricht, bei einem organischen Mietwachstum von 3,6 Prozent und einer Leerstandsquote von 2,3 Prozent. Das bereinigte Vorsteuerergebnis ging jedoch um 3 Prozent auf 962 Millionen Euro zurück, und die Aktie verlor binnen drei Monaten 14 Prozent an Wert.

Noch deutlicher fielen die Kursverluste bei Aroundtown aus, deren Aktie auf Dreimonatssicht um 25 Prozent nachgab, während der operative Gewinn (FFO I) um 4 Prozent auf 143,8 Millionen Euro sank.

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Zehnjährige Bauzinsen haben die Marke von 4 Prozent überschritten und nähern sich laut Marktbeobachtern der 4,5-Prozent-Grenze. Gleichzeitig wurden 2025 nur 206.600 Wohnungen fertiggestellt — der niedrigste Wert seit 2012. Für Käufer heißt das: Die Finanzierung entscheidet stärker über die Rendite als der Kaufpreis. Der Report zeigt, wie Sie Eigenkapital, Zinsbindung und Tilgung auf dieses Zinsniveau ausrichten. Checkliste Kaufzeitpunkt jetzt anfordern

Die HAMBORNER REIT verzeichnete einen FFO-Rückgang von ebenfalls 4 Prozent auf 23,8 Millionen Euro bei einem Loan-to-Value von 45,2 Prozent, einer Eigenkapitalquote von 53,9 Prozent und einem Kursverlust von 6 Prozent im Dreimonatszeitraum.

Demgegenüber plant die BENO Holding einen Ausbau ihres Portfolios von rund 90 auf 300 Millionen Euro, nachdem sich ihr FFO von minus 0,07 auf 2,25 Millionen Euro verbesserte. Zuletzt meldete das Unternehmen einen Erwerb in Roth bei Nürnberg zum 8,6-Fachen der Jahresnettokaltmiete.

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