IKEA-Streik: Verdi mobilisiert über 8.000 Beschäftigte bundesweit
19.06.2026 - 16:41:49 | boerse-global.de
Im Fokus der bundesweiten Warnstreiks stand der schwedische Möbelkonzern IKEA. Mehr als die Hälfte aller deutschen Standorte waren betroffen, insgesamt beteiligten sich über 8.000 Beschäftigte der Branche an den Arbeitsniederlegungen.
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Jede zweite IKEA-Filiale bestreikt
Von den 54 IKEA-Einrichtungshäusern bundesweit legten 31 die Arbeit nieder. In Berlin rief Verdi die Belegschaften aller drei Filialen in Spandau, Tempelhof und Lichtenberg zum Streik auf. Eine zentrale Kundgebung fand am Wittenbergplatz statt. Ausgenommen blieben die Standorte in Brandenburg – dort gilt aufgrund der Friedenspflicht kein Streikaufruf.
Der Möbelhändler betonte, das Streikrecht zu respektieren. Dennoch versuchte das Unternehmen, die Auswirkungen für Kunden durch organisatorische Maßnahmen gering zu halten. Nach eigenen Angaben blieben alle Filialen geöffnet. Allerdings mussten Kunden mit Einschränkungen rechnen – vor allem im Kassenbereich und bei Beratungsterminen, etwa in den Küchenstudios, kam es zu Verzögerungen.
Verhärtete Fronten am Verhandlungstisch
Die Positionen der Tarifparteien liegen weit auseinander. Verdi fordert 7 Prozent mehr Lohn, mindestens jedoch 225 Euro mehr pro Monat. Die Laufzeit des neuen Tarifvertrags soll zwölf Monate betragen.
Die Arbeitgeber bieten dagegen eine zweistufige Erhöhung: Ab November 2026 sollen die Entgelte um 2 Prozent steigen, gefolgt von weiteren 1,5 Prozent im August 2027. Dafür verlangen sie eine Laufzeit von zwei Jahren. Verdi wies das Angebot als unzureichend zurück. Steven Haarke, Tarifgeschäftsführer des Handelsverbandes Deutschland (HDE), kritisierte die Streiks scharf. Sie führten nicht zu einer Lösung am Verhandlungstisch.
Sparkurs trotz Rekordumsatz
Verdi-Bundesvorstandsmitglied Silke Zimmer begründete die Ausweitung der Streiks auch mit der Geschäftspolitik von IKEA. Der Konzern erzielte im Geschäftsjahr 2024 einen Umsatz von 6,1 Milliarden Euro – das zweitbeste Ergebnis der Firmengeschichte. Dennoch verfolge das Unternehmen einen Sparkurs, der zulasten der Beschäftigten gehe.
Die Gewerkschaft kritisierte vor allem, dass IKEA für 2026 erstmals betriebsbedingte Kündigungen angekündigt habe. Konkret verwies sie auf das Kundenservicecenter in Rostock, wo 280 Beschäftigte ihre Jobs verloren hätten. Zudem stehe die Schließung der IT-Abteilung am Standort Dortmund im Raum. Der Vorwurf: Trotz guter wirtschaftlicher Lage baut IKEA Personal ab und erhöht den Druck auf die verbleibenden Mitarbeiter.
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Nächste Verhandlungsrunde am Montag
Die Warnstreiks haben den Handel bundesweit lahmgelegt. Doch die nächsten Verhandlungstermine stehen bereits fest. Am kommenden Montag sollen die Gespräche für den Einzelhandel in Rheinland-Pfalz sowie für den Groß- und Außenhandel in Hamburg fortgesetzt werden. IKEA nimmt in den Tarifrunden eine einflussreiche Position ein – unter anderem stellt der Konzern im Saarland die Verhandlungsführung auf der Arbeitgeberseite.
