HR-Digitalisierung: Personalabteilungen hinken mit 47 Prozent hinterher
03.07.2026 - 13:05:24 | boerse-global.de
Südostasiatische Unternehmen investieren massiv in Künstliche Intelligenz – doch ihre Personalabteilungen hinken hinterher. Das führt zu Effizienzverlusten und Überlastung der Belegschaft.
Große Kluft bei der Digitalisierung
Eine aktuelle Studie des Anbieters Lark zeigt eine deutliche Schieflage. Demnach sind die IT-Abteilungen mit 69 Prozent und die Finanzbereiche mit 60 Prozent am stärksten digitalisiert. Das Personalwesen kommt gerade mal auf 47 Prozent, die Mitarbeitererfahrung auf 48 Prozent.
Die Folgen sind messbar: 55 Prozent der Angestellten verlieren wöchentlich drei oder mehr Stunden durch digitale Ineffizienzen. 71 Prozent fühlen sich von der Vielzahl unterschiedlicher Tools überwältigt. Olivier Adam von Lark APAC spricht von einer „digitalen Steuer“ und fordert, Mitarbeiter aktiver in die Transformation einzubeziehen.
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Für die Studie wurden 900 Unternehmen und 5.000 Mitarbeiter in sechs Ländern befragt.
APAC-Region weltweit führend bei KI
Trotz der Baustellen im Personalbereich zeigt sich die Region Asien-Pazifik besonders aufgeschlossen für neue Technologien. Der HireRight 2026 Global Benchmark Report belegt: 43 Prozent der Unternehmen nutzen KI für Schulungen, 35 Prozent setzen sie in der Talentakquise ein.
Besonders bemerkenswert ist der Wandel bei KI-gestützten Bewerbungen. 49 Prozent der HR-Verantwortlichen in APAC bewerten die Nutzung von KI durch Kandidaten positiv – ein deutlicher Sprung gegenüber 30 Prozent im Vorjahr. Zum Vergleich: In Nordamerika nutzen 52 Prozent der Personalabteilungen bisher gar keine KI-Lösungen.
Fachkräftemangel auf den Philippinen
Die hohe Bereitschaft zur Technologie stößt auf personelle Grenzen. Die Studie „Aon Human Capital Trends 2026“ zeigt am Beispiel der Philippinen: 72 Prozent der Organisationen haben KI bereits eingeführt oder testen sie in Pilotprojekten.
Zwar erwarten 94 Prozent neue Berufsbilder durch die Technologie. Doch nur 17 Prozent sehen sich in der Lage, die benötigten KI-Talente zu rekrutieren oder zu halten. Hinzu kommt eine Diskrepanz bei den Erwartungen: 71 Prozent der Angestellten wünschen sich maßgeschneiderte Zusatzleistungen, erhalten sie aber nur von 9 Prozent der Arbeitgeber. Lediglich 13 Prozent der philippinischen Unternehmen haben transparente Vergütungsstrukturen.
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Weiterbildung bleibt auf der Strecke
Der für den 8. Juli in Manila angekündigte „State of HR Summit“ von Sprout Solutions dürfte diese Probleme adressieren. Vorab veröffentlichte Daten zeigen: 95 Prozent der befragten Fachkräfte sind mit KI vertraut, 89 Prozent begrüßen die Veränderungen. Doch nur 35 Prozent haben von ihrem Arbeitgeber entsprechende Weiterbildungen erhalten.
Ähnliche Beobachtungen kommen von i4cp. Die Marktforscher befragten weltweit über 1.300 Führungskräfte. Ihr Befund: Viele HR-Funktionen experimentieren mit punktuellen Lösungen, statt Arbeitsprozesse grundlegend neu zu gestalten. Unternehmen mit einer ausgeprägten KI-Kultur erzielen laut i4cp eine bis zu 4,5-mal höhere Wirkung ihrer HR-Maßnahmen.
Erfolgsgeschichten am Rande
Trotz struktureller Probleme gibt es Lichtblicke. Beisen Holdings, ein chinesischer Anbieter von HR-Software, meldete für 2026 einen Umsatzanstieg von 16,9 Prozent auf rund 1,1 Milliarden RMB. Das Unternehmen wächst besonders im KI-Bereich und startete am 24. Juni eine neue Plattform namens Mavens.
Auch industriell gibt es Fortschritte: Rockwell Automation in Singapur wurde vom Weltwirtschaftsforum als „Global Lighthouse“ für Produktivität ausgezeichnet. Das Werk setzt mehr als 50 digitale und KI-gestützte Lösungen ein – von intelligenter Automatisierung bis zu KI-basierter Qualitätskontrolle.
