Hochrisikospiele: DFB gibt Polizeikosten an Heimvereine weiter
Veröffentlicht am: 12.09.2026 um 20:30 Uhr | Redaktion boerse-global.deDas Präsidium des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat die Entscheidung getroffen, zusätzliche Polizeikosten bei sogenannten Hochrisikospielen künftig mindestens anteilig an die jeweiligen Heimvereine weiterzugeben. Wie aus Berichten vom 11. September 2026 hervorgeht, reagiert der Verband damit auf die rechtliche Entwicklung der vergangenen Jahre und beruft sich bei diesem Schritt explizit auf seine interne Vermögensbetreuungspflicht.
Rechtliche Grundlage und Umsetzungsmodus
Die Basis für den aktuellen Beschluss bildet ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts aus dem Jahr 2025. In diesem Verfahren wurde die Bremer Gebührenregelung, die bereits auf das Jahr 2014 zurückgeht und durch eine Klage der Deutschen Fußball Liga (DFL) ausgelöst worden war,??instanzlich bestätigt. Das Gericht erlaubte dem Land Bremen damit, die Kosten für Polizeieinsätze bei Bundesliga-Partien mit erhöhtem Risiko in Rechnung zu stellen.
Der nun beschlossene Mechanismus sieht vor, dass der DFB erhaltene Gebührenbescheide für Polizeimehrkosten direkt an die betroffenen Heimvereine weiterreicht. Bisher ist Bremen das einzige Bundesland, das eine solche Gebührenerhebung praktiziert. Dort werden die anfallenden Kosten durch die DFL bereits vollständig an den Verein Werder Bremen weitergegeben.
Kritik der Verbände trotz Verfahrensumstellung
Trotz des formellen Beschlusses zur Kostenweitergabe bleibt die grundsätzliche Haltung der Fußballverbände gegenüber staatlichen Gebührenbescheiden kritisch.
DFB-Präsident Bernd Neuendorf bezeichnete die Erhebung von Gebühren laut Berichten vom 11. September 2026 nach wie vor als den falschen Ansatz. Sowohl der DFB als auch die DFL bevorzugen demnach weiterhin eine kooperative Zusammenarbeit mit der Politik und den Sicherheitsbehörden anstelle einer finanziellen Belastung der Organisatoren.
Der DFB hat beschlossen, Gebührenbescheide für Polizeimehrkosten bei Hochrisikospielen mindestens anteilig an die jeweiligen Heimvereine weiterzugeben. Für Vorstände und Sportrecht-Verantwortliche heißt das: klare Zuständigkeiten, prüfbare Bescheide und ein belastbarer Umgang mit den Sicherheitsauflagen. Der kostenlose Leitfaden ordnet die Rechtslage nach dem BVerfG-Urteil ein und zeigt, wie Sie Gebührenbescheide prüfen und Widerspruch einlegen. Leitfaden zu Polizeikosten jetzt anfordern
Der Verband hatte bereits im Mai 2026 darauf hingewiesen, dass solche Gebühren insbesondere für Vereine in der 3. Liga sowie in der Regionalliga existenzgefährdend sein könnten. Dennoch sieht sich die Verbandsführung durch die höchstrichterliche Rechtsprechung und die finanzielle Verantwortung gegenüber dem Gesamtverband zur Weitergabe der Kosten gezwungen.
Reaktionen aus Politik und Polizeigewerkschaften
Auf politischer Ebene zeichnet sich eine Ausweitung der Kostenbeteiligung ab. Das Saarland plant, als künftig zweites Bundesland Veranstalter von Hochrisikospielen an den zusätzlichen Polizeikosten zu beteiligen.
Die Polizeigewerkschaften begrüßten die Entscheidung des DFB-Präsidiums einhellig. Der Bundesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Heiko Teggatz, nannte die Gebührenbescheide keinen Selbstzweck und forderte weitere Bundesländer auf, dem Beispiel Bremens zu folgen. Auch die Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Mannheim sprach sich für den Beschluss aus und plädierte zudem für eine bundeseinheitliche Regelung.
Auswirkungen auf den Spielbetrieb
Für Vereine in der 3. Liga und Regionalliga können Polizeigebühren nach Einschätzung des DFB existenzgefährdend wirken. Bislang erhebt nur Bremen solche Gebühren, doch das Saarland plant eine vergleichbare Regelung — weitere Bundesländer könnten folgen. Dieser Leitfaden bündelt eine Compliance-Checkliste für Hochrisikospiel-Auflagen und ein Muster für den Widerspruch gegen Gebührenbescheide. Compliance-Checkliste jetzt sichern
Wie massiv die Sicherheitsaufwendungen ausfallen können, verdeutlichte ein DFB-Pokalspiel zwischen Waldhof Mannheim und dem 1. FC Kaiserslautern am 21. August 2026. Bei dieser Begegnung waren rund 1400 Polizeikräfte im Einsatz; im Verlauf des Einsatzes wurden 35 Polizeibeschäftigte verletzt.
Für Vereine wie den FC St. Pauli könnten ähnliche Szenarien in der laufenden Saison zu erheblichen finanziellen Belastungen führen. So wird erwartet, dass insbesondere Heimspiele gegen Klubs wie Dynamo Dresden künftig höhere Kosten für den Verein verursachen dürften, sollte das entsprechende Bundesland von der Möglichkeit der Gebührenerhebung Gebrauch machen.
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