Hitzeschutzverordnung: Österreich testet neue Regeln bei 30 Grad
29.05.2026 - 08:16:23 | boerse-global.deRund 30 Grad Celsius in Teilen Österreichs – die erste Hitzewelle des Jahres stellt die neue Hitzeschutzverordnung (Hitze-V) vor ihre Bewährungsprobe. Seit 1. Januar 2026 in Kraft, verpflichtet das Gesetz Arbeitgeber zu konkreten Schutzmaßnahmen für Beschäftigte, die im Freien arbeiten.
Was die Hitze-V vorschreibt
Ab einer Hitzewarnstufe 2 – typischerweise bei 30 Grad Celsius – greifen die neuen Regeln. Arbeitgeber müssen ausreichend Trinkwasser bereitstellen, schattige Rückzugsorte garantieren und die Arbeitszeiten anpassen. Schwere körperliche Tätigkeiten sollen in die kühleren Morgen- oder Abendstunden verlegt werden.
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Die Sozialversicherung der Selbstständigen (SVS) unterstützt Firmen mit Beratungsangeboten und einem finanziellen Anreiz, dem sogenannten „Sicherheitshunderter". Damit soll die Anschaffung persönlicher Schutzausrüstung erleichtert werden. Doch die Umsetzung bleibt knifflig, wie Branchenkenner betonen. Besonders die Kombination von Sonnenschutz mit bestehenden Sicherheitsauflagen – etwa dem Tragen von Bauhelmen – gestaltet sich in der Praxis schwierig.
Gewerkschaft fordert schärfere Kontrollen und Ausweitung
Der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) zeigt sich mit der Durchsetzung unzufrieden. Die Gewerkschaft kritisiert, dass die Arbeitsinspektion zu wenig kontrolliere, ob die Unternehmen die neuen Regeln auch tatsächlich einhalten.
Darüber hinaus fordern die Arbeitnehmervertreter eine Ausweitung der Verordnung. Bislang gilt die Hitze-V ausschließlich für Arbeiten im Freien. Die Gewerkschaft drängt darauf, auch Innenräume einzubeziehen – darunter Industriehallen, Pflegeheime und Schulen. Auch dort können hohe Temperaturen erhebliche Gesundheitsrisiken für die Beschäftigten bedeuten.
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Hitzeschutz als Daueraufgabe
Die neuen Arbeitsschutzstandards kommen zu einer Zeit, in der das Thema Hitze weltweit auf der Agenda steht. Bei den French Open in Paris, die Ende Mai 2026 begonnen haben, greifen eigene Hitzeregeln: Ab 30,1 Grad Celsius sind Kühlpausen für die Spieler vorgesehen.
Die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) hat erst am 28. Mai 2026 einen alarmierenden Bericht vorgelegt. Demnach liege die Wahrscheinlichkeit bei 86 Prozent, dass eines der Jahre zwischen 2026 und 2030 einen neuen Temperaturrekord aufstellen wird – und damit das bereits extrem heiße Jahr 2024 übertrifft. Die Forscher warnen zudem, dass das Ende des El-Niño-Zyklus Ende 2026 die Wahrscheinlichkeit für Rekordhitze im Jahr 2027 weiter erhöhen könnte.
Die Botschaft ist klar: Hitzeschutz am Arbeitsplatz ist keine vorübergehende Maßnahme, sondern eine langfristige Notwendigkeit.
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