Hitzebelastung: 431 Millionen Euro Schaden pro Tag für Wirtschaft
Veröffentlicht: 17.07.2026 um 23:30 Uhr, Redaktion boerse-global.de
DGB-Chefin Yasmin Fahimi fordert ein staatliches Hitze-Ausfallgeld für Beschäftigte. Hintergrund: Eine Umfrage zeigt, dass sich jeder dritte Arbeitnehmer durch Hitze belastet fühlt. Unter Zeitdruck steigt dieser Wert auf fast die Hälfte.
Die wirtschaftlichen Folgen sind enorm. Berechnungen zufolge kostet jeder Hitzetag die deutsche Wirtschaft rund 431 Millionen Euro. Die IG BAU Hamburg erinnert zudem an die WSS-Regel für Arbeiten im Freien: Wasser, Sonnencreme, Schatten. Arbeitgeber müssen demnach ausreichend Getränke bereitstellen – drei bis fünf Liter pro Tag sind veranschlagt.
Schutzmaßnahmen ab 26 Grad
Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) hat klare Vorgaben. Bereits ab einer Raumtemperatur von 26 Grad Celsius sollten Arbeitgeber Schutzmaßnahmen ergreifen. Das regelt die Arbeitsstättenregel ASR A3.5.
Doch nicht nur Hitze gefährdet die Gesundheit. Das Sitzverhalten bleibt ein zentrales Risiko im Büroalltag.
Bewegungsmangel: Neun Stunden Sitzen pro Tag
Laut dem DKV-Report 2023 sitzen Menschen in Deutschland an Wochentagen durchschnittlich gut neun Stunden. Bei jungen Erwachsenen sind es sogar über zehn Stunden. Eine Studie der Universität Glasgow mit mehr als 90.000 Probanden belegt: Langes Sitzen erhöht das Krebsrisiko.
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Experten empfehlen daher, alle 30 bis 60 Minuten die Position zu wechseln. Treppen steigen oder regelmäßiges Gehen in den Alltag integrieren – das hilft.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat ihre Leitlinien zur Demenzprävention 2026 aktualisiert. Bis zu 45 Prozent des Risikos sind demnach vermeidbar. Körperliche Aktivität gilt als eine der stärksten Präventionsmaßnahmen.
Eine aktuelle Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) zeigt: Bereits 40 bis 60 Minuten Krafttraining pro Woche reichen aus, um die WHO-Empfehlungen zu erfüllen. Der Minimal-Dosis-Ansatz setzt auf Mehrgelenksübungen und Supersätze – das spart bis zu 37 Prozent Zeit.
Ergonomie am Arbeitsplatz: Neue Produkte für gesünderes Sitzen
Der Markt reagiert auf den wachsenden Bedarf an gesundheitsfördernder Büroausstattung. Höhenverstellbare Schreibtische gibt es in verschiedenen Preisklassen. Das Modell FEBRÜ Elevate startet bei 499 Euro mit einem Verstellbereich von 640 bis 1300 mm. Der Active Smove kostet ab 629 Euro, das Modell WINEA STARTUP 2.0 ist für Belastungen bis 80 Kilogramm ausgelegt.
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Assmann Electronic hat das Portfolio der Marke Digitus um neue LED-Schreibtischlampen erweitert. Sie sind durch das Institut für Gesundheit und Ergonomie (IGR) zertifiziert. Vier Farbtemperaturen und fünf Helligkeitsstufen ermöglichen individuelle Anpassung. Ein flexibler Schwanenhals sorgt für optimale Ausrichtung.
Bei Bürostühlen raten Fachleute auf Sitzhöhenverstellung, Sitztiefe, Lordosenstütze und atmungsaktive Materialien zu achten. Modelle wie der LiberNovo Omni oder der Ochama Black Mesh (bis 150 Kilogramm Belastbarkeit) erfüllen diese Anforderungen.
Forschung und Infrastruktur: Bewegung fördern, Immobilien anpassen
Die FH Münster hat das Forschungsprojekt „Be part – take part!“ gestartet. Über drei Jahre fördern die Techniker Krankenkasse und der Allgemeine Deutsche Hochschulsportverband (ADH) die Bewegung bei Studierenden.
Parallel dazu passt sich die Infrastruktur an. Der Branchenverband gefma veröffentlichte ein White Paper zur Klimaanpassung im Facility Management. Dach- und Fassadenbegrünung sowie Entsiegelung sollen die Hitzebelastung in Städten reduzieren.
In Bielefeld wird Bewegung im öffentlichen Raum verankert: Am 13. September 2026 findet der erste „City Move – Bielefelder Tag des Sports“ statt. Rund 50 Vereine beteiligen sich.
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