Hitze am Arbeitsplatz: DGB fordert Ausfallgeld für 35 Prozent
Veröffentlicht: 19.07.2026 um 05:48 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Zwischen gesetzlichen Reformen, Digitalisierung und veränderten Arbeitsbedingungen müssen Betriebsräte immer mehr Spezialwissen aufbauen.
Positive Wahlbilanz in Düsseldorf-Neuss
Die IG Metall Düsseldorf-Neuss und der DGB Ratingen melden erfolgreiche Betriebsratswahlen 2026. In rund 150 Betrieben der Region wurden neue Arbeitnehmervertretungen gewählt. Die Wahlbeteiligung lag bei etwa 65 Prozent – das Niveau der Vor-Corona-Zeit ist damit wieder erreicht.
Erfolgreiche Wahlen gab es unter anderem bei ABB, Vodafone, Hünnebeck, Novar und der Lintorfer Eisengießerei. Der DGB sieht trotzdem weiter Handlungsbedarf beim Ausbau der Mitbestimmungsrechte. Die Ergebnisse zeigen: Stabile Interessenvertretung ist in Zeiten des wirtschaftlichen Umbruchs gefragt.
Bundesarbeitsgericht kippt Wahl wegen Formalien
Die Arbeit der Gremien bleibt rechtlich anspruchsvoll. Ein aktueller Beschluss des Bundesarbeitsgerichts (Az. 7 ABR 39/24) zeigt die strengen formalen Anforderungen: Das Gericht erklärte die Wahl in einem Tiefbauunternehmen für unwirksam. Grund: Auf dem Formular für eine schriftliche Zuordnungsabstimmung fehlte ein einheitlicher Stichtag. Solche Verfahrensfehler können innerhalb von zwei Wochen zur Anfechtung führen.
Hinzu kommt eine geplante Arbeitsrechtsreform. Sie sieht unter anderem vor, die Attestpflicht bereits ab dem ersten Krankheitstag zu ermöglichen. Auch der Spielraum für sachgrundlose Befristungen soll auf bis zu 48 Monate wachsen. Die Auflösung von Arbeitsverhältnissen für Hochverdiener wird erleichtert. Betriebsräte müssen diese Prozesse künftig im Rahmen ihrer Beteiligungsrechte begleiten.
Formfehler bei der Wahl können weitreichende Folgen haben und die gesamte Betriebsratsarbeit gefährden. Dieser kostenlose PDF-Report zeigt Ihnen, worauf Wahlvorstände und Arbeitnehmer unbedingt achten müssen, um rechtssicher zu agieren. Fehler bei der Betriebsratswahl vermeiden
Hitze am Arbeitsplatz: DGB fordert Ausfallgeld
Mitte Juli 2026 forderte DGB-Chefin Yasmin Fahimi ein gesetzliches Hitze-Ausfallgeld. Laut Erhebungen fühlen sich 35 Prozent der Beschäftigten durch Hitze belastet. Bei Außenarbeiten von mehr als sechs Stunden steigt der Anteil auf 60 Prozent. Als Vorbild nannte Fahimi Regelungen aus dem Dachdeckerhandwerk.
Gleichzeitig verändert die Digitalisierung die Anforderungen an die Sozialpartnerschaft. Eine Veranstaltungsreihe des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) am 21. Juli 2026 befasst sich mit der Resilienz der Mitbestimmung. Experten wie Dr. Hagen Lesch (IW) und Dr. Gerhard Erdmann (Arbeitgeberverband Stahl) diskutieren, wie die Sozialpartnerschaft unter dem Druck von KI und demografischem Wandel stabil bleibt.
Ob Arbeitszeitregelungen bei Hitze oder der Einsatz neuer Technologien – das Betriebsverfassungsgesetz bietet starke Mitbestimmungsrechte nach § 87 BetrVG. Ein kostenloser Ratgeber erklärt verständlich und praxisnah, wie Sie diese Rechte in Ihrer täglichen Arbeit erfolgreich durchsetzen. Alle Mitbestimmungsrechte im Überblick – Gratis-E-Book
Schulungsoffensive für Betriebs- und Personalräte
Der steigende Beratungsbedarf zeigt sich im Bildungsangebot 2026. Allein für Personalräte gibt es über 140 verschiedene Seminarthemen – von Stellenbeschreibungen über Datenschutz bis zu Beteiligungsrechten. Auch in der Pflegebranche laufen gezielte Webinare zum Datenschutz.
Neue Sicherheitsvorgaben kommen auf Unternehmen zu. In Österreich wird die NIS2-Richtlinie ab 2026 für Sektoren wie Energie, Gesundheit und Finanzen verpflichtend. Sie bringt umfangreiche IT-Sicherheitsmaßnahmen und Meldepflichten mit sich. Parallel überarbeitet die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) die Vorschriften zur Prüfung elektrischer Anlagen – risikoorientierter und praxisnäher. Die Bundesregierung diskutiert zudem über eine Entlastung bei der Prüfpflicht für Büro-Kleingeräte.
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