Hitze, Arbeitsplatz

Hitze am Arbeitsplatz: Arbeitgeber müssen ab 26 Grad handeln

28.05.2026 - 21:31:43 | boerse-global.de

Ab 26 Grad müssen Arbeitgeber handeln, ab 30 Grad wird es zur Pflicht. Ein Drei-Stufen-Modell regelt die Maßnahmen bei Hitze am Arbeitsplatz.

Hitze am Arbeitsplatz: Arbeitgeber müssen ab 26 Grad handeln - Foto: über boerse-global.de
Hitze am Arbeitsplatz: Arbeitgeber müssen ab 26 Grad handeln - Foto: über boerse-global.de

Ab 26 Grad Raumtemperatur müssen Chefs handeln. Was erlaubt ist und wo die Grenzen liegen.

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Ab wann wird es gefährlich?

Die Technischen Regeln für Arbeitsstätten (ASR A3.5) legen ein klares Drei-Stufen-Modell fest. Bei mehr als 26 Grad Celsius sollte der Arbeitgeber erste Maßnahmen ergreifen. Ab 30 Grad wird daraus eine rechtliche Pflicht. Überschreitet die Temperatur 35 Grad, ist der Raum ohne spezielle Schutzvorkehrungen wie Luftduschen oder Entwärmungsphasen nicht mehr für die Arbeit geeignet.

Zu den möglichen Maßnahmen zählen Jalousien, kostenlose Getränke oder lockere Kleidungsvorschriften. Auch Ventilatoren oder eine Verlagerung der Arbeitszeit in kühlere Morgenstunden sind gängige Optionen.

Kein „Hitzefrei“ für Arbeitnehmer

Trotz der Grenzwerte gibt es kein generelles Recht, den Arbeitsplatz zu verlassen. Eigenmächtiges Gehen ist nur bei akuter Gesundheitsgefährdung erlaubt. Die Entscheidung über konkrete Maßnahmen liegt im Ermessen des Arbeitgebers.

Klimawandel verändert Arbeitsbedingungen

Der TÜV Rheinland beobachtet branchenübergreifende Veränderungen durch den Klimawandel. Besonders betroffen: Bauwirtschaft, Logistik und Landwirtschaft. Laut EU-OSHA ist bereits etwa ein Drittel der Beschäftigten in Europa klimabedingten Risiken wie Hitze und UV-Starhlung ausgesetzt.

Regionale Daten untermauern den Trend: Im Kreis Groß-Gerau stieg die Durchschnittstemperatur über 100 Jahre von 9,9 auf 11,1 Grad Celsius. Kommunen wie Stuttgart und Groß-Gerau erarbeiten daher Hitzeaktionspläne – mit baulichen Sanierungen und Entsiegelung von Flächen für bessere Nachtauskühlung.

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Schulen: 42 Grad im Klassenzimmer

Auch Bildungseinrichtungen geraten in den Fokus. Der Schweizer Lehrerverband LCH fordert ein rechtlich verankertes Hitzemanagement. Hintergrund: Messungen aus dem Jahr 2023 dokumentierten in Schulräumen in Baselland Nachmittagstemperaturen von bis zu 42 Grad Celsius.

Der vorgeschlagene Stufenplan sieht vor, ab 26 Grad Aktivitäten zu verschieben und ab 30 Grad den Unterricht ganz einzustellen. Kinder seien aufgrund ihrer Körperoberfläche und geringeren Schweißproduktion besonders anfällig für Dehydrierung.

Internationale Beispiele: Spanien, Indien, French Open

Die Hitzeproblematik ist global. In Spanien meldete die Gewerkschaft CSIF für 2025 insgesamt 264 hitzebedingte Arbeitsunfälle, fünf davon tödlich. Arbeitnehmervertreter fordern verbindliche Regelungen ab 30 Grad. In Indien drängen Gewerkschaften auf bezahlte Kühlpausen und einen Arbeitsstopp zwischen 11 und 16 Uhr.

Selbst der Profisport reagiert: Bei den aktuellen French Open in Paris kommen bei Temperaturen um 30 Grad spezifische Hitzeregeln zur Anwendung. Ab einem WBGT-Index von 30,1 Grad gibt es zehnminütige Kühlpausen. Ab 32,2 Grad müssen Spiele unterbrochen werden.

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