Himolla-Krise: 850 Mitarbeiter im Schutzschirmverfahren
28.06.2026 - 11:43:07 | boerse-global.de
Während Traditionshersteller wie Himolla in Schutzschirmverfahren schlittern und Filialisten Filialen schließen, investieren Mittelständler Millionen in moderne Arbeitswelten. Aktuelle ifo-Zahlen zeigen eine vorsichtige Trendwende.
Himolla in der Krise: 850 Mitarbeiter betroffen
Am 26. Juni leitete die Himolla Polstermöbel GmbH aus Taufkirchen ein Schutzschirmverfahren ein. Rund 850 Mitarbeiter am Stammsitz sind betroffen, ihre Löhne sind bis August durch Insolvenzgeld abgesichert.
Die Geschäftsführung setzt nun auf einen Sanierungsexperten. Der Betrieb an den internationalen Standorten in Polen, Rumänien, der Slowakei und Ungarn läuft indes uneingeschränkt weiter. Hintergrund: Die Polstermöbelindustrie verzeichnete bereits in den ersten Monaten des Jahres einen zweistelligen Umsatzrückgang.
Husemann baut: Millionen für neues Büro
Ganz anders die Lage in Gütersloh. Die Unternehmensgruppe Husemann hat Ende Juni den Grundstein für ein Neubauprojekt gelegt. Das Unternehmen investiert einen hohen einstelligen Millionenbetrag in ein Bürogebäude mit 40 modernen Arbeitsstationen und Betriebsrestaurant.
Das Gebäude wird energieautark: Photovoltaik, Erdwärme und Speichersysteme sollen den Betrieb decken. Fertigstellung ist für Sommer 2027 geplant. Ein Großteil der Belegschaft arbeitet am Standort Gütersloh.
Depot schließt jede dritte Filiale
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Die Konsolidierung im Handel geht weiter. Die Kette Depot schließt 66 ihrer 155 Filialen. Schuld sind gestiegene Importkosten und der wachsende Druck asiatischer Online-Plattformen.
Positive Nachrichten gibt es für Möbel Pagnia: Die Wohnorama Möbel Kuch GmbH übernimmt das Unternehmen und drei Filialen zum 1. Juli. Rund 100 Arbeitsplätze bleiben erhalten.
Ikea setzt auf Mini-Formate
Der Marktführer reagiert auf das veränderte Einkaufsverhalten. Ende Juni eröffnete in Ingolstadt das erste deutsche Kompakt-Möbelhaus. Mit knapp 3.000 Quadratmetern ist es deutlich kleiner als klassische Filialen und kombiniert ausgewähltes Sortiment mit Online-Handel.
Weltweit plant Ikea 20 weitere dieser urbanen Standorte.
ifo-Index zeigt leichte Entspannung
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Das Geschäftsklima in der Möbelindustrie verbesserte sich im Juni von -26,2 auf -17,5 Punkte. Die aktuelle Lage bleibt zwar negativ, die Erwartungen für die kommenden Monate sind weniger pessimistisch als zuvor.
Die allgemeine Verbraucherstimmung verharrt dagegen auf niedrigem Niveau. Die Branche bleibt gespalten: Während die einen ums Überleben kämpfen, bauen die anderen für die Zukunft.
