Heizungsreform, Union

Heizungsreform: Union und SPD planen Kostenbremse für Mieter

02.05.2026 - 12:39:34 | boerse-global.de

Die Novelle des Gebäudeenergiegesetzes bringt eine Kostenbremse für Mieter und erlaubt moderne Gas- und Ölheizungen unter Auflagen.

Heizungsreform: Union und SPD planen Kostenbremse für Mieter - Foto: über boerse-global.de
Heizungsreform: Union und SPD planen Kostenbremse für Mieter - Foto: über boerse-global.de

Ab Sommer 2026 soll eine grundlegende Reform des Heizungsrechts in Kraft treten – mit einer Kostenbremse für Mieter und mehr Technologieoffenheit für Eigentümer. Das berichten Verhandler von Union und SPD.

Kostenbremse: Mieter sollen entlastet werden

Im Zentrum der Reform steht ein fairerer Interessenausgleich zwischen Vermietern und Mietern. Bislang konnten Modernisierungskosten weitgehend auf die Miete umgelegt werden – ein zentraler Kritikpunkt. Künftig sollen die finanziellen Risiken bei Heizungsmodernisierungen gleichmäßiger verteilt werden.

Die geplante Kostenbremse soll Mieter vor übermäßigen Mieterhöhungen nach Heizungsumbauten schützen. „Das Ziel ist ein praktikablerer und einfacherer Übergang für alle Beteiligten", heißt es aus den Verhandlungskreisen.

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Technologieoffenheit: Auch Gas und Öl bleiben möglich

Anders als die ursprüngliche, strengere Version des Gebäudeenergiegesetzes setzt die Reform auf einen breiteren Technologiemix. Moderne Gas- und Ölheizungen sollen unter bestimmten Bedingungen weiterhin erlaubt sein – vorausgesetzt, sie sind Teil einer Gesamtstrategie zur Klimaneutralität.

Auch Biomasse wie Pellets bleibt eine Option. Die Debatte habe sich von einem rein politischen Richtungsstreit hin zu pragmatischen Lösungen entwickelt, so Beobachter. Entscheidend sind künftig die Einhaltung von Umweltstandards und die Einbindung in die kommunale Wärmeplanung.

Pelletmarkt: Preise stabilisieren sich nach Krisenjahr

Der Markt für Holzpellets zeigt sich zum Jahresbeginn 2026 deutlich entspannter. Aktuell kostet eine Tonne im Schnitt rund 360 Euro – eine spürbare Erholung von den Preisspitzen der Vorjahre.

Die Branche hatte ein schwieriges Jahr hinter sich: 2024 brachen die Verkaufszahlen für Pelletheizungen um 45 Prozent ein. Grund war die massive Verunsicherung der Verbraucher durch die immer neuen politischen Vorgaben. Die heimische Produktion blieb mit rund 3,7 Millionen Tonnen pro Jahr jedoch stabil. Deutschland bleibt Nettoexporteur und gilt als versorgungssicher.

Förderung: Bis zu 70 Prozent Zuschuss möglich

Die staatliche Unterstützung für Pelletheizungen läuft weiter über das KfW-Programm 458. Die Förderung setzt sich aus mehreren Bausteinen zusammen:

  • Grundförderung: 30 Prozent für den Umstieg auf klimafreundliche Heizung
  • Klima-Geschwindigkeitsbonus: 20 Prozent bei frühzeitigem Austausch alter Fossilkessel
  • Einkommensbonus: 30 Prozent für Haushalte mit weniger als 40.000 Euro Jahreseinkommen

Die Gesamtförderung ist auf maximal 70 Prozent der förderfähigen Kosten gedeckelt. Zusätzlich gibt es einen Emissionsminderungs-Zuschlag von 2.500 Euro für besonders staubarme Biomasseanlagen (Grenzwert: 2,5 Milligramm pro Kubikmeter).

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Umweltdebatte: Pellet zwischen Klimaneutralität und Feinstaub

Holzpellets gelten als CO?-neutral, weil sie nur das Kohlendioxid freisetzen, das die Bäume während ihres Wachstums aufgenommen haben. Ganz emissionsfrei sind sie jedoch nicht. Moderne Pelletkessel stoßen zwar deutlich weniger Schadstoffe aus als alte Holzöfen, aber mehr als Gasheizungen.

Branchenverbände wie der DEPV betonen, dass Biomasse ein unverzichtbarer Baustein der Energiewende bleibt – vor allem für schlecht gedämmte Altbauten mit hohem Wärmebedarf. Diese Gebäude lassen sich mit Wärmepumpen oft nur nach aufwendigen Sanierungen effizient beheizen.

Rund 90 Prozent der deutschen Pellets werden aus Sägespänen und Holzresten der Sägeindustrie hergestellt – nicht aus eigens gefällten Bäumen.

Ausblick: Klarheit für den Markt erwartet

Die Einführung des neuen Gesetzes im Sommer 2026 soll endlich die Planungssicherheit bringen, die der Markt seit den Turbulenzen der Jahre 2023 und 2024 vermisst. Analysten erwarten, dass die Pelletpreise in den kommenden Monaten ihren jahreszeitlich typischen Tiefpunkt erreichen.

Parallel dazu läuft die kommunale Wärmeplanung auf Hochtouren. Große Städte müssen ihre Pläne bis Mitte 2026 vorlegen. Sie entscheiden darüber, ob Gebäudeeigentümer auf dezentrale Lösungen wie Pellet oder Wärmepumpe setzen müssen oder an ein Fernwärmenetz angeschlossen werden.

Die Branche appelliert an die Politik, nach der Reform für langfristige Stabilität zu sorgen. Weitere grundlegende Debatten könnten das Verbrauchervertrauen erneut erschüttern und die dringend nötigen Investitionen für das Klimaziel 2045 gefährden.

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