Heizungsgesetz, Gas

Heizungsgesetz: Gas und Öl ab 2029 nur mit CO2-neutralen Brennstoffen

14.06.2026 - 20:06:45 | boerse-global.de

Kantonale Abstimmung bestätigt faktisches Verbot neuer Öl- und Gasheizungen. Deutschland lockert parallel die eigenen Regeln.

Basel-Landschaft lehnt Initiative zu fossilen Heizungen ab
Heizungsgesetz - Ein Heizsystem in einem Gebäude mit zwei Rohren, die zu einem alten fossilen Heizkessel und einer modernen Wärmepumpe führen. 14.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Stimmberechtigten im Kanton Basel-Landschaft haben am Sonntag klar gemacht: Das faktische Verbot neuer fossiler Heizungen bleibt bestehen. Eine Initiative des Hauseigentümerverbands wurde mit 55,6 Prozent abgelehnt.

Die Beteiligung lag bei 54,1 Prozent. Während ländliche Gemeinden tendenziell für die Initiative stimmten, sorgte die Agglomeration für die klare Ablehnung. Parallel dazu nahm der Kanton die Initiative „Zämme in Europa“ mit 53,7 Prozent Ja-Stimmen an. Auch der Kredit für die Ortsdurchfahrt Birsfelden fand mit 56,2 Prozent Zustimmung.

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Deutschland lockert Heizungsregeln – aber nicht ganz

Während die Schweiz auf Kontinuität setzt, schlägt Deutschland einen anderen Weg ein. Die schwarz-rote Koalition hat ein neues Gebäudemodernisierungsgesetz vorgelegt. Der Entwurf kippt die bisherige 65-Prozent-Regel für erneuerbare Energien.

Gas- und Ölheizungen sollen wieder erlaubt sein – unter einer Bedingung: Ab dem 1. Januar 2029 muss der Betrieb mit CO2-neutralen Brennstoffen sichergestellt sein. Die Kostenverteilung zwischen Mietern und Vermietern wird ebenfalls neu geregelt. Netzentgelte, der CO2-Preis und die Kosten für Biogasanteile teilen sich beide Seiten künftig hälftig. Im gewerblichen Bereich gilt diese Regelung nicht.

Die Grünen kritisieren mögliche Kostenrisiken für kleine und mittlere Unternehmen. Die Linke prüft eine Organklage – unter Berufung auf Artikel 20a des Grundgesetzes.

Energieversorger setzen weiter auf Grün

Trotz der politischen Lockerungen investieren die Versorger weiter in große grüne Projekte. Sachsenenergie plant eine Flusswasserwärmepumpe mit 50 Megawatt Leistung. Die Inbetriebnahme ist für 2031 vorgesehen. Das Investitionsvolumen: 92 Millionen Euro. Rund 45.000 Haushalte sollen versorgt werden.

Wärmepumpe dominiert den Neubau

Die aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes sprechen eine klare Sprache. 2025 wurden 58.900 Wohngebäude fertiggestellt. Der Anteil der Wärmepumpen stieg auf 73,6 Prozent – im Vorjahr waren es noch 69,4 Prozent.

Besonders hoch ist die Quote bei Einfamilienhäusern (77,9 Prozent) und Zweifamilienhäusern (78,4 Prozent). Bei Mehrfamilienhäusern liegt sie bei 52,7 Prozent. Gasheizungen spielen im Neubau mit 10,5 Prozent kaum noch eine Rolle. Ölheizungen kommen auf magere 0,3 Prozent.

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Noch deutlicher wird der Trend bei den Baugenehmigungen: 83 Prozent entfielen auf Wärmepumpen, nur 2,2 Prozent auf Gasheizungen. Im Gebäudebestand sieht die Lage anders aus: Über 50 Prozent der Heizungen laufen mit Gas, knapp 25 Prozent mit Öl.

EU setzt auf erneuerbare Gase – nicht auf Verbote

Eine Branchenkonferenz in Prag stellte Anfang Juni klar: Die EU-Gebäuderichtlinie (EPBD) verbietet Gasheizungen nicht pauschal. Ziel ist die vollständige Umstellung auf erneuerbare Gase bis 2050. Bestehende Anlagen können laut Experten mit bis zu 20 Prozent Wasserstoffbeimischung betrieben werden.

Der tschechische Versorger GasNet meldete für 2025 einen Anstieg des Gas verbrauchs um 7 Prozent auf 63,3 Terawattstunden. Gleichzeitig legte die Biometan-Einspeisung deutlich zu.

Nachhaltige Dämmstoffe in der Forschung

Das Fraunhofer CCPE arbeitet im Projekt „CircularInFoam“ an einer Alternative zu petrobasierten Dämmstoffen. Die neuen Hochleistungsdämmstoffe basieren auf Polylactid (PLA) und nutzen halogenfreie Flammschutzsysteme. Erste Tests zeigen eine Wärmeleitfähigkeit, die etablierten Standards entspricht – bei verbesserten Brandschutzeigenschaften.

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