Heizungsgesetz: 65-Prozent-Vorgabe fällt weg, Bio-Treppe ab 2029
Veröffentlicht: 11.07.2026 um 21:04 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Die Länderkammer verzichtete auf die Anrufung des Vermittlungsausschusses. Damit ist der Weg für eine grundlegende Reform der Heizungsgesetzgebung frei.
Zuvor hatte der Bundestag das Gesetz mit 322 zu 272 Stimmen verabschiedet. Die Neuregelung tritt für weite Teile bereits am 12. Juli 2026 in Kraft.
Ende der 65-Prozent-Vorgabe
Die bisherige Pflicht entfällt: Wer eine neue Heizung einbaut, muss nicht mehr zu 65 Prozent auf erneuerbare Energien setzen. Eigentümer können künftig frei zwischen Wärmepumpen, Biomasse-Anlagen oder Gas- und Ölheizungen wählen.
Stattdessen führt das Gesetz eine „Bio-Treppe“ für fossile Heizungen ein. Sie regelt den schrittweisen Übergang zu klimafreundlichen Brennstoffen:
- Ab 2029: 10 Prozent klimafreundliche Brennstoffe
- Ab 2030: 15 Prozent
- Ab 2035: 30 Prozent
- Ab 2040: 60 Prozent
Bis 2045 müssen alle Heizungen vollständig auf alternative Brennstoffe umgestellt sein. Die Bundesregierung soll bis zum 1. Dezember 2026 einen ergänzenden Gesetzentwurf für klimaneutrale Brennstoffe vorlegen.
Neue Regeln für Mieter und Vermieter
Ab 2028 teilen sich Mieter und Vermieter die Kosten für CO2-Preise, Netzentgelte und Biogas hälftig. Für private Vermieter mit bis zu sechs Wohneinheiten gibt es eine Härtefallregelung. Schätzungen zufolge könnten die Neuregelungen Bürger und Wirtschaft um rund 7,4 Milliarden Euro entlasten.
Angesichts der neuen Kostenverteilung bei CO2-Preisen und Brennstoffen wird eine exakte Abrechnung für Immobilieneigentümer immer wichtiger. Dieser kostenlose PDF-Ratgeber erklärt Ihnen in nur 5 Minuten, wie Sie eine rechtssichere Betriebskostenabrechnung erstellen und alle zulässigen Kosten korrekt umlegen. Rechtssichere Betriebskostenabrechnung 2026: Jetzt Gratis-Report sichern
Auch die staatliche Förderung für den Heizungstausch wird angepasst. Ab dem 21. Juli 2026 gelten neue Bedingungen für die Wärmepumpen-Förderung. Der Klimageschwindigkeitsbonus sinkt, ein Förderdeckel von maximal 28.000 Euro wird eingeführt. Zudem gibt es eine Staffelung der Einkommensboni.
Kritik und rechtliche Bedenken
Erst am 9. Juli 2026 hatte das Bundesverfassungsgericht eine Organklage gegen das Eilverfahren zurückgewiesen. Dennoch bleibt das Gesetz umstritten. Die Deutsche Umwelthilfe kündigte bereits Verfassungsbeschwerde an – sie sieht die Klimaziele gefährdet.
Während neue Gesetze die energetische Bewirtschaftung verändern, sollten Vermieter auch ihre steuerlichen Spielräume bei Sanierungen und Investitionen voll ausnutzen. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Leitfaden, wie Sie die degressive AfA und Sonderabschreibungen optimal einsetzen, um Ihre Liquidität dauerhaft zu verbessern. Kostenlosen Leitfaden: Abschreibung von A-Z hier herunterladen
Die Bundesingenieurkammer bemängelt fehlende Planungssicherheit und hohe Komplexität. Auch Experten von Agora Energiewende und den Fraunhofer-Instituten kritisieren die Aufweichung der ursprünglichen Ziele. Die Opposition im Bundestag spricht von einer unzureichenden Wärmewende.
Das Gesetz sieht für 2030 eine umfassende Evaluierung vor. Der Bundesrat beschloss am selben Tag zudem das Infrastruktur-Zukunftsgesetz und den Ausbau von Gaskraftwerken mit 11 Gigawatt Leistung bis 2031.
Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.
