Hausarztpraxen: Neue Gebührenordnung GOP 03100 ab 1. Juli
26.06.2026 - 08:12:52 | boerse-global.de
Neue Abrechnungsregeln für chronisch kranke Patienten treten in Kraft, während Bildungsträger ihr Angebot ausbauen. Psychische Gesundheit und Digitalisierung rücken in den Fokus.
Neue Versorgungspauschalen ab Juli
Zum 1. Juli 2026 ändert sich die Abrechnung in Hausarztpraxen. Die neue Gebührenordnungsposition (GOP) 03100 ersetzt bisherige Ziffern wie die GOP 03000 sowie die 03220 bis 03222. Sie richtet sich an Praxen, die chronisch kranke Patienten mit Diagnosen wie Hypertonie, Hyperlipidämie, Hypothyreose oder Gicht behandeln.
Die Vergütung ist nach Alter gestaffelt. Für Patienten zwischen 19 und 54 Jahren sind 45,36 Euro vorgesehen. Bei 55- bis 75-Jährigen können 51,34 Euro abgerechnet werden. Maximal zweimal pro Krankheitsfall ist die Pauschale geltend machbar.
Weiterbildungsoffensive für Gesundheitsberufe
Parallel zu den Abrechnungsänderungen erweitern Bildungsträger ihr Portfolio. Die Akademie für Bildung & Karriere (ABK) des UKE bietet spezialisierte Module an. Anfang Juli starten Fortbildungen zum Umgang mit den Generationen Z und Alpha in der Ausbildung. Im August folgen Kurse zur verbalen Deeskalation.
Weitere Schwerpunkte: methodische Gestaltung von Fortbildungen und Qualifizierung zum Mentor für Pflegetraining ab Herbst 2026. Auch für Akademiker gibt es Neues: Die Leibniz Universität Hannover bietet ab November ein Programm zur Vorbereitung von Promovierenden auf außeruniversitäre Karrieren an. Bewerbungsschluss ist Mitte August.
Im Betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) setzt die IST-Hochschule für Management auf digitale Wissensvermittlung. Ein Webinar am 8. Juli 2026 behandelt strategische und operative Ziele sowie den PDCA-Zyklus. Das Brandenburger Innenministerium sucht zudem eine Fachkraft für BGM-Analyse und -Weiterentwicklung in Potsdam.
Psychische Gesundheit rückt in den Fokus
Regionale Kammern wie IHK und HWK Magdeburg sowie Halle-Dessau thematisieren in Workshops die Gesprächsführung und Prävention im Ausbildungsalltag. Ziel: Ausbildungsverantwortliche für Warnsignale und Hilfsangebote sensibilisieren.
Neben der psychischen Gesundheit gehört die physische Sicherheit am Arbeitsplatz zu den zentralen Pflichten jedes Arbeitgebers. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Report, wie Sie rechtssichere Gefährdungsbeurteilungen erstellen und dabei typische Haftungsrisiken vermeiden. Kostenlose Vorlagen und Checklisten zur Gefährdungsbeurteilung sichern
Wissenschaftliche Impulse liefert die Universität Potsdam. In einem Fachvortrag Ende Juni spricht Prof. Dr. Julia Brailovskaia von der Ruhr-Universität Bochum über Mediennutzung und psychische Gesundheit. Sie zeigt Wege aus der Mediensucht auf. Auch praktische Gesundheitsförderung findet statt: In Kooperation mit der Alzheimer-Gesellschaft Brandenburg gibt es Ende Juni eine geführte Gesundheitswanderung für Menschen mit Demenz und deren Angehörige.
IT-Sicherheit und organisatorische Spannungen
Die Digitalisierung erfordert verstärkte Anstrengungen bei der IT-Sicherheit. Auf einem Fokustag in Moers wurden Ende Juni Anforderungen durch das Krankenhauszukunftsgesetz (KHZG) und die NIS2-Richtlinie diskutiert. Experten betonten die Notwendigkeit eines robusten Risikomanagements und Asset-Managements in Kliniken.
Die steigenden Anforderungen durch Digitalisierung und neue Richtlinien wie NIS2 fordern insbesondere die IT-Sicherheit in Unternehmen und Kliniken heraus. Dieses Gratis-E-Book zeigt Ihnen, wie Sie Sicherheitslücken schließen und gesetzliche Anforderungen ohne hohe Zusatzinvestitionen erfüllen. E-Book: Cyber Security Bedrohungen abwenden – hier kostenlos herunterladen
Im Rettungsdienst gibt es derweil organisatorische Spannungen. In Brandenburg bahnt sich ein Konflikt um Kosten für sogenannte Fehlfahrten an. Ab Ende Juni plant der Landkreis Märkisch-Oderland, Gebühren direkt an die Besteller zu fakturieren. Das Gesundheitsministerium moderiert seit Frühjahr 2025 zwischen den Akteuren. Politische Forderungen nach einer Kostenübernahme durch das Land wurden bisher abgelehnt.
