Handwerk, Krise

Handwerk in der Krise: Umsätze sinken um 1,4%, Jobs um 1,9%

Veröffentlicht am: 10.09.2026 um 12:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Im zweiten Quartal 2026 gingen Umsatz und Beschäftigung im zulassungspflichtigen Handwerk zurück; besonders betroffen waren mehrere Kernbranchen.

Deutsches Handwerk verzeichnet Umsatz- und Beschäftigtenrückgang
Eine ruhige Baustelle mit unfertigem Mauerwerk und Gerüsten in der Dämmerung, die die wirtschaftliche Flaute im Handwerk symbolisiert. Illustration mit AI erstellt.

Die wirtschaftliche Dynamik im deutschen Handwerk hat sich in den vergangenen Monaten deutlich abgeschwächt. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am 10. September 2026 in Wiesbaden mitteilte, verzeichnete das zulassungspflichtige Handwerk im zweiten Quartal 2026 einen preisbereinigten Umsatzrückgang. Auch die Zahl der Beschäftigten entwickelte sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum rückläufig.

Umsatzrückgänge im zulassungspflichtigen Handwerk

Nach den vorläufigen Daten der Wiesbadener Behörde sank der reale Umsatz im zulassungspflichtigen Handwerk im Zeitraum von April bis Juni 2026 um 1,4 % gegenüber dem Vorjahresquartal. Dieser Trend zog sich durch fast alle Gewerbegruppen, wobei lediglich eine Sparte ein minimales Wachstum verzeichnen konnte.

Besonders deutlich fielen die Rückgänge im Ausbaugewerbe, im Gewerbe für den gewerblichen Bedarf sowie im Lebensmittelgewerbe aus. In diesen drei Gruppen sank der reale Umsatz um jeweils 2,4 %. Auch das Bauhauptgewerbe blieb mit einem Minus von 1,8 % hinter dem Ergebnis des Vorjahresquartals zurück.

Im Bereich des privaten Bedarfs wurde ein Rückgang von 1,6 % ermittelt, während das Gesundheitsgewerbe ein Minus von 1,0 % verbuchte. Einzig das Kraftfahrzeuggewerbe konnte sich der allgemeinen Entwicklung entziehen und meldete ein leichtes Umsatzplus von 0,4 %.

Sinkende Beschäftigtenzahlen zum Ende des Halbjahres

Parallel zur Umsatzentwicklung hat sich auch die personelle Situation in den Betrieben verschlechtert. Ende Juni 2026 waren im zulassungspflichtigen Handwerk insgesamt 1,9 % weniger Personen beschäftigt als noch Ende Juni 2025.

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Der Abbau von Arbeitsplätzen betraf dabei alle untersuchten Branchen, jedoch in unterschiedlicher Intensität. Den stärksten Rückgang in der Beschäftigtenstatistik verzeichnete das Lebensmittelgewerbe, wo die Zahl der tätigen Personen um 3,5 % sank. Vergleichsweise stabil präsentierte sich hingegen das Gesundheitsgewerbe. Hier wurde mit einem Minus von 0,8 % der geringste Rückgang innerhalb des zulassungspflichtigen Handwerks registriert.

Entwicklung im zulassungsfreien Handwerk

Neben den zulassungspflichtigen Betrieben legte das Statistische Bundesamt auch Zahlen für das zulassungsfreie Handwerk vor. In diesem Segment sank der reale Umsatz im zweiten Quartal 2026 um insgesamt 0,8 %.

Innerhalb dieser Gruppe zeigen die Daten jedoch eine starke Divergenz zwischen den einzelnen Gewerbezweigen. Während das Handwerk für den gewerblichen Bedarf ein leichtes Umsatzwachstum von 0,6 % erzielte, mussten andere Bereiche erhebliche Einbußen hinnehmen.

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Am stärksten betroffen war hier das Lebensmittelgewerbe mit einem realen Umsatzminus von 4,5 %. Auch im Bauhauptgewerbe war die Entwicklung mit einem Rückgang von 4,1 % deutlich negativ. Die Betriebe für den privaten Bedarf verzeichneten im gleichen Zeitraum ein Umsatzminus von 2,6 %.

Die nun veröffentlichten Ergebnisse basieren auf vorläufigen Berechnungen und unterstreichen die anhaltend schwierigen Rahmenbedingungen für die handwerklichen Kernbranchen in Deutschland. Insbesondere die Kombination aus sinkenden Realumsätzen und einem Rückgang der Beschäftigtenzahlen verdeutlicht den wirtschaftlichen Druck, unter dem viele Betriebe derzeit stehen.

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