Handel-Tarifstreit: 5,2 Millionen warten auf Lohneinigung
Veröffentlicht: 14.07.2026 um 23:05 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Betroffen sind Bayern, Rheinland-Pfalz, das Saarland und Berlin-Brandenburg. Grund: Der Vorwurf, der ver.di-Bundesvorstand habe eine kurz bevorstehende Einigung in Baden-Württemberg blockiert.
Verhandlungsstopp nach Intervention-Vorwurf
Die Arbeitgeber sehen durch die angebliche Einmischung keine Basis mehr für konstruktive Gespräche. Melanie Eykmann, Tarifgeschäftsführerin des Handelsverbands Bayern (HBE), sprach von einer „Blockadehaltung“ der Gewerkschaft. Die für den 20. Juli geplante dritte Verhandlungsrunde in München fällt ebenso aus wie die Termine am 15. und 20. Juli in Rheinland-Pfalz und im Saarland.
ver.di weist die Vorwürfe entschieden zurück. Der bayerische Verhandlungsführer Thomas Gürlebeck nannte die Absage einen „Skandal“. Die Gewerkschaft kündigte an, die Arbeitskampfmaßnahmen auszuweiten. Schon seit Mai kommt es immer wieder zu Warnstreiks, unter anderem bei IKEA und Kaufland. Erst am 3. Juli hatten Beschäftigte in Dortmund, Berlin und Wiesbaden demonstriert.
Millionen Beschäftigte warten auf Einigung
Die Positionen der Tarifparteien liegen weit auseinander. ver.di fordert für die rund 5,2 Millionen Beschäftigten im Handel eine Lohnerhöhung von 7 Prozent bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Hinzu kommen ein Mindesteinkommen von 14,90 Euro pro Stunde und 150 Euro mehr Ausbildungsvergütung pro Monat.
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Die Arbeitgeber bieten dagegen eine Laufzeit von 24 Monaten. Vorgesehen ist eine sechsmonatige Nullrunde, gefolgt von 2 Prozent mehr ab November 2026 und weiteren 1,5 Prozent ab August 2027. Kritiker bemängeln: Das Angebot liegt teilweise unter dem gesetzlichen Mindestlohn, der ab Januar 2027 auf 14,60 Euro steigen soll.
HDE fordert Deckelung der Lohnnebenkosten
Der Handelsverband Deutschland (HDE) bringt zusätzlich eine grundsätzliche Forderung ins Spiel: Die Lohnnebenkosten sollen bei 40 Prozent gedeckelt werden. Während die Arbeitgeber auf die schwierige wirtschaftliche Lage vieler Handelsunternehmen verweisen, pocht die Gewerkschaft auf einen kräftigen Reallohnausgleich.
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Ein neuer Termin für die Wiederaufnahme der Gespräche in den betroffenen Bundesländern steht bislang nicht fest.
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