Grundsicherung, Euro

Grundsicherung ab Juli: 563 Euro für Selbstständige und Freiberufler

Veröffentlicht: 12.07.2026 um 19:09 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Ab Juli 2026 gelten für Selbstständige neue Regeln bei Grundsicherung, Kontomodellen und dem Wertpapierhandel. Ein Überblick.

Freiberufler 2026: Neue Konten, Grundsicherung & PFOF-Verbot
Ein abstraktes Bild, das digitale Finanzlösungen für Freiberufler darstellt, mit einem Fokus auf Geschäftskonten und Online-Banking. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Neue Grundsicherung, schärfere Regeln beim Wertpapierhandel und frische Kontomodelle prägen die Finanzlandschaft. Ein Überblick.

Kostenlose Konten für Selbstständige

Zahlreiche Banken und Fintechs buhlen um Freiberufler. FYRST, Tide, Accountable und Wallester bieten Basis-Geschäftskonten für null Euro monatlich. Auch FINOM wirbt mit einem kostenlosen Einstiegsmodell und Bonusprogrammen.

Vivid lockt mit 0,50 Prozent Guthabenzins im Standard-Tarif. Andere Anbieter wie Qonto oder die Deutsche Bank kassieren dagegen Gebühren pro Buchung. Wichtig: Klassiker wie die Consorsbank schließen die gewerbliche Nutzung ihres Girokontos ausdrücklich aus. Selbstständige brauchen hier ein dediziertes Geschäftskonto.

Neue Grundsicherung: Was sich ändert

Seit dem 1. Juli 2026 gilt eine neue Grundsicherung für Arbeitsuchende. Sie ersetzt das alte Bürgergeld. Selbstständige mit geringen Einkünften können ihre Bezüge aufstocken, wenn der Gewinn unter dem berechneten Bedarf liegt.

Der monatliche Regelsatz für Alleinstehende beträgt 563 Euro, für Partner je 506 Euro. Kinder erhalten je nach Alter zwischen 357 und 471 Euro. Die Vermögensfreibeträge sind gestaffelt: Bis 30 Jahre dürfen 5.000 Euro übrig bleiben, ab 50 Jahren sind es 20.000 Euro. Nach einem Jahr Bezugsdauer prüft das Amt, ob das Geschäftsmodell langfristig tragfähig ist.

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P-Konto und PFOF-Verbot

Auch beim Pfändungsschutz gibt es Neuerungen. Die Freigrenzen für das P-Konto wurden angehoben. Bis Ende Juni lag der Grundbetrag bei 1.560 Euro. Die neuen Werte stehen im Bundesgesetzblatt. Wichtig: Für ein P-Konto dürfen keine höheren Gebühren anfallen als für ein Standard-Girokonto.

Ein EU-weites Verbot von „Payment for Order Flow“ (PFOF) trat ebenfalls am 1. Juli in Kraft. Broker dürfen keine Vergütungen mehr von Handelsplätzen für Aufträge ihrer Kunden kassieren. Scalable Capital und Trade Republic wollen ihre Konditionen für Sparpläne stabil halten. Bei anderen Anbietern bleibt die Preisgestaltung unklar.

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Steuervorteile sichern – aber richtig

Selbstständige können weiterhin von Steuererleichterungen für haushaltsnahe Dienstleistungen profitieren. 20 Prozent der Arbeitskosten sind abziehbar – bis zu 4.000 Euro pro Jahr. Für Handwerkerarbeiten gilt eine Grenze von 1.200 Euro.

Allerdings: Seit 2025 erkennt das Finanzamt nur noch unbare Zahlungen an. Barzahlungen fliegen raus. Das macht ein Geschäftskonto zur Pflicht – besonders, wenn Arbeitszimmer oder Betriebsflächen in die Abrechnung von Nebenkosten oder Handwerkerrechnungen einfließen. Die maximale Ersparnis liegt bei bis zu 5.710 Euro pro Jahr.

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