Grüner, Stahl

Grüner Stahl: Studie fordert 5-Cent-Strompreis und Wasserstoff-Garantie

01.07.2026 - 02:39:07 | boerse-global.de

SHS und Saarstahl kritisieren AfD-Landeschef scharf. Eine Studie fordert staatliche Hilfen für die grüne Stahlproduktion.

Saar-Stahlindustrie: Eskalation mit AfD und Forderungen an den Staat
Grüner - Innenansicht eines Stahlwerks mit glühendem Metall, Funkenflug und komplexen Maschinen, die die Hitze der Stahlproduktion zeigen. 01.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Führung der Stahl-Holding-Saar (SHS) und der Betriebsrat von Saarstahl gehen massiv gegen den saarländischen AfD-Chef Becker vor. Am 30. Juni kritisierten beide Seiten scharf dessen politische Positionen. Die genauen Aussagen Beckers blieben in den Stellungnahmen offen. Klar ist aber: Die Spannungen zwischen der Schlüsselindustrie und der AfD im Saarland eskalieren.

Hintergrund ist die existenzielle Krise der Branche. Die Stahlproduktion steht vor der teuren Umstellung auf klimafreundliche Verfahren. An Standorten wie Völklingen hängt die wirtschaftliche Stabilität direkt an der Zukunft der Hütten.

Studie: Grüner Stahl braucht den Staat

Parallel zur politischen Debatte liefert eine Untersuchung der Hans-Böckler-Stiftung harte Zahlen. Die Studie der Experten Krebs und Kaczmarczyk vom 29. Juni zeigt: Die Produktion von grünem Stahl ist zwar notwendig, aber hochgradig schutzbedürftig.

Um jährlich 40 Millionen Tonnen Rohstahl in Deutschland zu sichern, müsse der Staat massiv eingreifen. Die Autoren fordern einen Industriestrompreis von 5 Cent pro Kilowattstunde und eine Wasserstoff-Preisgarantie von 12 Cent pro Kilowattstunde. Dazu kommen: eine konsequente öffentliche Beschaffung von Öko-Stahl und höhere Importzölle – die sollen bereits ab Juli 2026 greifen.

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Verfassungsschutz erhöht den Druck

Die Kritik von SHS und Saarstahl fällt mit dem Verfassungsschutzbericht 2025 zusammen. Veröffentlicht ebenfalls am 30. Juni. Die Behörde stellt die AfD bundesweit unter verschärfte Beobachtung.

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Die Zahl der Parteimitglieder ist auf rund 70.000 gestiegen. Davon stufen die Behörden etwa 28.000 als rechtsextrem ein – 8.000 mehr als im Vorjahr. Besonders kritisch sehen die Sicherheitsbehörden die Jugendorganisation Generation Deutschland. Verfassungsschutz-Präsident Selen warnte vor personellen und programmatischen Kontinuitäten zur aufgelösten Jungen Alternative.

In diesem Klima wächst die Debatte über ein AfD-Verbotsverfahren. Grünen-Chef Banaszak drängt auf eine vertiefte Diskussion. CSU-Politiker Alexander Dobrindt bleibt skeptisch.

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